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AG-Angebot MUNOL  - Thimun 2007

THIMUN 2009

THIMUN 2008

The Hague International Model United Nations
(27.01. – 01.02. 2008 )

Wie bereits seit vielen Jahren besuchte auch in diesem Jahr eine Delegation der Thomas-Mann-Schule die Thimun Konferenz, eine Simulation der Vereinten Nationen,  in Den Haag. 12 Schüler und Schülerinnen aus den Jahrgängen 10 bis 13 verfassten zusammen mit weiteren ca. 4000 Schülern und Schülerinnen aus ungefähr 100 verschiedenen Ländern eine Woche lang Resolutionen zu aktuellen Weltproblemen in Bereichen wie Menschenrechte, Abrüstung oder Entwicklungshilfe.

Das zentrale Thema in diesem Jahr lautete Climate Change.  Unsere Schüler und Schülerinnen vertraten die Côte d’Ivoire. Bereits im Vorfeld hatten sie sich über das afrikanische Land genau informiert und bereits Entwürfe für Resolutionen geschrieben, um es während der gesamten Konferenz in englischer Sprache gut vertreten zu können.

Insgesamt trägt die Konferenz nicht nur der Verbesserung der Englischkenntnisse der Schülerinnen und Schüler bei, sondern sie bietet vielmehr eine Fülle interessanter Begegnungen mit jungen Menschen aus aller Welt sowie Einblicke in Themen, die die Welt bewegen.

Nicht zuletzt dient die Teilnahme an dieser Tagung unseren Schülerinnen und Schülern auch zur Vorbereitung der "Model United Nations of Lübeck",  einer Konferenz, die alljährlich von den Schülern der Thomas-Mann-Schule veranstaltet wird. In diesem Jahr (Termin 24. - 29.04.2008) werden wieder zahlreiche Gäste aus vielen europäischen Ländern erwartet.

Die hohen Kosten der Fahrt, im wesentlichen getragen von den Eltern der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wurden durch Zuschüsse der Schulelternschaft (Kulturmark) und folgender Sponsoren maßgeblich gesenkt: 

Carl - Duisberg - Stiftung
Gustav - Jäde - Stiftung
Michael - Haukohl - Stiftung





Sabine Hohenfeld und Miriam Petzold
17.02.2008


Ein persönlicher Bericht von Niko (10. Klasse)

THIMUN 2008

Es ist 5:45 Uhr. Sonntagmorgen. Lübeck schläft noch. Am Bahnhof steht eine Gruppe von 12 Schülern in Begleitung von Frau Hohenfeld und Frau Petzold: Es geht nach Den Haag, genauer zu „The Hague International Model of United Nations“. Eine Delegation der TMS hat wieder einmal die Chance bekommen, an der größten Schüler-MUN überhaupt teilzunehmen. Für mich ist es das erste Mal in Den Haag. Gespannt bin ich auf das, was mich erwartet: 3500 junge Menschen in Anzügen, Komitees und Kommissionen, die so groß sind wie die General Assembly bei Munol (Model United Nations of Lübeck), viele Muttersprachler und das englische Debattieren.

Der Schlafrhythmus ist aufgrund so frühen Aufstehens ein wenig dahin. Wir nutzen die Zeit zum Schlafen, andere sehen Doctor House, man spielt Karten. Und immer wieder flackern Gespräche auf über Côte d’ Ivoire (Elfenbeinküste), die wir vertreten werden. Dieses durch politische Instabilität in zwei Hälften geteilte Land birgt durch die prekäre Lage einen gewissen Reiz, wie wir schon in den Treffen zuvor übereinstimmend feststellten. Ideen zu Resolutionen werden herumgereicht und Fragen beantwortet. Erfahrene Leute helfen den unerfahrenen. Eine wirklich nette, lockere Atmosphäre begleitet uns die ganze Zeit.

Am Nachmittag kommen wir in Den Haag, ganz in der Nähe unserer Jugendherberge, an. Als erstes werden die Anzüge in die kleinen Schränke gehängt. Nach kurzer Zeit wollen wir uns dann die Beine vertreten und Den Haag ein wenig kennen lernen. Für andere ist es das dritte Mal hier und sie wissen schon genau, was sie den anderen zeigen können.

Diese
Stadt (
475 000 Einwohner) gefällt. Die Mischung aus modernsten Bürohäusern und imposanten alten Gebäuden, das bunte Treiben der Menschen und die Internationalität dieser Stadt tragen dazu bei. Um 18:00 Uhr gibt es Abendessen. Danach trifft man sich in der Bibliothek der Jugendherberge. Unsere Ausweise werden uns ausgehändigt. Den ersten Abend verbringen wir in der hauseigenen Bar am Tresen und am Billardtisch.

