Venedig.
Sonst
Pilgerziel aller Kulturinteressierten,
Romantiker, Flaneure und Autohasser, stellte Anfang Mai das Ziel der
sechs am Comeniusprojekt teilnehmenden europäischen Schulen dar, die
zum Thema „Multiculturalism – The Wealth of Diversity“
ihre Projekte vorstellten.
Bei bestem Wetter trafen die Delegationen
aus Frankfurt, Nikosia, Thassos, Huelva und Lübeck ein.
Während die Lehrkräfte, Herr Flittiger, Frau Wessin, Herr
Clement und Herr Schulz ihr Hotel bezogen, begann für uns Schüler - Sven
Mühlschlegel und Felix Mohr - das durch unsere Austauschschüler organisierte
Willkommensprogramm mit einem Privat-Bootstrip durch Venedig und die Lagune. So
herzlich empfangen, bezogen auch wir unsere Gasthäuser, die beide nicht gerade
durch bescheidene Einrichtung bestachen, sondern mit Marmorbädern und Blick auf
die Rialto-Brücke aufwarteten. Eine alte Glasbläservilla auf Murano und ein
Altstadthaus im Zentrum Venedigs dienten uns für die kommende Woche als
Zuhause.

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Rialto-Brücke im Herzen Venedigs
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Gondolieri- kein seltener Anblick in Venedig
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Bevor wir uns das erste Mal mit den anderen Teilnehmern
trafen, besuchten wir am Montag den Unterricht unserer Gastschüler. Hierbei erhielten wir
einen Einblick in den Schulalltag des wissenschaftlich orientierten
Benedetti-Gymnasiums. Einen krassen Gegensatz zum deutschen Schulsystem bildete
der reine Frontalunterricht, nicht nur in Italienisch, Philosophie und
Geschichte, sondern auch in Mathematik und Chemie. Beim darauffolgenden ersten
Treffen mit den Comenius-Teilnehmern besichtigten wir die gesamte Schule, wobei
wir positiv vom guten Zustand des Computer- und des Chemieraumes überrascht waren,
und planten die große Präsentation unserer Ergebnisse am Mittwoch. Bei
zahlreichen Erkundungstrips durch die Altstadt lernten wir das Flair dieser
Kulturmetropole näher kennen. Dabei endete das Irren durch verwinkelte Gassen
nicht selten in einer Sackgasse, am Ufer eines Kanals oder der kompletten
Orientierungslosigkeit, was durch die Tatsache unterstützt wurde, dass wir erst
am dritten Tag in den Besitz einer übersichtlichen Karte gelangten.
Der
Dienstag diente der letzten Vorbereitungen für die Präsentation am Mittwoch, zu
der auch hohe Offizielle der Schulbehörde geladen waren. Zudem wurden wir von
einer Vertreterin der Stadt im Rathaus empfangen und
erhielten eine interessante Besichtigung des Rathauses und der bewegten
Vergangenheit der Stadt. Durch den glücklichen Umstand, dass die Mutter von
Svens Gastbruder Marco Caberlotto, Sohn eines Pelzwarenhändlers, bei der UNESCO
arbeitete, bekamen wir die Möglichkeit, am Nachmittag eine Ausstellung über Darwin
und seine Evolutionstheorie anlässlich seines 200. Geburtstages zu besuchen. Am
Abend trafen sich die Lehrer in einem traditionellen venezianischen Restaurant
zu einem Abendessen mit den anderen Delegationen. Parallel dazu verabredeten
sich auch die mitgereisten Schüler der teilnehmenden Schulen in einer Pizzeria
zu einem fröhlichen Miteinander.

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| Die
griechischen Schülerinnen in der Pizzeria |
Pizza Frutti di Mare
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Um 10 Uhr begannen am Mittwoch die Präsentationen in der
Aula der Benedetti-Scuola. Die Schulleiterin empfing alle Teilnehmer, die Vertreter
der Schulbehörde sowie anwesende Oberstufenschüler herzlich – aber auf
Italienisch. Trotz einiger technischer Probleme wurde den Zuschauern in den
folgenden drei Stunden ein Einblick in die an den Comenius-Schulen
durchgeführten Projekte verschafft. Das Spektrum reichte von der Präsentation
der Situation der Arbeiter auf einer spanischen Erdbeerplantage über die
Vergangenheit der Armenier in Venedig bis hin zum Einfluss der türkischen
Sprache auf die Griechische.
Beim
anschließenden kalten Buffet wurden Geschenke
überreicht und Danksagungen ausgesprochen. Den Rahmen des Programmes
bildete
ein informativer Besuch der Insel San Lazzaro degli Armeni - eines der
weltweit bedeutendsten Zentren armenischer Kultur - in der Lagune
von Venedig, währenddessen wir viel über die Kultur und die Religion
der armenisch-katholischen Mönche lernten.
Den letzten Abend verbrachten wir mit den teilnehmenden
Schülern und deren Gastgeschwistern auf dem Campo Santa Margharita, der den
Jugendlichen als allabendlicher Treffpunkt dient. Nach dem Genuss des
venezianischen „Nationalgetränks“ Spritz und einer Pizza kehrten wir ein
letztes Mal zu unseren Gastbrüdern zurück und verließen am darauffolgenden
Nachmittag Venedig bei strahlendem Sonnenschein und 30° C.
Alles in allem hatten wir eine sehr informative und
interessante Woche mit vielen neuen Erfahrungen und sehr netten Begegnungen.
Diese Woche wird sicherlich nicht unseren letzten Besuch in Venedig darstellen.

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Präsentation der Ergebnisse in der Benedetti-Scuola mit
anschließendem Buffet
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Sven Mühlschlegel und Felix Mohr 27.05.2009
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