Studienfahrt nach Paris im April 2004

 


Paris im Frühling: Nach fast 15-stündiger Fahrt kamen wir, Anne, Sarah, Konstanze, Michaela, Sven, Christina und Frau Wessin in unserem Hotel im 18e Arrondissement an.

Unser erster Ausflug führte uns ins Herz der französischen Hauptstadt: auf die « Ile de la Cité ».



Wir gingen zur Kathedrale « Notre-Dame », deren Grundstein 1163 gelegt wurde. Sie ist ein Musterbeispiel der gotischen Stilentwicklung. Die Fensterrose war damals die größte, die man Anfang des 13. Jahrhunderts zu bauen wagte. 

Der « Pont Neuf » verbindet die westliche Spitze der « Ile de la Cité » mit den beiden Seineufern und ist die älteste erhaltene Brücke von Paris. Sie wurde 1607 von Heinrich IV. eingeweiht.
An den von Pappeln gesäumten Quais ließ es sich heute bei dem schönen Wetter wunderbar spazieren gehen.



In vielen Häusern, mit ihren schmiedeeisernen Balkonen, lebten früher berühmte Menschen, so zum Beispiel Emile Zola oder Camille Claudel.
Auch heute leben in diesen eleganten Stadthäusern unter anderem wohlhabende Künstler und Literaten.
Leider kann man die meisten Häuser nicht besichtigen, aber wann immer eines der Tore aufging, nutzten wir die Gelegenheit, in einen der noblen Innenhöfe zu spähen.
Auf unserem Rückweg zum Hotel machten wir noch einen kleinen Zwischenstop am « Forum des Halles », einem großen Einkaufszentrum mit vielen Geschäften. 
Als wir nach diesem sehr eindrucksvollem ersten Tag in unser Hotel zurückkehrten, aßen wir noch eine Kleinigkeit zusammen und waren froh, als wir dann, geschafft und müde, in unsere Betten fielen. 
 


Der heutige Tag war ein besonderer Tag. Sven wurde achtzehn, ein Grund, die Stadt am heutigen Sonntag auf eigene Faust zu erkunden.



An der Métro-Station « Place de la Bastille » bewunderten wir die Wandkacheln.

Weiter ging es zur « Fontaine » am « Place Saint Michel » im Quartier Latin, das seinen Namen dem Latein verdankt, das einst in der mittelalterlichen Universität Sorbonne gesprochen wurde.

Schließlich erreichten wir Le Panthéon, eine Kirche, die auf dem Hügel Sainte-Geneviève errichtet wurde und dem römischen Pantheon ähnelt. Das Panthéon ist heute ein „Ruhmestempel großer Franzosen“ und  in seiner Krypta sind viele berühmte Franzosen beigesetzt, wie zum Beispiel der Schriftsteller Alexandre Dumas oder als eine der wenigen Frauen die Chemikerin und Nobelpreisträgerin Marie Curie.

Mit bester Laune machten wir uns auf den Weg zum Jardin du Luxembourg. Wir setzten uns ins Gras und genossen den schönen Frühlingstag. An einem großen Wasserbassin saßen und standen eine Menge Leute. Auf dem Wasserbassin schwammen viele kleine, weiße Modellsegelboote, was besonders Sven erfreute. Die kleinen Boote, die man leihen kann, werden ins Wasser gesetzt und vom Rand gestoßen, dann wartet man bis sie ans andere Ende gelangen und sammelt sie wieder ein. Dieses Spiel bereitete nicht nur den Kindern, die sich die Boote ausgeliehen hatten, Freude, sondern auch uns beim Zuschauen. Was uns noch mehr an dem Platz faszinierte, waren die für Paris untypischen englischen beziehungsweise schottischen Klänge und wir trauten unseren Augen nicht, als eine große schottische Marschkapelle an uns vorbeimarschierte. Schließlich wussten wir noch nicht, dass der Besuch der englischen Queen bevorstand.

Dann machten wir uns auf zum Eiffelturm, dem 320 m hohen Wahrzeichen von Paris, das auf keiner Pariser Postkarte fehlt und auch bei keinem
Sightseeing-Programm.
   
                                   

Nach einer sehr langen Zeit des Wartens an den nicht enden wollenden Schlangen gelangten wir ins Innere. Im zweiten Stock mussten wir dann alle umsteigen und uns bot sich ein erster überwältigender Ausblick über Paris - ein riesiges nicht endendes Häusermeer. Viele Fotos später stellten wir uns an die nächste Schlange an zur Fahrt in die dritte und höchste Etage. Der Blick, der sich uns nun bot, war noch eindrucksvoller, die Autos nicht mehr erkennbar und die riesige Häusermasse noch gewaltiger.
Nach langem „in die Ferne blicken“ fuhren auch wir wieder hinunter.  Inzwischen hatte es zu dämmern begonnen und wir beschlossen, mit der nächsten Metro Richtung Hotel zu fahren.



