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Energieeffizienz vor Ort – Dem Klimawandel begegnen
Projekttag der Klasse Ee mit Exkursion zum Unternehmen H-Tec-Systems

Über die Ursachen des Klimawandels, den Anstieg der Konzentration von CO₂ in der Erdatmosphäre und die dadurch ausgelöste Erderwärmung, wissen die meisten Schülerinnen und Schüler Bescheid. Auch die Folgen sind für alle besonders in diesen Tagen, an denen ein Orkantief das nächste ablöst, spürbar. Doch was kann man dagegen tun? Welche Maßnahmen hat die Politik bereits ergriffen?

Mit diesen Fragen setzte sich die Klasse Ee an einem Projekttag auseinander, der von Jan Roessel, Referent bei der Deutschen Gesellschaft e.V., moderiert wurde. Dabei wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz, behandelt, das u.a. die Reduzierung von Treibhausgasemissionen zum Ziel hat, die bei der Verfeuerung fossiler Brennstoffe wie Kohle und Gas entstehen. Mit der Förderung von Windkraft- und Solaranlagen durch feste Einspeisevergütungen für die Betreiber hofft die Bundesregierung deren Anteil an der Stromerzeugung zu steigern.
 
Neben dem Umstieg auf regenerative Quellen bei der Stromgewinnung spielt außerdem die Einsparung von Energie eine entscheidende Rolle, wenn Treibhausgasemissionen verringert werden sollen. Klimasünder oder Klimaheld? Anhand eines Fragebogens konnten die Schülerinnen und Schüler überprüfen, wie ihr eigenes Verhalten einzustufen ist. Die große Mehrheit der Klasse durfte sich als Klimaheld bezeichnen, kommen doch alle mit dem Fahrrad zur Schule, vermeiden viele Stand-by-Schaltungen ihres Computers oder stellen z.B. beim Einseifen unter der Dusche das Wasser ab.
 
Den Höhepunkt des Projekttages bildete der Besuch des Unternehmens H-Tec-Systems, das mit dem Elektrolyseur ein zukunftsweisendes Verfahren für die Speicherung von Energie entwickelt hat. Elektrolyseure nutzen die Energieüberschüsse, die in sonnen- oder windreichen Zeiten anfallen, für die Aufspaltung von Wasser in die beiden Gase Sauerstoff und Wasserstoff. Ein Vorteil dieser Schlüsseltechnologie ist, dass die Speicherung der Gase dezentral erfolgen kann und bei der Elektrolyse keine schädlichen Chemikalien freigesetzt werden.
 
In Zeiten mit hohem Strombedarf lässt man den Prozess der chemischen Aufspaltung in die beiden Gase rückwärts ablaufen, sodass die zuvor gespeicherte Energie wieder freigesetzt wird. Die Umwandlung der chemischen Energie in elektrische Energie geschieht in der sogenannten Brennstoffzelle und erreicht einen sehr hohen Wirkungsgrad.
Die Schülerinnen und Schüler bekamen in Gruppen Bausätze zur Verfügung gestellt, mit denen sie eine solche Brennstoffzelle zusammenbauen konnten.


In Gruppen werden die Brennstoffzellen zusammengebaut

Dass ihr Konstrukt wirklich einsatzfähig war und Energie erzeugte, demonstrierte Åke Johnsen, Leiter des Marketings von H-Tec-Systems, indem er die selbst erstellte Brennstoffzelle an einen Propeller anschloss, der tatsächlich zu rotieren begann.


Sie funktioniert!!! Anna hält den Beweis in Händen.

Die Schülerinnen und Schüler konnten demnach das theoretisch Erklärte ganz praktisch nachvollziehen. Zum Abschluss des Projekttages demonstrierten Åke Johnsen und seine Mitarbeiter den Schülerinnen und Schüler in den Räumen des Unternehmens im Hochschulstadtteil weitere Anwendungen der zukunftsträchtigen Technologie anhand von Modellen wie einem mit einer Brennstoffzelle betriebenen Fahrzeug.


Ben und Simeon bekommen von Ake Johansen die Verwendung der Brennstoffzelle für den Fahrzeugantrieb demonstriert.

Dem Klimawandel kann man tatsächlich begegnen, lautete das Fazit der Schülerinnen und Schüler an diesem Tag. Die technischen Voraussetzungen dafür sind gegeben, müssen jetzt zur Serientauglichkeit weiterentwickelt und dann auch angewandt werden.

Wir bedanken uns bei Jan Roessel, dem Leiter des vom Bundesministerium für Umwelt geförderten Projekts „ Energieeffizienz vor Ort - Dem Klimawandel begegnen“ der Deutschen Gesellschaft e.V., für die Gestaltung des Projekttages.
 
Dem Unternehmen H-Tec-Systems danken wir für die praxisorientierte Einführung in die zukunftsweisende Technologie des Elektrolyseurs und der Brennstoffzelle.

Mechthild Piechotta
15.01.2015

Fotos: © M. Piechotta

 
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