Die Ruder-Riege informiert

Wanderfahrten 2004



Saisonstart war Anfang Mai mit der Werra/ Wesertour. Sechs Ruderer und Ruderinnen reisten nach Witzenhausen, um die Werra mit dem berühmt-berüchtigten Flutgraben stromabwärts zu rudern und sich an der Obstbaumblüte zu erfreuen. Nach der Besichtigung der hübschen Fachwerkstadt Hann.-Münden ging es auf der Weser bis Lippoldsberg. Am nächsten Tag ruderten wir in Begleitung der vielen Kanus, Kajaks und Ruderboote, die am Wesermarathon teilnahmen, bis Höxter und schafften es gerade noch rechtzeitig, vor dem Regenschauer die Boote zu verladen.

Für das Zeltlager in Pogeez während der Abiturtage und des beweglichen Ferientags hatten sich 15 Aktive angemeldet. Wir setzten die Boote in den Düker ein, der die Verbindung zwischen Wakenitz und Krähenteich darstellt. Das Wakenitzwasser wird unter der Kanaltrave in den Krähenteich geleitet und fließt durch den Mühlenteich in die Trave. 

Foto Ruderriege Wanderfart 2004 (39KB)

Die Fahrt durch den Düker erfordert viel Aufmerksamkeit, da die Brücke über die Hüxtertorallee sehr niedrig ist und die Ruderer den Kopf einziehen müssen, um sich nicht zu stoßen. Nach der Brücke versperren tiefhängende Weiden die Sicht und am Ufer liegende Kanus engen den Wasserweg ein. Auf der Wakenitz, auch als „Amazonas des Nordens“ bezeichnet, ging es dann zügig bis Absalonshorst, wo wir eine Kaffeepause einlegten. Dann ruderten wir zum Ratzeburger See, der stürmisch bewegt war, so dass wir froh waren, keine Skiffs mitgenommen zu haben. Die meisten Boote entschlossen sich, „unter Land“, d.h. am Ufer im Windschatten, zu rudern. Einige Wagemutige ließen sich aber von Wind und Wellen nicht diktieren, wie sie zu fahren haben, und überquerten den See direkt. In Pogeez waren wir aufgrund der kühlen Temperaturen die einzigen Gäste und konnten die DLRG-Station ungestört in ein Fußballfeld umfunktionieren. Bei Anbruch der Dunkelheit spielten wir Verstecken. Am nächsten Tag stand der Ausflug nach Ratzeburg auf dem Programm. Vorher stärkten wir uns noch mit einer riesigen Menge Eis, da ein Geburtstagskind unter uns weilte. Der Wind hatte sich immer noch nicht gelegt, so dass das Rudern ziemlich mühsam war. Die Wellen spritzen am Ausleger hoch, so dass einige Ruderer zuweilen eine Dusche verpasst bekamen. Natürlich nahmen die schmaleren Boote auch Wasser über. Nachdem wir beim RRC angekommen waren, vertilgten wir unsere am Morgen geschmierten Brötchen  im Sonnenschein auf der auf der windabgewandten Seite der Stadtinsel. Dann besuchten wir den bekannten Supermarkt, um die letzten Einkäufe für den Grillabend zu tätigen und die Naschvorräte aufzufüllen. Nach der Mittagspause machten die meisten Boote dann die Inselrundfahrt und kehrten nach Pogeez zurück. Dort begann dann der gemütliche Teil mit Tischtennis, Fußball, Klettern auf den Spielgeräten und Grillen mit Eltern und Geschwistern. Am Mittwoch feierten wir Bibis Geburtstag mit einem ausführlichen Frühstück, dann verluden wir das Zeltgepäck und traten die Rückfahrt an.

Eine zweitägige Pogeezfahrt organisierte unser erster Vorsitzender am letzten Wochenende vor den Sommerferien. Am Sonntag nutzten wir die Gelegenheit, einen C-Gigvierer in Ratzeburg zu lagern, um das Abriggern und den Transport für Jtf0 zu sparen.

In den Sommerferien nutzten wir die stabile Hochdrucklage, um nach Travemünde zu rudern. Es war gerade Travemünder Woche, und viele Motoryachten störten mit ihren Wellen, aber da wir nur Gig-Doppelzweier mitgenommen hatten, kamen wir gut damit zurecht. 

Ruderriege Wanderfahrt 2004

Nach der Pause am Dummersdorfer Ufer kam die windanfällige Strecke über die Pötenitzer Wiek, auf der die Boote tüchtig schaukelten. Im Passathafen legten wir die Boote kieloben auf die Lager des Schleswig-Holsteinischen Ruderverbandes, direkt vor der Passat, dem Wahrzeichen von Travemünde. Eine Mannschaft nutzte die Gelegenheit, um Sand World zu besuchen, die anderen begaben sich zur Flaniermeile auf der Travemünder Seite und trat mit dem Doppeldecker die Rückfahrt nach Lübeck an. Am folgenden Tag ruderten wir die Boote bei ruhiger Wetterlage mit Pause bei der Ruder-Riege des GAM an der Teerhofinsel zurück und erreichten am Spätnachmittag heimische Gefilde.

Am ersten Wochenende nach den großen Ferien nahmen einige Ruderer am Wochenendzeltlager der Schleswig-Holsteinischen Ruderjugend am Plöner See (Spitzenort) teil. Das Wetter war am Freitagabend sehr schlecht und schien als Belastungstest für unsere Zelte geplant worden zu sein. Am Samstag wurden wir durch strahlenden Sonnenschein belohnt und ruderten nach Malente, wo wir uns auf einer Waldwiese entspannten. Die Alternative war ein Besuch des Volksfestes mit viel Musik und diversen Ständen sowie ein Flohmarkt. Am Nachmittag fuhren wir zurück, grillten, spielten Karten und plauschten bis in die Nacht hinein. In der Nacht zum Sonntag brachten einige „Scherzkekse“ aus Elmshorn unser Zelt über unseren Köpfen zum Einsturz. Am Sonntag zog sich der Himmel wieder zu und wir ruderten gegen Wind und Wellen quer über den See zu einem nahegelegenen Strand. Nach einer zweistündigen Siesta kehrten wir wieder zu unserem Campingplatz zurück, um die Boote abzuriggern und zu verladen. Am Nachmittag holten uns dann dankenswerterweise Eltern ab, um uns und das umfangreiche Gepäck nach Hause zu fahren.

Christine Humbert
20.10.2004

Fotos © Christine Humbert  

Thomas-Mann-Schule  - Thomas-Mann-Str. 14 - 23564 Lübeck - Tel. 0451/1228614  - Fax. 0451/1228621
Impressum