2012: Studienfahrt des sprachlichen Profils
nach Paris

Saint-Eustache im Hallenviertel

Vom 4. bis 9. Juni besuchte die Klasse 12d die französische Hauptstadt. Ganz komfortabel mit dem Flugzeug gelangten wir in einer guten Stunde von Hamburg nach Paris. Allein die Anzeigentafel auf dem Flughafen Charles de Gaulle gibt schon einen Vorgeschmack auf die Größe der Stadt. Flugzeuge aus aller Welt starten und landen im Minutentakt. Mit der RER kommen wir durch die eher tristen Vororte mitten ins lebendige Zentrum, wo unsere Unterkunft für die nächsten fünf Nächte liegt. Im Herzen des Marais, in restaurierten Gebäuden aus dem siebzehnten Jahrhundert, wohnen wir mittendrin im jüdischen Viertel. So erkunden wir gleich nach Bezug der Zimmer unsere nähere Umgebung, geprägt durch belebte Straßen und Gassen, ein kleiner Rundgang bis zur Place des Vosges schließt sich an.

Place des Vosges

Abends pulsiert das Leben in den Restaurants und Bars. Nach dem Abendessen fahren wir mit der Métro zum Montmartre, von wo aus wir einen beeindruckenden Blick auf die Stadt und auch auf den Eiffelturm haben, der uns zur vollen Stunde glitzernd begrüßt.

Montmartre

Der nächste Tag beginnt mit Kunst im Musée d'Orsay, das in den achtziger Jahren von einem Bahnhof zu einem Museum umgebaut wurde und sowohl durch seine besondere Architektur als auch durch die Ausstellungsstücke, vor allem Skulptur und Malerei aus dem 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, besticht. Zu sehen sind unter anderem Werke von Gauguin, Van Gogh, Toulouse-Lautrec, Monet und Renoir.

Musée d'Orsay
Jardin du Luxembourg

Es steht am Nachmittag noch ein Besuch des linken Seineufers an, Quartier Latin und St. Germain des Prés. Ausruhen können wir uns bei herrlichem Sonnenschein im wunderschönen Jardin du Luxembourg, den viele Pariser zum Entspannen, Lesen, Schachspielen, Joggen oder sogar Tennisspielen nutzen.

Der Eiffelturm glitzert abends zur vollen Stunde.

Abends steht eine Seinefahrt auf dem Programm, bei der wir die berühmten Gebäude wie zum Beispiel den Louvre, das Musée d'Orsay, die Conciergerie vom Wasser aus bewundern können. Sie kommen besonders zur Geltung, da es dunkel ist und sie von Scheinwerfern erleuchtet werden.

Am nächsten Morgen besuchen wir den Louvre. Neben den bekannten Werken wie natürlich der Mona Lisa (versteckt hinter zahlreichen Japanern) oder Gemälden wie „Das Floß der Medusa“ entdeckt jeder seine persönlichen Favoriten und die Größe des Louvres. Danach steht natürlich eine Mittagspause in den Tuilerien an, um sich zu rüsten für das Flanieren auf den Champs-Elysées bis zum Place Charles-de-Gaulle, wo besonders deutlich wird, wie massiv Baron Haussmann vor über einem Jahrhundert durch das Bauen seiner breiten Boulevards das Pariser Stadtbild verändert hat. Nach dem Abendessen spazieren wir noch an Resten der alten Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert vorbei über die Seine zur nahegelegenen Ile Saint-Louis und zu Notre Dame auf der Ile de la Cité.

Das Floß der Medusa (Théodore Géricault, 1819)
Reste der alten Stadtmauer aus der Zeit des Philippe Auguste
(1180-1223) am Lycée Charlemagne

Am Donnerstag machen wir uns sofort nach dem Frühstück auf zum Eiffelturm. Man sollte möglichst früh dort sein, da zurzeit ein Aufzug außer Betrieb ist. Da wir noch fit sind und die zweite Plattform zu Fuß über die Treppen erreichen wollen, können wir ohne anzustehen sofort den für manche doch recht aufregenden Aufstieg beginnen und oben den tollen Blick über Paris genießen.


Nach dem Besuch des auch „Dame de Fer“ (Eisendame) genannten Objekts begeben wir uns in das Hallenviertel, von Zola als „Bauch von Paris“ benannt. Bis in die siebziger des letzten Jahrhunderts prägten die Markthallen das Leben dieses Viertels. Seit 1979 befindet sich dort ein riesiges unterirdisches Einkaufszentrum (Forum des Halles), das nun abermals ins Visier von Stadtplanern und Architekten gelangt ist, sodass wir dort eine absolute Großbaustelle zu Gesicht bekommen, Bauarbeiten, die noch bis zum Jahre 2016 andauern werden.

Spontan nutzen wir die Gelegenheit, uns in einem Informationszentrum über das Bauprojekt zu informieren und erhalten eine kurze Einführung auf Französisch. Einige Schüler nutzen noch die Möglichkeit, sich im Centre Pompidou das Museum für moderne Kunst anzusehen.

Ausstellungen im Centre Pompidou Juni 2012

Am Freitag steht auf dem Programm ein Ausflug nach Belleville, ein Arbeiter- und Immigrantenviertel im Nordosten der Stadt, das hauptsächlich von Menschen asiatischer und maghrebinischer Herkunft bewohnt wird. An jedem Freitagmorgen verwandelt sich der Boulevard de Belleville in eine lange Marktzeile. Lautstark werden die sehr günstigen und gut aussehenden Waren, Obst, Gemüse, Kleidung, Kosmetika und diverse Haushaltsartikel, angepriesen und wir erwerben das eine oder andere Schnäppchen.
Eine berühmte Bewohnerin Bellevilles war Edith Piaf, deren letzte Ruhestätte wir uns auf dem Friedhof Père Lachaise ansehen.

Auf dem riesigen Gelände suchen wir auch noch weitere Gräber berühmter Leute wie zum Beispiel Chopin, Oscar Wilde, Jim Morrison, Haussmann und Molière. Bevor den Nachmittag jeder dazu nutzt, noch einmal seinen Lieblingsort in Paris aufzusuchen oder auch noch etwas Neues zu entdecken, schlendern wir durch  Passagen aus dem 19. Jahrhundert.

Galerie Vivienne

Nach einer knappen Woche haben wir viele Facetten der Stadt bei ebenfalls facettenreichem Wetter entdeckt und müssen früh am Morgen die spannende Metropole in unserem Nachbarland verlassen.

Christina Dudzik
22.06.2012

Fotos: © Chr. Dudzik/S.Wessin


Studienfahrt nach Paris 2004
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