Auf dem Hradschin

29. Juni bis 4. Juli 2009

„Ahoi liebe Leutchen!“ - Studienfahrt nach Prag
Leitung: Frau Piechotta und Frau Jebens-Ibs

„Ahoi liebe Leutchen!“ Mit diesen Worten begrüßte unsere reizende Reiseleiterin Kristina jeden Tag „das Volk“, den Leistungskurs Wirtschaft/Politik von Frau Piechotta und einige assoziierte Mitglieder aus anderen Kursen. Obwohl von der Anreise physisch stark beansprucht, entschlossen wir uns trotz der Hitze, die uns beim Verlassen des Zuges im Prager Bahnhof augenblicklich entgegenschlug und jegliche körperliche Tätigkeit zur Tortur ausarten ließ, zu einer Stadtführung aufzubrechen, um erste kulturelle Vorzüge der Prager Altstadt für uns zu entdecken.


Blick vom Altstädter Rathaus auf den Hradschin


Leider zwang uns ein Unwetter, auf den geplanten abendlichen Spaziergang zu verzichten. Besagtes Unwetter suchte uns in den nächsten Tag immer wieder zur gleichen Stunde auf.

Erste Revolutionspläne wurden am folgenden Tag ersonnen, als die „lieben Leutchen“ nach dem Besuch der vierten Synagoge unter der sengenden Sonne im Rahmen einer nachmittäglichen Architektur-Führung zu dem sogenannten „Tanzenden Haus“ von Frank. O. Gehry geschleift wurden. Erst das erlösende „Das war’s“ unserer Reiseleiterin beruhigte das aufmüpfige Volk wieder.


Das Tanzende Haus

Der Hradschin, die Prager Burg, freute sich am Mittwoch über unseren Besuch. Den Prager Fenstersturz konnten wir leider nicht nachstellen, da uns die Hilfsmittel zur Konstruktion des rettenden Misthaufens fehlten. Aus diesem Grund nutzten wir die übrige Zeit, um die Ablösungschoreographie der Burgwache einzustudieren.


Wachablösung auf dem Hradschin

Bei dem langwierigen Versuch mittags in einem kleinen „Gasthof“ in den ausgedehnten Prager Wäldern des Letná-Parks einige Nahrungsmittel zu erstehen, entging ein Teil des Volkes nur knapp dem Hungertod. Erschöpft, letztendlich aber mit Hamburgern und Pommes gesättigt, lagerten wir uns kurzzeitig unter ausladenden Bäumen, bevor wir uns auf den Weg zum Kafka-Museum auf der Kleinseite machten.

Erschöpftes Volk im Letná-Park
Dort wurde das Volk, sehr zur Freude einer Bürgerin und auch mit Zustimmung Frau Piechottas, um ein weiteres Mitglied erweitert: einen Schüler aus Kappeln, dem die Gruppe abhanden gekommen war.

Der Besuch der ehemaligen Festungsanlage Theresienstadt, die von den Nationalsozialisten zum Konzentrationslager umfunktioniert wurde, stellte für uns ein sehr emotionales Erlebnis dar, das uns nachhaltig beeindruckte. Die Vorführung von Ausschnitten aus Hitlers Propagandafilm „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“, eine informative Führung und der Besuch des Ghetto-Museum vermittelte uns einen Eindruck davon, wie furchtbar das Leben der hier Eingesperrten war.


Gedenkstätte Theresienstadt

Am Freitag wurden wir in einem ca. 68-minütigen Vortrag durch die „Samtene Revolution“ geleitet und besuchten die Gedenkstätte für Jan Palach und Jan Zajík auf dem Wenzelsplatz. Die beiden Studenten hatten sich hier 1969 aus Protest gegen den Einmarsch der russischen Truppen und das Ende des Prager Frühlings selbst verbrannt. Danach führte uns der Weg zu einer weiteren Gedenkstätte, die die Hände des Friedens symbolisiert und an die Opfer der zerschlagenen Friedensbewegung sowie die Auseinandersetzungen des Wendejahres 1989 erinnert.


Mahnmal für die Freiheit

In freudiger Erwartung auf weiche Betten und chlorfreies Leitungswasser verließ das Volk am Samstag um 12:40 die goldene Stadt.
Das war’s.



Bjarne Gau, Lisa Marie Buchholz, Svenja Eckert, Janina Jäger, Maarten Maeder.
13.7.2009


Fotos: © S. Jebens-Ibs

Link:
Prag-Studienfahrt 2008
Prag-Aufenthalt im Rahmen des EU-Programms INCLUDEME (2008)
Prag-Austausch

 
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