Am nächsten Morgen wird es ernst: Gestärkt durch ein Frühstücksbuffet steigen wir in die S-Bahn, die unweit des Tagungsortes, dem „World Forum Convention Center“, hält. Zusammen gehen wir die 300 Meter bis zum WFCC. Einige von uns müssen sich auch in einem benachbarten Hotel einfinden. Je näher man dem Center kommt, um so spannender wird es, um so mehr Leute eilen um einen herum, um so schwieriger wird es, sich in dem Gewusel nicht zu verlieren, aber schließlich müssen wir uns pünktlich um 9:00 Uhr sowieso alle, jeder in seiner eigenen Kommission, Unterkommission oder in seinem Komitee, befinden. Bis 15:45 Uhr steht „Merging“ auf der Tagesordnung. Das bedeutet, dass sich Delegierte, die Resolutionen oder wenigstens Ansätze zu demselben Thema ausgearbeitet haben, zusammentun und diese dann in einer gemeinsamen Resolution zusammenfassen. Dieser Prozess hat mir am meisten Spaß gemacht. Man muss dabei sehr an die Interessen seines zu repräsentierenden Landes denken und diese vehement vertreten, was eine richtige Herausforderung sein kann. Ich bin in der Special Conference on Climate Change und unsere Merging-Gruppe hat am Ende des ersten Tages eine Resolution über Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit der Agrarkultur in Zeiten des Klimawandels zur Hälfte ausgearbeitet. Um 16:00 Uhr startet dann die Eröffnungszeremonie, deren Höhepunkt eine persönliche Videoansprache von Bill Clinton ist. Nur drei Delegierte von uns sind befugt, den anschließenden Reden live beizuwohnen. Wir anderen sitzen gebannt vor einem der zahlreichen Fernseher, um dies zu tun. Der erste Tag THIMUN ist zu Ende.
Unser Elan noch etwas durch das abendlich nächtliche Den Haag zu ziehen nicht. Wir fallen gegen Mitternacht erschöpft ins Bett.

Die Tage zwei, drei und vier verlaufen ähnlich. Ab dem zweiten Tag, Dienstagnachmittag, beginnen wir zu debattieren. Meine Konferenz ist mit ca. 220 Delegierten eine der größten. Ich trete in den Tagen ein paar Mal nach vorne und versuche so gut es geht, aktiv an den Debatten teilzunehmen. Es ist schon beeindruckend, was einige Menschen an Wissen darlegen und an Präsenz stundenlang aufbringen können. Wiederum andere lassen sich tagelang nur berieseln. Es ist toll, dass jeder Teilnehmer unserer Lübecker TMS Delegation (manchmal auch mehr als) ein „kleines Wörtchen mitzureden hatte“; sei es beim Merging oder in den folgenden Debatten. Mehr kann man meiner Meinung nach bei ca. 200 Delegierten in jedem Saal nicht erwarten. Und schließlich ist Englisch für uns eine Fremdsprache.

Am Mittwochnachmittag ist frei. Diese Zeit nutzen einige, um das Kriegsverbrechertribunal des ehemaligen Jugoslawiens zu besuchen. Andere gehen in die Innenstadt von Den Haag oder ruhen sich einfach nur aus.

Am Freitag stehen dann die „Plenary Sessions“ auf dem Programm. Dort halten die Kommissionen, die zuvor in zwei Unterkommissionen geteilt worden sind, ihre Vollversammlungen ab. Resolutionen, die durch die Unterkommissionen verabschiedet worden sind, müssen nun noch einmal in der Vollversammlung abgesegnet werden. Ähnlich funktioniert die Generalversammlung, die nun auch tagt. Dort wird über Resolutionen, die in den einzelnen Komitees befürwortet worden sind, noch einmal debattiert und abschließend abgestimmt.

Letztes Ereignis ist die Abschlusszeremonie. Besser als die Rede des Generalsekretärs gefällt uns der Flaggenausmarsch und die Percussiongruppe, die den Ausmarsch der Botschafter mit ihren Flaggen untermalt. Für mich ist das schon ein ergreifender Moment, der da den Schlusspunkt der ganzen Veranstaltung setzt. Ein wirklich rundes THIMUN 08 mit viel weltpolitischem Inhalt, mit dem Ziel sich der Bedürfnisse der Welt anzunehmen, sich damit zu beschäftigen und als ersten wichtigen Schritt ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, geht hier gerade zu Ende.

Mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck treten wir am nächsten Morgen die Rückreise an. Die Stimmung in unserer tollen Reisegruppe, die stets ein harmonisches Miteinander praktiziert hat, ist wie immer einfach nur toll. Ich kann nur sagen: „THIMUN 2009, wir kommen wieder!“ 


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