Der Personalrat informiert:

Strukturveränderung und Qualitätsverschlechterung 
in den Gymnasien

1. gesellschaftliche Veränderungen des Wertekanon

a. weniger Wertschätzung von Leistung
weniger Leistungsbereitschaft bei Schülern
b. Orientierung an der „Spaßgesellschaft“
Lernen ohne Mühe und Arbeit
c. Abwertung von Sekundärtugenden (Ordnung, Fleiß, Höflichkeit...)
Verlust äußerlicher „Stützen“ zum Lernen
d. überzogener Individualismus
Verlust eines sozialen Verantwortungsgefühls
Egozentrik
 

2. soziale Veränderungen in den Familien

veränderte Erziehungssituationen: 
a. Rückzug aus der Erziehung
b. Alleinerziehende
c. Arbeitstätigkeit beider Elternteile
d. wenig Zeit und Interesse an der Schulsituation der Kinder
e. höherer Grad von Individualisierungs-Verständnis

mehr „schwierige“ Kinder
mehr Zeitaufwand für erzieherische Maßnahmen statt für 
           Fachunterricht und Lernen

3. strukturelle Veränderungen in den Schulen

a. Stundenkürzungen in der Stundentafel (fehlende Lehrer)
nicht sichtbare und nicht ausgewiesene Stundenreduzierung
b. Zusammenlegung von Klassen: „aus 4 mach 3“
Klassenvergrößerung
c. Kürzung der Gelder für Klassenfahrten
Verzicht auf Fahrten oder
Verteuerung für die Eltern
d. Reduzierung von AG-Stunden
weniger AGs
e. Kürzungen von Kursstunden in der Oberstufe (2 statt 3 Stunden)
weniger Unterricht
f. Heraufsetzen der Kursgrößen (durchschnittlich mindestens 15 Schüler)
weniger Wahlmöglichkeiten in der Oberstufe
g. verfehlte Bildungs- und Einstellungspolitik
    Altersüberhang  Ausfall durch Krankheit
 
 

4. strukturelle Veränderungen der Arbeitsbedingungen der Lehrer

a. Einsparungen von Planstellen durch Arbeitszeiterhöhung (mehr Stunden) und Arbeitszeitverdichtung (mehr Schüler)

  • Streichung von Entlastungsstunden
  • Vergrößerung der Klassen und Kurse
  • Erhöhung der Arbeitszeit (insgesamt zwischen15 - 26%, je nach Alter des Lehrers) 
  • größere Klassen und Kurse
1 Tag Arbeit mehr pro Woche (Veränderung in den letzten 5 Jahren)

b. Besoldungseinsparungen

  • weniger Beförderungen
  • Gehaltskürzungen
weniger Motivation der Lehrkräfte
 
 

Unterrichtsausfall an Lübecker Gymnasien



Die Daten sind Ergebnis einer Erhebung der Personalräte an insgesamt 7 Lübecker Gymnasien. Gezählt wurden die Stunden im 1. Halbjahr 2001 /2002.
 
 
Halbjahres-
Überstunden
Unterstunden  struktureller Unterrichtsausfall  durchschnittliche Klassengröße
+473,6  -114,8  -141  23,6
19,7 Vollzeitstellen -4,8Vollzeitstellen  -5,8Vollzeitstellen  m

 

insgesamt:
Mehrarbeit:  358,8 Überstunden pro Woche = 15 Vollzeitstellen
Ausfall:        141   Ausfallstunden                =  5,8 Vollzeitstellen

struktureller Stundenausfall: Stunden, die von den Schulleitungen gestrichen wurden, eigentlich aber gegeben werden sollten
 

Das "Modell Gymnasium" 
Veränderung der Bemessungszahlen 1998 - 2002
 

zusammengestellt vom Personalrat der TMS - Michael Leberke, 27.06.2002