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Fächerübergreifender Unterricht in der Orientierungsstufe 
 
Mit Jeans in die Steinzeit

Aus dem Leben der Schülerinnen und Schüler der 6c

Franziska und Alina mit ihren Feuersteinen


Die jungen Menschen formen Schalen aus Lehm – ohne Töpferscheibe, denn die ist noch nicht erfunden. Gleich neben ihnen weben einige Kinder ohne Webstuhl und nur einige Meter weiter üben sich drei Mädchen im Bogenschießen. Dazwischen finden sich fünf Jungen zusammen und beginnen Speer- und Pfeilspitzen aus Feuersteinknollen zu schlagen. Da kommt Franziska und zeigt stolz, wie scharf ihr Feuersteinmesser ist. Es ritzt mühelos in Arnes Daumen, der sofort blutet. Auch das Papier, das Alina hinhält, bleibt nicht heil... .
 Moment mal!!! ??? Feuerstein und Papier – das gehört doch nicht zusammen. Stimmt. Auch die Kleidung der Kinder, nämlich T-Shirts und Jeans, passen nicht in die Zeit, in der sie sich bewegen. Und doch, so ist es geschehen --- mitten  in Lübeck, im Jahr 2005:

Die Klasse 6c der TMS reist für 3 Monate in die Steinzeit, das heißt also,
etwa 300.000 Jahre in die Vergangenheit. Zwischenzeitlich waren wir sogar noch weiter von unserer heutigen Zeit entfernt, als wir nach unseren eigenen Wurzeln suchten und damit nach den Ursprüngen der Menschheit.


Alina und Kristin stellen den Australopithecus Africanuns und Tobias und Fabian den Paranthropus Robustus vor, die zu unseren frühen Vorfahren gehören und eigentlich noch keine Menschen waren

Wie das alles möglich war? Ganz einfach: Im Deutschunterricht sollte das Buch „Mit Jeans in die Steinzeit“ von Wolfgang Kuhn gelesen werden. Wer konnte denn ahnen, dass die 26 Schülerinnen und Schüler von diesem Thema gar nicht genug bekommen konnten? Während die Hauptheldin des Romans in Südfrankreich auf den Spuren unserer Vorfahren forschte, taten wir es ihr gleich in unserer Umgebung.

Wo aber findet man die Steinzeit in Lübeck?

Zuerst mal natürlich in der Bibliothek oder im heimatlichen Bücherregal. Jeder Schüler stellte am Ende der Unterrichtseinheit ein Buch zu diesem Thema vor.


Hier sind wir alle mit unseren Büchern und Steinzeitheftern, in denen wir alle Forschungsergebnisse sammelten

Dann gab es eine Ausstellung im Naturkundemuseum zur Eiszeit und zu Höhlenmalereien. Da fanden wir dann genau die Bilder, die auch die Hauptheldin unseres Buches entdeckt hatte. Das reichte uns nicht und so forschten wir an einem Projekttag im Internet und lernten auf einer virtuellen Führung die Höhle von Lascaux kennen und probierten aus, wie und warum die Cro-Magnon Menschen (so heißen die Steinzeitmenschen eigentlich richtig) die Höhlenwände bemalten.


Luca, Tobias und Lukas  zeigen ihre Arbeitsergebnisse
zu Jagd- und Bestattungsritualen


Linda, Franziska, Charline erforschten die Kultur und Kyra und Sandra die Eiszeit

Und dann reisten wir tatsächlich in ein Steinzeitdorf. In Kussow bei Grevesmühlen haben Historiker nach alten Funden ein Steinzeitdorf aufgebaut. Also, dass Bogenschießen so schwer sein könnte, hätte niemand gedacht. Auch Töpfern und Weben ging unseren Vorfahren leichter von der Hand, aber Spaß hat es auf alle Fälle gemacht.


Marvin, Marc und Felix hatten sich genau damit beschäftigt.
Sie erklärten uns, wie die ersten sesshaften Menschen lebten und arbeiteten
Die Vorstufe dieses Menschen, den frühen Homo Sapiens, stellten uns Arne und Hendrik vor


Mit diesen Vorurteilen räumten Valerie, Angelina und Anna-Lena auf.

Und der Neandertaler??? Nein, er war kein brüllender Tollpatsch und auch nicht unser direkter Vorfahr.



Lutz und Felix erklärten uns am Homo Habilis und Tilo und Dustin am Homo Erectus, wie die ersten Menschenarten ausgesehen und gelebt haben

Doch das war nicht alles. Der Kunstunterricht bei Frau Marten blieb nicht verschont von der Faszination des Themas. Plötzlich brachten alle alte Schuhkarton und kleine Fellreste, es wurde nach Naturfarben gesucht und zum Schluss entstanden viele Abris. Nie gehört? Ein Abri ist eine Mulde im Felsen, die so groß ist, dass sie mehreren Mensch Schutz gewährt. Dort lebten die Cro-Magnon Menschen mit ihren Familien. Das waren keine Höhlen, wie wir ursprünglich glaubten, denn in Höhlen lebten diese Menschen gar nicht. Dort malten sie nur Tiere an die Wände und nutzten sie für Jagdrituale. In den Abris aber waren sie vor schlechtem Wetter geschützt, ohne in einer dunklen Höhle hausen zu müssen.


Unsere Abrissammlung



Tobias und Dustin mit ihren Abris

Das war unser Deutschunterricht. Naja, wenn wir ganz ehrlich sind, war es auch Deutschunterricht. Es steckten die Fächer Geschichte, Biologie, Erdkunde, Kunst und Religion in allen Stunden. Wir haben verschiedene Romane kennen gelernt, das Internet durchstöbert, wissenschaftliche Texte studiert, Bilder in Sachbüchern bestaunt, Steine behauen, über Knochenfunde spekuliert und am Schluss doch gut verstanden, wo wir herkommen, welch langen Weg der Mensch gegangen ist, um so zu werden, wie wir heute sind.

Und Spaß hat es auf alle Fälle gemacht.


Hier kann man uns alle noch mal sehen mit unseren Steinzeitordnern, die all unsere Forschungsergebnisse enthalten.


Fächerübergreifender Unterricht in der Orientierungsstufe - 
Klassenlehrerin: Frau Heilmann

Bilder und Texte:
© Irmtraud Heilmann und Schülerinnen und Schüler der 6c

     23.02.2006     

Links:
http://www.geschichtsunterricht-online.de/steinzeit.htm
http://www.muenster.de/~rsbstein/steinzeit/index.htm


 
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