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Fast wie Kofi: Eine Woche als UN-Generalsekretär Er ist der Chef
von 330 Nachwuchs-Politikern: Dennis Schwartz leitet als
Generalsekretär den Munol-Gipfel in Lübeck. Ein Job, der
Stress und Spaß zugleich bedeutet. Von Andreas Meyer, LN Sein Handy hat Dennis immer bei sich. Und das ist gut so. Keine Stunde, in der es nicht mehrmals klingelt oder lautlos in der Tasche vibriert. Am Gürtel seines schwarzen Anzugs trägt er ein kleines Funkgerät – um für die Munol-Funktionäre erreichbar zu sein. Wenn er über den Flur schreitet, dann trägt er stets das silberne Abzeichen mit dem Aufdruck „Secretary General“ bei sich. Irgendeiner will immer etwas von ihm. Kein Wunder, schließlich ist er als Generalsekretär nicht nur für den Ablauf der Sitzungen und das Abendprogramm, sondern auch für die Inhalte der Resolutionen und für die Themen verantwortlich. Dennis hat ein Jahr in den USA gelebt, spricht fließend Englisch. Ein riesiger Vorteil, wenn es darum geht, mit den Teilnehmern aus aller Welt diskutieren zu können. Ruhe gibt es nicht für den Kofi Annan Lübecks. Sein Tag beginnt mit Besprechungen um 8.30 Uhr und endet gegen 19 Uhr – mit Nachbesprechungen. Für das Mittagessen bleiben 20 Minuten. Höchstens. „Ich habe es mir so ausgesucht, als ich mich zur Wahl gestellt habe“, sagt Dennis. Und irgendwie sei es ja ein „cooles“ Gefühl, Verantwortung zu tragen. Die Führungsrolle gefällt ihm. Und sogar mit dem Anzug und den Krawatten, die er tragen muss, hat er sich angefreundet. Die Politik will er dennoch nicht zu seinem Beruf machen: „Ich will Kapitän werden“, verrät der Generalsekretär. Das schönste an seiner Aufgabe sei der Kontakt zu den anderen Schülern. Dennis spricht vom „Munol Spirit“, einem besonderen Geist, der den sechstägigen Gipfel beflügele. Das kann Finbarr (16) aus Irland nur unterschreiben: „Munol rocks“, lautet sein Urteil. Frei übersetzt heißt das so viel wie: „Munol ist genial“. Finbarr sitzt im Ausschuss für „Umwelt und Entwicklung“. Dort muss er gemeinsam mit Margherita (18) aus Italien, Emma (17) aus Schweden und Andreas (17) aus Dänemark Kompromisse und Lösungen finden. Die politischen Themen finden die vier ganz und gar nicht langweilig: „Wenn man sich damit beschäftigt, ist es echt spannend. Vor allem weil wir die Positionen von Ländern und nicht unsere eigenen vertreten dürfen“, sagt Emma. Kommunikationsprobleme gebe es keine. „It works“, sagt Finbarr und fügt hinzu: „Wenn die Partys bei den UN so gut sind wie bei Munol, gehe ich in die Politik.“ Gedanken an die Feste am Abend kommen dem Generalsekretär nur selten. Auf ihn wartet die nächste Aufgabe: Gerade ist Deepak Ray, der Generalkonsul von Indien, zu seinem Vortrag eingetroffen und muss begrüßt werden. Natürlich vom Chef. Faustregel dabei: Immer lächeln.
Fotos: ANDREAS MEYER (Lübecker Nachrichten) Wir danken Herrn Meyer für die Überlassung des Copyrights. MUNOL 2005 - Presseartikel Lübecker Nachrichten vom 6.April 2005
MUNOL 2004 - Presseartikel Lübecker Nachrichten vom 3. April 2004 MUNOL- Homepage informiert über alle Aktivitäten in englischer Sprache MUNOL 2002 Presseartikel Modèle Nations Unies de Luebeck Informations en français |
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