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Podiumsdiskussion mit dem Nahostexperten
Prof. Udo Steinbach




„Israel bewilligt Neubauten“, lautet eine Schlagzeile in der Süddeutschen Zeitung vom 8.9.09. „Israel baut und baut – Wohnungen im besetzten Gebiet genehmigt“, konnte der Frankfurter Rundschau vom gleichen Tag entnommen werden. Welche Zeitung man auch liest, überall stolpert der Leser über den Nahost-Konflikt – eine oft gewaltsame geführte Auseinandersetzung zwischen Israel auf der einen und den in den Autonomiegebieten Gaza und Westjordanland lebenden Palästinensern sowie den umliegenden arabischen Staaten auf der anderen Seite. Der Konflikt, der schon vor der israelischen Staatsgründung 1948 begann,  konnte trotz oder gerade wegen seiner internationalen Verwicklungen bis heute nicht friedlich beigelegt werden.

Da der Nahe Osten im Moment auch den WiPo-LK des 13. Jahrgangs der Thomas-Mann-Schule im Unterricht beschäftigt, wurde der Nahost-Experte Professor Udo Steinbach in die Schule eingeladen, wo er im umgebauten „Lernzentrum“ auf ein ca. 120-köpfiges, interessiertes Publikum aus überwiegend Schülern traf.
Organisiert und geleitet wurde die Veranstaltung von den Schülerinnen Lisa Buchholz, Janina Jäger, Elisa Rechter und Anne-Marie Detlef, die auch die Moderation übernahm.



Nachdem sich die Schüler des 13. Jahrgangs, angeleitet von den Mitgliedern des Wipo-Leistungskurses in der dritten und vierten Stunde das notwendige Hintergrundwissen angeeignet hatten, beantwortete Professor Steinbach in der anschließenden Doppelstunde Fragen zu den Ursachen des Konfliktes, möglichen Lösungen und über die Rolle der EU, der UN und der USA im Nahen Osten.

Eines der ersten Themen war der oben angesprochene Siedlungsbau, den Professor Steinbach als Provokation und Völkerrechtsverletzung gegenüber den Palästinensern entschieden kritisierte. „Nur ein Siedlungsstopp und ein Rückbau der bestehenden Wohnungen können eine Annäherung an einen Friedensprozess sein!“, so der 66-Jährige, in Pethau geborene Islamwissenschaftler.



Professor Steinbach betonte die Verantwortung der EU für die Beilegung des Konflikts und hielt mit seiner Kritik an der amerikanischen Nahostpolitik insbesondere unter Präsident Bush nicht hinterm Berg. Den Schülern rief er zu: „Zunächst möchte ich sagen, dass ich gerne hier bin! (…) denn ihr seid diejenigen, die Weichen stellen können und unsere Hoffnungsträger seid. Aber Sie merken schon, zu dem Thema ‚Rolle der EU’ fällt mir nicht viel ein!“  Damit spielte er auf die seiner Meinung nach übertriebene Zurückhaltung der Europäischen Gemeinschaft an, von der er eine klare Verurteilung der israelischen Völkerrechtsverletzungen forderte.
In der abschließenden Podiumsdiskussion stand Herr Steinbach zu allen Fragen Rede und Antwort.



Ob er an eine konfliktfreie Zukunft glaube, wollte einer der Schüler wissen, worauf  Prof. Steinbach entgegnete: „Ich weigere mich, auf die Frage zu antworten. Jetzt stehen die Zeichen auf  Krieg - gegen den Iran. Wir müssen dieses Jahr abwarten.“, womit er ein recht düsteres Bild von der so konfliktträchtigen Region zeichnete.

In den eineinhalb Stunden gab der Referent Udo Steinbach den Schülern des 13. Jahrgangs einen eindrucksvollen Einblick in die Komplexität und Aktualität des Nahost-Konflikts, an dem in den kommenden Unterrichtsstunden exemplarisch grundsätzliche Fragen und Probleme in den internationalen Beziehungen erarbeitet werden sollen.



Hannes K. (LK-Wipo, 13.Jg.)
21.09.2009

Fotos: © LK WiPo

 
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