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AG-Angebot MUNOL  - Thimun 2008

WIWAG 2008

THIMUN 2009

"Tunisia?" – "Present!"

Für mich ist es die erste THIMUN- Konferenz. Ich muss mich erst mal zurechtfinden in dem riesigen Gebäude und den großen Committees und Commissions. Um mich herum sind lauter Jungen und Mädchen in Anzügen und schicken Röcken. Teilweise kommen sie von internationalen Schulen oder sprechen Englisch als ihre Muttersprache. Ich bin eine der wenigen „Normalen“. Meine Eltern kommen nicht aus Amerika oder England und für so eine internationale Schule bin ich auch nicht qualifiziert genug. Kurz gesagt: Ich fühle mich wirklich klein.

Auch dieses Jahr haben sich wieder politisch interessierte TMS’ler gefunden, die an der größten MUN Europas teilnehmen wollen. Unsere Delegation vertritt das Land Tunesien. In vorbereitenden Treffen haben sich alle mit den Themen in ihren Commissions und Committees auseinander gesetzt und an Resolutionen und policy statements gearbeitet. Die Erfahrenen helfen den weniger Erfahrenen, Fragen werden geklärt, es herrscht ein wirklich nettes Klima in der Gruppe. Begleitet von Frau Hohenfeld und Frau Petzold geht es mit dem Zug von Lübeck nach Den Haag. In der Jugendherberge werden erst mal die Koffer ausgepackt, die Blusen, Hemden und Anzüge ordentlich im Schrank verstaut, damit es auch ja keine Fältchen gibt. Danach vertreten sich die meisten nach der langen Zugfahrt die Beine. Manch einer ist schon zum dritten Mal dabei und kann den anderen die Umgebung zeigen. Anschließend gibt es Abendessen und ein Treffen in der Bibliothek der Jugendherberge folgt, bei dem wir unsere badges und andere wichtige Utensilien bekommen.

Am nächsten Morgen wird es ernst. Nach einem ausgewogenen Frühstück geht es mit der Tram zum World Forum Convention Center (WFCC), in dem die Konferenz stattfindet. Die ganze Fahrt über macht sich ein mulmiges Gefühl in meinem Bauch breit, aber als ich dann die vielen adrett gekleideten Menschen sehe, die zum WFCC zu pilgern scheinen, weiß ich, dass ich nicht alleine bin. Als dann endlich der richtige Raum gefunden ist, findet man sich schon in Gesprächen mit anderen Delegierten wieder. Es ist erstaunlich, wie schnell man neue Kontakte knüpft. Bei einem Treffen der beiden Human Rights Subcommissions lernen wir unsere chairs kennen und man erklärt uns den Ablauf der Woche. Außerdem wird die Anwesenheit der Delegierten überprüft. Ich schäme mich ein bisschen, da ich viele der genannten Länder geographisch nicht benennen kann. Anschließend folgt das ‚Merging’, bei dem sich die Delegierten zusammenschließen und gemeinsam an einer Resolution arbeiten. So geht es bis ca. 15 Uhr, dann folgen die Eröffnungsreden, die man sich entweder im World Forum Theatre oder in einem Saal auf einer Leinwand anschauen kann. Gegen 16:30 Uhr sind wir wieder zurück in der Jugendherberge und ich bin ziemlich erschöpft, aber auch neugierig und voller Vorfreude auf die nächsten Tage.

Am zweiten Tag gehe ich schon ein bisschen selbstbewusster in das WFCC, obwohl ich mir vollkommen bewusst bin, nur eine von etwa 4000 zu sein. Es folgen Eröffnungsreden von den Delegierten der Human Rights Commission. Anschließend folgt eine Stunde Zeit zum ‚Merging’. Nach dem Lunch geht es dann endlich los mit dem Debattieren. Ich habe großen Respekt vor den Delegierten, die scheinbar nicht nervös sind, wenn sie vor so vielen Leuten sprechen. Ich fühle mich viel zu klein und unwichtig, als dass ich selbst so gute Reden halten könnte. Gegen 17 Uhr geht es wieder zurück in die Jugendherberge. Müde fallen irgendwann alle in ihre Betten.

Am Mittwoch sind wir „nur“ von 9-14 Uhr ‚in session’. Ganz stolz bin ich, da ich eine Frage an einen Delegierten gestellt habe. Nachmittags haben wir Freizeit. Manche nutzen die Zeit zum Schlafen, einige fahren zum Einkaufen mit der Tram nach Den Haag und der andere besichtigt lieber Utrecht.
Eine Sehenswürdigkeit ist das Kriegsverbrechertribunal des ehemaligen Jugoslawiens, das direkt gegenüber vom WFCC gelegen ist. Am Donnerstag sind wir dann den ganzen Tag bis 17 Uhr am Debattieren und abends ziemlich erschöpft.

Der Freitagmorgen wird genutzt, um über letzte Resolutionen zu debattieren. Auch ich nutze diese Chance und ergattere das Podium. Nervös schreite ich nach vorne, immer darauf bedacht, nicht aus Versehen hinzufallen. Doch schon nach dem ersten Satz verfliegt jegliche Scheu, vor den anderen Delegierten zu sprechen und ich gehe stolz auf meinen Platz zurück. Auch wenn unsere Resolution nicht durchgekommen ist, bin ich froh, mich dieser kleinen Herausforderung gestellt zu haben. Nach dem Lunch folgt eine Sitzung der beiden Human Rights Subcommissions und gegen 15:30 Uhr beginnt die ‚Closing Ceremony’. Damit ist die 41. THIMUN Konferenz offiziell beendet.
Doch für uns stehen abends noch der Partyabend im WFCC und am Samstag die Heimreise an.Nach einer kurzen Nacht geht es wieder mit dem Zug Richtung Heimat. 

Alles in allem war THIMUN 2009 eine Herausforderung und eine wirklich tolle Zeit voller Spaß und neuer Erfahrungen und wir freuen uns alle auf ein nächstes Mal. THIMUN 2010 kann kommen!
     
Vivien
09.02.2009






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