„Zwischen Licht und Finsternis“ – Shlomo Samson erzählte von seiner Jugend als Jude in Hitler-Deutschland

„Wenn Hitler nicht an die Macht gekommen wäre, säße ich jetzt nicht hier vor euch.“



Mit diesem Satz begann Shlomo Samson seinen Vortrag über seine eigene Biographie. Und diese Biographie war es, die die neunten Klassen in der Aula zwei Stunden intensiv zuhören ließ und beeindruckte. Shlomo Samson erzählte von der Unmöglichkeit, als Jude 1933 auf eine reguläre Schule zu kommen, von seinem deutsch-nationalen Lehrer an der jüdischen Schule, der zur Flucht getrieben wurde, von den Scherben und Untaten der Pogromnacht 1938, seinem eigenen einstweiligen Entkommen nach Holland, wo ihn die Nazis einholten, von den Aufenthalten in den KZs Westernbork und Bergen-Belsen. Hier erlebte er die tiefste Niedertracht der Geschichte Deutschlands. Nur durch Glück, Mut und Zufall überlebte er den „Todesmarsch“ im Zug.

Es waren nicht die nachlesbaren Geschichtsdaten, die hier genannt wurden, sondern die individuelle Erfahrung des Kindes und Jugendlichen, der die Shoa überlebte. Mit dieser authentischen Darstellung und differenzierten Wertung fesselte Shlomo Samson seine Zuhörer.
 
Wir sind ihm dankbar, dass er zum wiederholten Male trotz seiner inzwischen 90 Jahre aus Israel an die TMS kam und hier vor unseren Schülern saß und aus seinem Leben erzählte.

Michael Leberke
19.11.2013


© Foto:  M. Leberke




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