Von Bergen-Belsen nach Palästina

Schlomo Samson, jüdischer Überlebender des Holocaust, berichtet vor 11. Klassen.

„Mit 14 Jahren, 1938, kurz vor der Pogromnacht, wurde ich von der Gestapo verhört.“ So begann Schlomo Samson seinen Lebensbericht vor dem Religionskurs zweier 11. Klassen der TMS an den Gedenktagen zum 70. Jahrestag der „Reichskristallnacht“.



Was er dann aus dem weiteren Verlauf seines Lebens erzählte, beeindruckte und bewegte die SchülerInnen außerordentlich. In einem Alter, als sie selbst noch Kinder waren, wurde Schlomo Samson von den Eltern getrennt, floh nach Holland, wurde nach der deutschen Besetzung Hollands im Lager Westerbork inhaftiert, weil er Jude war, meldete sich „freiwillig“ als „Austausch“ gegen deutsche Kriegs-Gefangene ins KZ Bergen-Belsen, überlebte die dortigen mörderischen Verhältnisse, bis er auf einem „Todesmarsch“ kurz vor Kriegsende von russischen Truppen befreit wurde. Anschließend ging er über Leipzig, Holland, Südfrankreich illegal nach Palästina, wo er nach kurzer Internierung durch die Briten seit 62 Jahren im Kibbuz „Shluchot“ lebt.

Die Offenheit seiner Auskünfte, auch auf persönliche Fragen zu seinem Schicksal, die Herzlichkeit, die er besitzt, und das fachkundige Wissen, über das er verfügt, führte dazu, dass die SchülerInnen gebannt zuhörten. Hier erlebten sie einen Zeitzeugen des Holocaust, der ihnen direkt berichtete, was sonst nur aus zweiter und dritter Hand zu erfahren ist. Schlomo Samson schloss seinen Vortrag mit dem intensiven Appell an die jungen Zuhörer, derartiges Geschehen nie wieder zuzulassen.

Entstanden war der Kontakt zu Schlomo Samson auf der Schülerfahrt nach Israel, die im Februar 2008 stattfand. Wir übernachteten im Kibbuz „Shluchot“, wo Herr Samson lebt.

Für seinen Vortrag sind ihm alle Zuhörer dankbar.


Michael Leberke
21.11.2008


Der Kibbuz Shluchot


Besuch an der Thomas-Mann-Schule 2009

Fotos: © Michael Leberke

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