LÜBECKER NACHRICHTEN, 19.Mai 2005

Besucherdaten von 2004 sind ausgewertet: Sandskulpturen als Touristenmagnet 

80 000 kamen nur wegen der Sand World nach Lübeck.

330 000 Gäste kamen im vorigen Jahr zur Skulpturenschau auf den Priwall. Jeder vierte davon blieb nur wegen der Sand World über Nacht in Lübeck. Das ergab die Befragung von 4404 Besuchern durch die Thomas-Mann-Schüler. 

VON ANDREAS MEYER 


Umfrage: Peter Chan (18) befragte Lars (13), Ernst (50), Katerina (13) und Bettina (46) 
Sassmann auf der Sand World 2004 

    Tourismusdirektor Johann Wagner hat es immer gewusst: Die Sand World am Priwall-Strand ist ein echter Urlauber-Magnet. Und sie bringt zudem auch noch bares Geld in die Kassen der Hoteliers und Gastronomen. Jetzt liefern Schüler des Thomas-Mann-Gymnasiums die Beweise für Wagners Theorien. Acht Wochen lang waren sie Tag für Tag mit Block und Bleistift auf dem Sandskulpturenfestival unterwegs gewesen, hatten 4404 Besucher befragt. 
(Die Lübecker Nachrichten berichteten darüber). Seit gestern liegen die Ergebnisse ihrer Umfrage vor. 

    Das erfreulichste Resultat aus Sicht der Festival-Macher: Für 24 Prozent der Besucher war die Sand World der Auslöser, zu einem Kurzurlaub nach Travemünde oder Lübeck zu kommen. In absoluten Zahlen heißt das: 80 000 Übernachtungsgäste verdanken die beiden Orte im Jahr 2004 allein dem Festival auf dem Priwall. 

    Nach Auskunft der Lübeck und Travemünde Tourist-Service GmbH gibt jeder Übernachtungsgast im Durchschnitt 79,65 Euro pro Tag in der Stadt aus. Selbst wenn jeder der 80 000 zusätzlichen Urlauber nur eine Nacht in der Stadt verbracht hätte, bedeutete das bereits Mehreinnahmen von 6,4 Millionen Euro für Hoteliers, Wirte und Händler. Für Wagner ist das der Beweis: „Von der Sand World profitiert die ganze Stadt.“ 


Präsentation: Hauke Bülow (v. l.), Lydia Welzel, Stefanie Bluhm und Jan Faulbrück stellten die Ergebnisse vor. 

    Was die Mann-Schüler bei ihren Umfragen noch herausfanden: 97 Prozent der Besucher kommen aus Deutschland, nur drei Prozent aus dem Ausland. Bei den Inlandsgästen liegt Schleswig-Holstein mit einem Anteil von 40 Prozent an erster Stelle – vor Hamburg, Niedersachsen (beide 14 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (neun Prozent). Nur vier Prozent der Besucher kamen aus Mecklenburgmern. Zum Vergleich: Aus dem weit entfernten Bayern reisten immerhin drei Prozent der Gäste an. Von den gut 10 000 Besuchern aus dem Ausland stammten die meisten aus Österreich, Tschechien oder der Schweiz (23 Prozent). Platz zwei belegen die Skandinavier (19 Prozent) vor den Italienern (13 Prozent). 69 Prozent der Besucher waren 2004 zum ersten Mal auf der Sand World. Gut die Hälfte der Touristen war zwischen 31 und 50 Jahre alt. 

    „Wir haben wichtige Erkenntnisse für die Zukunft gewonnen und wissen nun, wo unsere Stärken liegen oder wo wir nachbessern müssen“, sagte Wagner über die Ergebnisse der Umfrage und lobte das Engagement der Schüler. Handlungsbedarf gebe es unter anderem bei der Beschilderung. 36 000 Gäste hatten daran Kritik geübt. Zudem wird über ein neues Parkplatz-Konzept – eventuell mit „Park & Ride“-Service – nachgedacht (79 Prozent reisten 2004 mit dem Auto an). „Wir sind mit unserem Programm auf dem richtigen Weg“, lautet das Fazit von Jana Kürbis, der Sand-World-Projektleiterin. 

    An dem Projekt waren 28 Jungen und Mädchen aus dem 12. Jahrgang der Thomas-Mann-Schule beteiligt. Geleitet wurde die Aktion von Oberstudienrat Harald Denckmann. Ihre Fähigkeiten als Meinungsforscher hatten die Schüler bereits mehrfach unter Beweis gestellt – zuletzt mit einer präzisen Lübeck-Prognose bei der Landtagswahl. 


Das Sandskulpturen-Festival Sand World lockte im Sommer 2004 mehr als 330 000 Besucher an den Priwall-Strand. Das Motto lautete „Olympia“.
*Fotos: DIRK SILZ, JOSEPHINE VON ZASTROW, ANDREAS MEYER


Wir danken Herrn Meyer für die Überlassung des Copyrights.
(S. Wessin, 21.5.2005)

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