Unterricht
Informationen - Ergebnisse
Fächerangebot
Fächerübersicht Übersicht WiPo
"Our ambition is to be boring"
Mervyn King, Gouverneur der Bank of England,
14. April 2000


"Our ambition is to be boring." "Es ist unser Ziel, langweilig zu sein", sagte Mervyn King, der Gouverneur der Bank of England, im April 2000. Die Gültigkeit dieses Zitats durften die Schüler der 12. und 13. Jahrgänge der Oberschule zum Dom und der Thomas-Mann- Schule am 07.02.2011 bei einem Vortrag über die Europäische Zentralbank überpüfen.



Welche Aufgaben hat die EZB? Wie ist sie konstruiert? Was sind ihre Ziele? Welche geldpolitischen Instrumente stehen ihr zur Verfügung und wie wirken sie?
Diese und weitere Fragen beantwortete uns Carsten Hesebeck von der Deutschen Bundesbank Hamburg in seinem Vortrag über die Europäische Zentralbank und ihre Funktion.



In der Aula der OzD erklärte uns der Referent in einer PowerPoint-Präsentation zunächst den Aufbau der Europäischen Zentralbank und das Europäische System der Zentralbanken (ESZB). Hierbei war es interessant zu erfahren, dass nicht alle Mitgliedstaaten des ESZB den Euro, dessen Einführung 1992 in den Maastrichter Verträgen beschlossen wurde und der seit 2002 als Zahlungsmittel ausgegeben wird, eingeführt haben.



17 europäische Staaten habe die Gemeinschaftswährung eingeführt. Für diese Länder bestimmt die EZB die Geldpolitik. Das Ziel, Preisstabilität zu gewährleisten, genießt dabei oberste Priorität. Die Stabilisierung von Mitgliedstaaten, die kurz vor dem Staatsbankrott stehen, oder niedrige Zinsen zur Ankurbelung der Konjunkturen, wie dies jetzt in der Krise geschieht, sind von untergeordneter Bedeutung. Als preisstabil gilt eine durchschnittliche Inflationsrate von unter, aber nahe bei 2%. Die Steuerung der Inflation erfolgt durch die Maßnahmen wie der Festlegung des Leitzinses, zu dem die Geschäftsbanken der Mitgliedstaaten bei der Europäischen Zentralbank Geld aufnehmen können, des Spitzenrefinanzieungssatzes mit kürzerer Laufzeit und der Einlagefazilität, das ist der Zinssatz, zu dem die Geschäftsbanken überschüssige Liquidität bei der EZB anlegen können und die Begrenziung oder Ausweitung der Geldmenge. Neben der gemeinsamen Geldpolitik wird eine enge Koordinierung der Wirtschaftspolitik zwischen den Mitgliedsstaaten angestrebt.
Ein stabiler Euro schafft gute Perspektiven für die Wirtschaft und stärkt die Stimme der EU in der Weltwirtschaft.
Carsten Hesebeck zeigte uns in seinem etwa 1,5-stündigen Vortrag die Bedeutung der Europäischen Zentralbank auf und war offen für all unsere Fragen.



Langweilig ? Tja, Geldpolitik ist vielleicht nicht jedermanns Sache und erscheint dem einen oder anderen trocken. Hektische Betriebsamkeit wie bei der Konstruktion des Euro-Rettungsschirms im Mai 2010 oder abenteuerliche Maßnahmen wie der Ankauf von Staatsanleihen maroder Staaten wie Griechenland und Portugal wie zurzeit sind zwar aufregender, jedoch Indikatoren der tiefgreifenden Währungskrise. Dann ist die „langweilige“ Variante der Geldpolitik, die in einer behutsamen Geldmengen- und Leitzinssteuerung besteht, doch vorzuziehen.


Referent Carsten Hesebeck mit den Moderatoren Hanno Güllicher und Alexander Faid, 12g

Letztendlich zeigt uns die Krise des Euro in Ländern wie Griechenland oder Irland, wie wichtig neben einer gemeinsamen Geldpolitik eine gemeinsame Wirtschaftspolitik für die Stabilität unserer Währung und die Stärke der Stimme der EU in der Weltwirtschaft wäre.

Vivien Valentiner, 12g
15.1.2010

Fotos: © A. Laufkötter, Oberschule zum Dom
Wir danken Herrn Laufkötter für die Überlassung des Copyrights!

 
Thomas-Mann-Schule  - Thomas-Mann-Str. 14 - 23564 Lübeck - Tel. 0451/1228614  - Fax. 0451/1228621
Impressum