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25 Jahre Mauerfall

Die Klassen Ea und Ee besuchten Erinnerungsstätten der deutschen Teilung in und um Lübeck.

Lübeck ist die einzige Großstadt, die direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze liegt, sodass man Zeugnisse aus der Zeit der beiden deutschen Staaten in unmittelbarer Nähe findet. Für 15-jährige Schülerinnen und Schüler ist die deutsche Teilung allerdings ganz weit weg. Im WiPo-Unterricht begaben sie sich auf Spurensuche, denn wer die heutige Innenpolitik verstehen will, braucht Kenntnisse über diese Phase der deutschen Geschichte.



Die Tagesexkursion zu den Erinnerungsstätten der deutschen Teilung, zu der die Hansestadt Lübeck aus Anlass des 25 jährigen Mauerfall-Jubiläums eingeladen hatte, führte zunächst zur Bundespolizeiakademie St. Hubertus an der Ratzeburger Allee. Sie gilt als die „Wiege des Bundesgrenzschutzes“, wie die Bundespolizei bis 2005 hieß. Ihre wichtigste Aufgabe war bei ihrer Gründung 1951 bis zur Wiedervereinigung der „Schutz der Landesgrenzen“, insbesondere der innerdeutschen Grenze.



Das Grenzhus in Schlagsdorf war die zweite Etappe der Exkursion. Hier beeindruckten die original erhaltenen Grenzanlagen die Schülerinnen und Schüler. Sie bestanden aus einem Graben, einem geharkten Streifen, auf dem man Fußabdrücke sichern konnte, Wachhunden und einem Metallgitterzaun, der mit Signaldrähten, die bei Berührung Alarm auslösten, und mit Selbstschussanlagen versehen war. Soldaten der Nationalen Volksarmee bewachten die Grenze, die von Bewuchs freigehalten und nachts hell ausgeleuchtet war.




Die 5km-Zone bis zu dieser Grenze durften nur regimetreue Bewohner der DDR betreten, die einen Berechtigungsausweis besaßen. Andere Einwohner, die in diesem Streifen lebten, wurden zwangsumgesiedelt, ihre Dörfer zerstört. Im Museum gibt es einen Film, in dem das Schicksal dieser Menschen geschildert wird und Zeitzeugen zu Wort kommen.

Die letzte Station der Exkursion bildete das Grenzmuseum in Schlutup. Ehrenamtlich im Museum tätige Bewohner des Stadtteils berichteten den Schülerinnen und Schülern vom Alltag an der innerdeutschen Grenze und von den emotionalen Erlebnissen am Tag der Grenzöffnung, als sich eine hupende Schlange Trabis Richtung Lübeck bewegte. Ein Trabi vor dem Museum erinnert an dieses für die deutsche Geschichte bedeutende Ereignis.



Der Projekttag rückte die deutsch-deutsche Teilung und ihre Überwindung in den Horizont der Schülerinnen und Schüler. Das, was ihre Eltern noch selbst erlebt haben, ist damit für die 15-Jährigen nicht mehr ganz so weit entfernt.


„Die alten Fahrzeuge, die an der Grenze eingesetzt wurden, haben mich am meisten beeindruckt.“ Man bekam einen Eindruck, wie aufwendig die Grenzsicherung auch von westdeutscher Seite war.“ (Jakob)
„Für mich persönlich am bedeutsamsten waren die Schilderungen von Einzelschicksalen der Menschen, die von den Umsiedlungen aus der 5km-Zone betroffen waren.“ ( Felix)
„Die Fluchtversuche einiger DDR-Bürger haben mich am meisten beschäftigt. Was mit ihnen passiert ist, wenn sie gefasst wurden, oder wie ihr Leben nach einer geglückten Flucht verlief, war bewegend.“ ( Ben)
„Dass es eine Transitstrecke von Hamburg nach Berlin gab, die durch die DDR führte, aber vollständig abgeriegelt war, habe ich vorher nicht gewusst.“ ( Anna)

Mechthild Piechotta
20.01.2015

Fotos: © M. Piechotta

 
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