„Nein, der sieht aus wie ein Türsteher, da trau ich mich nicht rein…“, sagte eine von uns, als wir vor Jean-Paul Gaultier Halt machten, einem der vielen noblen Geschäfte in Paris für Mode, Parfum und Schmuck.
An diesem Tag besuchten wir Passagen, deren Baustile breit gefächert von einfach bis pompös reichen und dementsprechende Geschäfte anbieten.

Die überdachten Passagen bestehen bereits seit 1800, sind zum größten Teil glanzvoll renoviert und zeigen den Luxus der Moden von Armani, Chanel, Gucci und Versace. Die Galerie Vivienne ist durch Restaurierungen jetzt wahrscheinlich eleganter als sie zuvor war: Stuckwände und Mosaikböden sorgen für eine angenehme Atmosphäre, in ihrer Wirkung unterstützt durch feine Spezialgeschäfte wie die Weinhandlung Legrand. Viele Kunststudenten nehmen diese Galerie zum Vorbild für architektonische Skizzen, wie wir sehen konnten, da sie meist verteilt in der Passage saßen und zeichneten.


Allerdings gibt es auch Passagen, in denen mit Erinnerungen gehandelt wird: Antiquariate. Hier werden alte Briefmarken, Schwarz-Weiß-Fotos aus früheren Zeiten oder auch alte Möbel zum Verkauf gestellt. Für viele Sammler stellen diese Basare ein Paradies und für Besucher eine Reise in die Vergangenheit dar.

Begeistert waren wir von den zahlreichen kleinen Bäckereien, die ihre Schaufenster liebevoll mit edlem Gebäck und Pralinen dekorieren.

In den Galerien befinden sich häufig kleine, ursprüngliche Cafés, Teestuben und Weingeschäfte, die auch originelle Treffpunkte für Studenten sind. In der Galerie Colbert, die mit Trompe d’oeil ausgestattet ist, kann man viele Kunstbücher, Kunstdrucke und Malereien bestaunen. Die Juweliere und vornehmen Geschäfte geben den Passagen etwas Edles.

Für uns war es interessant die Galerien zu sehen, die nach den Restaurierungen wieder an Wert gewinnen und ja einen nicht unerheblichen Eindruck von der Weltstadt Paris vermitteln.


Der Louvre

Am Dienstag, dem vorletztem Tag unserer Fahrt, fand der Besuch des Musée d’Orsay stand. Da wir am Tag zuvor schon im Louvre gewesen waren, hatten sich alle auf das Anschauen von Kunstwerken eingestellt. Ich freute mich besonders auf die vielen berühmten Bilder, die ich schon kannte, aber noch nie im Original gesehen hatte. Van Gogh, Cézanne, Monet, Manet, Renoir oder Dégas erwarteten uns. Somit erreichten wir das Museum am Morgen mit der Metro, allerdings beunruhigte mich die meterlange Schlange doch etwas. Denn es war kalt und nieselte und für meinen Schirm war kein Platz mehr im Koffer gewesen. Aber zum Glück konnten wir durch einen Sondereingang reingehen und nachdem unsere Sachen (natürlich) kontrolliert wurden, sollte der Rundgang beginnen. Im Museé d’Orsay werden über 4000 Kunstwerke auf 57 000 m² in 80 verschiedenen Galerien ausgestellt. Es umfasst die Gesamtheit der bildenden Künste von 1848 bis 1914. Eine beeindruckende Sammlung also, bei der wirklich viele bekannte Werke dabei sind. Ich freute mich besonders auf van Gogh und Anne und Sven auf Monet.

Wir begannen mit dem Besuch im unteren Stockwerk, wo verschiedene Skulpturen zu sehen waren. Von dort hatte man einen guten Blick auf das große, gläserne, kuppelartige Dach. Früher ist das Museum einmal ein Bahnhof gewesen. Eigentlich habe ich mir die Skulpturen nicht so intensiv angeschaut, denn zum einen haben wir gestern schon so viel gesehen, aber zum anderen wartete ich sehr gespannt auf die Impressionisten. Schließlich erreichten wir sie im ersten Stock. Leider waren einige der ersten Galerien ein bisschen dunkel und die Bilder hinter Glas, aber wir sahen Blumensträuße von Redon, die der eine oder die andere von der Oma als Kunstdruck kannte. 


Manet: Déjeuner sur l'herbe

Es folgten Gauguin und Bilder, die nur aus kleinen Punkten, dem Impressionismus nachempfunden, bestanden. Danach durften wir Cézannes Früchtestillleben mit seiner typischen Modulation bewundern und fotografieren. Und dann endlich gelangten wir in die Galerie mit den Van-Gogh-Bildern. Sie waren nicht hinter Glas, sondern zum Anfassen nah (was man natürlich nicht durfte).

