"Atlasspinner" im Erdkundeunterricht - 
und wie es dazu kam ...

Ein Stoff so fein wie Seide ... 

In diesem Film wird die Seidenherstellung in Bangalore (Indien) vom Ei bis zum farbigen Stoff gezeigt. Indien ist weltweit nach China der zweitgrößte Seidenproduzent.

Der Maulbeerspinner wird schon lange in Indien und auch in China gezüchtet. Oft ist die ganze Familie an der Zucht der Raupen beteiligt. Die Arbeit ist so aufgeteilt, dass zum Beispiel die Kinder schon in jungen Jahren Maulbeerblätter ernten. Die Eltern dagegen übernehmen oft die Fütterung der Raupen. Wenn sich dir Raupen verpuppt haben, werden die fertigen Kokons auf Märkten in Indien versteigert und verkauft.

Von solchen Märkten gelangen die Kokons in große Fabriken. In diesen Fabriken werden die Raupen in den Kokons als erstes abgetötet. Oft werden gerade die Kinder damit beauftragt, die Kokons zu kochen, damit sich der Faden langsam löst. Dann werden die heißen Kokons in Becken gebracht,  wo immer 5-6 Hauptfäden an einer rotierenden Stange befestigt und gehaspelt werden. So entsteht die Rohseide. Nach weiterer Verarbeitung wird daraus der Seidenfaden gewonnen, der in den schönsten Farben eingefärbt und zu wertvollen Stoffen verarbeitet werden kann.

Der Anbau der Maulbeerbäume und die Seidenproduktion schaffen viele Arbeitsplätze, mehr als jeder andere landwirtschaftliche Betriebszweig. Den Kleinbauern sichert die Kokonproduktion das Überleben, aber Kinderarbeit und Verschuldung sind die Kehrseiten der Medaille.

Nachdem wir den Film gesehen und darüber gesprochen hatten, brachte Florian drei Raupen des Atlasspinners mit in den Unterricht. Er hatte Informationsmaterial zu diesem Falter zusammengestellt und berichtete über sein Hobby, die Seidenraupen.

Atlasspinner -  Attacus atlas 




Der Atlasspinner gehört zur Familie der Augenspinner (Saturniidae). Diese Familie von äußerst großen Faltern kommt hauptsächlich auf dem asiatischen Kontinent vor. Es wird geschätzt, dass etwa 500-600 Falter zu ihr gehören. 

Der Atlasspinner hat ein äußerst großes Verbreitungsgebiet. Es erstreckt sich von Indien über Indonesien und Malaysia bis nach China. Von dieser Art gibt es besonders viele Unterarten, doch es wird angenommen, dass noch nicht einmal die Hälfte dieser Familie bekannt ist. 

Die Flügeloberfläche von Attacus atlas imperator ist größer als die irgendeines anderen Schmetterlings. Atlasspinner weisen an der Spitze ihrer Vorderflügel eine sehr auffällige Zeichnung auf, die einem Schlangenkopf ähnelt. Damit halten sie Feinde oft weit weg. 

siehe: http://www.bird-eating-spiders.de/atlas.htm

Doch außerdem hilft auch ihre Größe bei der Abwehr von Feinden. Die Raupen ernähren sich von den Blättern zahlreicher Baumarten. Vor allem ernähren sie sich aber von Liguster und Flieder. Der Körper der sehr großen Raupen ist von fleischigen Auswüchsen bedeckt, und die Tiere sind weiß „gepudert“. Sie tarnen ihre Kokons geschickt, indem sie sie an ein Blatt spinnen. Aus den Kokons (ca. 6 cm lang) des Atlasspinners wird die so genannte Fagaraseide hergestellt. 

Die Flugzeit des Atlasspinners ist nur sehr kurz, denn er kann keine Nahrung aufnehmen.


Raupen des Atlasspinners



Links: 

Ein Stoff so fein wie Seide - Schulfernsehen
Attacus atlas- private Homepage (deutsch)

Entwicklungsländerstudien / hrsg. von Margarete Payer. -- Teil I: Grundgegebenheiten. -- Kapitel 8: Tierische Produktion. -- 9. Seidenraupen / zusammengestellt von Alois Payer. URL: http://www.payer.de/entwicklung/entw0891.htm

Texte und Bilder: © Florian  8b, S. Wessin
21.7.2004

 
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