Die TMS bei der Deutschen Schulschachmeisterschaft oder
Die komplizierteste Vergeudung menschlicher Intelligenz außerhalb einer Werbeagentur (nach P. Marlowe)

Tag 1
Am Morgen des 2. Mai 2013 machen sich Alexander, Anton, Mika  und Hanno in Begleitung von Jens Maly, Jugendwart des Lübecker Schachvereins, auf nach Bad Homburg zur Deutschen Schulschachmeisterschaft 2013. Bei allen mit dabei sind riesige Vorfreude und Motivation, jahrelanges Training, Erfahrung bei großen Schachturnieren und der feste Vorsatz, ihre Schule und ihr Bundesland auf 64 Feldern heldenhaft zu vertreten.
Nach siebenstündiger Reise, Alexander betreibt Eröffnungsanalyse, Hanno chillt, Anton ist krank und bemüht, sich nicht zu übergeben und Mika sorgt für gute Laune, ist Ankunft in der Jugendherberge.
Zimmer beziehen, offizielles Mannschaftsfoto, Teambesprechung, ein bisschen Tandemschach, Abendessen und als Jens wild entschlossen für Nachtruhe sorgen will, schlafen die vier Jungs schon längst.

Tag 2
Heute geht es los. Die TMS-Mannschaft ist aufgrund ihres DWZ-Durchschnitts (Deutsche Wertungszahl) auf Rang 7 gesetzt. Gespielt werden 7 Runden nach Schweizer System, 60 min. Bedenkzeit pro Spieler und Partie, es besteht Notationspflicht bis 5 min. vor Blättchenfall und es gelten die internationalen FIDE-Schnellschachregeln.
Um 9.00 warten vier Hessen. Mika entfesselt einen Sturm auf die gegnerische Königsstellung, erobert einen Turm und den Punkt. Hanno knallt ein paar Kraftzüge aufs Brett und bringt seinen Gegner schnell zur Strecke. Alexanders Gegner wehrt sich lange, aber erfolglos. Antons Gegner stellt im Endspiel zwei Springer ein, glatter Selbstmord.
                                                                                                                             
4:0 für die TMS. Jens gibt seinen Senf dazu und freut sich.
Nach dem Mittagessen gegen die Saarländer, auf Rang 2 gesetzt. Alexander hat eine schwierige und unübersichtliche Stellung auf dem Brett und bekommt Remis angeboten. Geschickt wartet er ab, bis Anton mit dem Läuferpaar die gegnerischen Streitkräfte lahmgelegt hat und willigt ein. Mikas Gegnerin ruiniert sich eine ausgeglichene Stellung, der Matttod folgt einzügig. Nach beidseitigem Blindekuh kann Hannos Gegnerin fast alles Holz einsammeln und nimmt ihm die Lust am Weiterspielen.
                                                                                                   
2.5:1.5 für die TMS, Jens ist völlig aus dem Häuschen.
Um 19.00 Uhr gegen die hoch favorisierten Sachsen. Auf der Suche nach neuen Abenteuern greift sich Hanno einen vergifteten Bauern, was die Dame kostet und den Punkt. Alexander an Brett 1 hat einen der besten U12-Spieler bundesweit vor sich, er wehrt sich mit Händen und Füßen, kann am Ende aber den freien a-Bauern nicht aufhalten. Antons Gegner bricht nach starkem Angriff die Festung des Königs auf, woraufhin sich dieser bald ergibt. In der Hitze des Gefechts passt Mika einen Moment nicht auf, schwupps-da war der Läufer weg.                                                                                                                     
0:4, war zu erwarten und die Jungs sind sich einig, dass Jens es auch nicht viel besser hingekriegt hätte.



Tag 3
Um 9.00 gegen Thüringen. Alexanders Gegnerin ist völlig überfordert und muss erst eine Figur geben, später den Punkt. Antons Gegner kriegt schwache Bauern verpasst, gute Zielscheiben im Endspiel. Mikas Gegner kann einen Bauern verspeisen und lässt sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Durch eine Nachlässigkeit in der Eröffnung gerät Hanno in einen vernichtenden Angriff und stellt die Uhr ab.       
                                                                                                    
2:2, Jens hat sich das anders vorgestellt und gibt Tipps für die nächste Runde.
Nach dem Mittagessen gegen Württemberg. Anton ankert im Remishafen, da sein Springer dem gegnerischen Läufer im zweiflügeligen Endspiel unterlegen ist. Hanno ist vom Evansgambit seiner Gegnerin völlig überrascht. Mika kann einem verlockenden Angriff nicht widerstehen, dabei kommt eine Figur abhanden, die anfänglichen Siegchancen sind zerronnen. Einzig Alexander fährt souverän den vollen Punkt ein.                                                                                                   

1.5:2.5 , dumm gelaufen. Einlauf von Jens, Hanno kennt jetzt Evansgambit.
Um 19.00 komme schon wieder Hesse (Ausrichterfreiplatz). Mika agiert ungestüm, missachtet die drohenden Wolken über seiner Stellung und muss die Waffen strecken. Alexander stellt seinen Gegner vor unlösbare Probleme und Hanno verliert in einem Knäuel taktischer Verstrickungen den Faden und die Partie. Anton kann in ein gewonnenes Turmendspiel abwickeln.      
                                                                                                          
2:2  Jens ist nicht begeistert, aber satt und zufrieden, da zum Abendessen gegrillt wurde.

Tag 4
Um 9.00 gegen Berlin. Wieder ein Riese an Brett 1 für Alexander, gegen den er nach Materialverlust die Segel streichen muss. Anton kann einen Freibauern in einen Springer verwandeln, der gegnerische König zappelt im Mattnetz. Hannos passive Verrammelungstaktik beschert ihm eine nicht zu haltende Stellung und kein Notausgang auf der i-Linie! Mikas Gegner lässt sich in keinen der ausgelegten Fallstricke locken, die Kontrahenten schließen Frieden und teilen sich den Punkt.                                                                                      

1.5:2.5
Nach 28 Schachpartien, Partieanalysen, Fußballspielen, reich an neuen Erfahrungen und gemeinsam Erlebtem findet sich die TMS im Mittelfeld auf Platz 11 wieder. Mit etwas Glück wäre vielleicht mehr drin gewesen, bei der Siegerehrung noch eine schöne Überraschung, Anton ist Brettbester an Brett 2.



Die lange Rückfahrt verläuft planmäßig und Jens sieht entgegen anders lautender Ankündigung davon ab, die Jungs in Frankfurt doch noch zu verprügeln.

Alexander, Anton, Mika und Hanno danken der Kulturmark und Möbel Pfiff für die finanzielle Unterstützung, Jens Maly für die schachliche und sonstige Rundumbetreuung und Torsten Rieß für seinen organisatorischen Einsatz. Und ein Dank geht an den Schulverein, der auch dieses Ereignis gesponsort hat!

Zusammengetragen von Anton und Stefanie Kroschel
21.05.2013


Lübecker Schachturnier 2010

Nikolausturnier in Kiel 2010


Thomas-Mann-Schule  - Thomas-Mann-Str. 14 - 23564 Lübeck - Tel. 0451/1228614  - Fax. 0451/1228621
Impressum