Wir sahen das Zimmer im gelben Haus, die Kirche von Arles, das Nachtcafé und andere. Natürlich machte ich einige typische Touristenfotos, wo ich mich vor meine Lieblingsbilder stellte. Aber das gehört wohl dazu. Dann sahen wir Monets Seerosen in jeglicher Größe und Form. Auch hier wurden Fotos gemacht! 


Im letzten Raum ruhten wir uns ein bisschen aus. Zur Abrundung unseres Besuchs durfte der Museumsshop natürlich nicht fehlen, in dessen Genuss wir ja schon am Vortag im Louvre gekommen waren. Ein Kunstdruck, Untersetzer mit Seerosen oder eben ein kleiner, kitschiger Magnet mussten einfach gekauft werden. Wahrscheinlich hätte man sich noch viele weitere Stunden in diesem wunderbaren Museum aufhalten können. Aber so bleibt etwas übrig für unseren nächsten Besuch in Paris!!




Jede Fahrt geht einmal zu Ende, leider auch unsere. Und somit brach für uns alle der letzte Tag mit einem letzten Frühstück in unserem Hotel an.

Nach der ersten kleinen Stärkung machten wir uns um ca. 10 Uhr, mehr oder weniger wach, auf den Weg zur Metro, die uns zum « Parc la Villette » im Nordosten der Stadt bringen sollte. Dieses 35 ha große Freizeitareal bietet für jeden etwas. Es kombiniert Erholungsbereiche mit einem riesigen Kultur- und Technikzentrum. So können Kinder z.B. im Wissenschaftsmuseum spielerisch etwas über die Vorgänge in der Technik erfahren, Kinofreunde schauen sich Filme auf einer riesigen halbkugelförmigen Leinwand an, Ausstellungsfans besuchen die zahlreichen Ausstellungen und Architekturbegeisterte freuen sich über verschiedene Skulpturen auf den riesigen Grünflächen. Leider konnten wir davon nicht so viel anschauen, da so früh morgens noch nicht viel geöffnet hatte. Also beließen wir es lediglich bei einem kleinen Spaziergang durch den Park, der uns durch den Bambusgarten sowie über die großen Promenaden vorbei an der Musikhalle, die originellerweise in der Form einer Ohrmuschel gebaut worden war und Platz für Konzerte und größere Veranstaltungen bietet, führte.

Außerdem warfen wir noch einen kurzen Blick in den Shop des Wissenschaftsmuseums, um womöglich noch ein paar Geschenke für die Daheimgebliebenen zu ergattern. Da in dem Park aufgrund der Uhrzeit für uns nicht mehr viel anzuschauen war, gab uns Frau Wessin ab mittags für den Rest des Tages Freizeit. Wir alle waren uns lange einig, wo es nun für uns hingehen sollte: Auf zu den Champs-Elysées, der großen Flanier- und Einkaufsmeile. Nach nun mehr 6 Tagen Paris hatten wir schon einige Erfahrungen, was das Metrofahren anging und so fanden wir den richtigen Weg schnell allein. Nachdem wir uns durch den Dschungel sämtlicher Metrotunnel gekämpft hatten, waren wir wieder einmal geplagt von Hunger.

Und auch in Paris gab es für uns deshalb immer nur ein Ziel: Mc Donalds. Mit der Zeit war das erste Magenknurren nun gestillt. Ein paar Verrückte von uns konnten allerdings trotzdem nicht still sitzen. In unseren Köpfen schwirrte nur ein Ziel, DAS Paradies für alle jungen Mädchen (fragt sich, ob für Sven auch: Der Disneyshop! Die Augen einiger von uns leuchteten wie die kleiner Kinder. Somit ist es auch zu erklären, dass wir wohl Stunden zwischen Nemo-Handtüchern, Cinderella-Kostümen und Toy Story-Tassen verbrachten.

Da wir aber auch nicht ewig Zeit hatten, schwirrten wir noch ein letztes Mal durch die Regale und kamen letztendlich vollgepackt mit sämtlichen I-Aaahs, Winnie Poohs und Sonstigem heraus. Viel Zeit blieb uns nun nicht mehr, die wurde aber trotzdem noch ausgenutzt und in zahlreichen Bekleidungsgeschäften verbracht.

Abends dann ging es Richtung Deutschland. Das Ende einer gelungenen und wirklich schönen Kursfahrt!    

Leistungskurs Französisch, 12. Jahrgang  April 2004



Studienfahrt nach Paris 2008
Exkursion nach Paris 2009
Studienfahrt nach Paris 2012

© S. Wessin Letzte Aktualisierung August 2009

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