
Wenn Engel reisen, lacht die Sonne!
Ganz nach diesem Motto wurden wir von London schon an unserem ersten
Morgen, dem 30. September 2011, mit Sonnenschein begrüßt und dieses
hochsommerliche Wetter sollte fast bis zum Ende der Fahrt am 4.
Oktober 2011 anhalten.
In Begleitung unserer Englischlehrerin,
Frau Hohenfeld, und Frau Petzold hatten wir diese Reise angetreten,
um den Schauplatz unseres aktuellen, abiturrelevanten Themas London
live zu erleben und um mehr über diese beeindruckende Metropole zu
erfahren.
Bereits im Vorfeld hatten wir uns im
Unterricht gründlich auf diese Fahrt vorbereitet. So gestalteten wir
beispielsweise in Kleingruppen Broschüren über die verschiedenen
Viertel Londons. Mit dem Wissen, dass wir diese bald vor Ort selbst
erkunden würden, bereitete die Recherche natürlich doppelt so viel
Spaß.
Zudem erfuhren wir im Unterricht nicht nur etwas über die
alte Geschichte Londons, wie das Elisabethanische oder Viktorianische
Zeitalter, sondern auch über die vergleichsweise junge Geschichte,
zum Beispiel die Bombenanschläge auf London im Jahr 2005 oder die
Unruhen, welche erst vor ein paar Monaten die Nachrichten
dominierten. Unsere Aufträge für die Zeit vor Ort waren auch klar:
Es galt ein Interview mit einem Londoner zu führen und sich im
Buchladen über Londonromane zu informieren, um unsere weitere
Unterrichtsarbeit im Anschluss an die Fahrt mitzugestalten.

Passend zu unserer Lektüre „Macbeth“
von William Shakespeare besuchten wir gleich am ersten Morgen das
Globe Theatre. Dort wurden wir von einem Schauspieler betreut und
erlebten eine ebenso außergewöhnliche wie spannende Führung. Über
die Beweggründe Shakespeares für das Schreiben seiner bekannten
Werke („only money is honey“) wie auch über die besondere
Konstruktion des Theatergebäudes, vor allem im Vergleich zu der
heutigen Nachbildung, erhielten wir viele neue Informationen.
Anschließend besichtigten wir
gemeinsam die typischen Touristenattraktionen Londons- von Big Ben
bis zum Buckingham Palace, alle großen Sehenswürdigkeiten und
Sensationen.
Der nächste Morgen führte uns zu dem
malerischen Kleinvenedig mit einem anschließenden Besuch der durch
die Beatles bekannt gewordenen Abbey Road. Nach einem längeren
Aufenthalt auf dem Camden Lock Market entspannten wir uns kurz im
Hyde Park, bevor es weiterging im Programm: Es folgten das Lady Diana
Memorial und die Royal Albert Hall. Am Abend besichtigten wir die
Tate Gallery of Modern Art, das weltweit größte Museum für moderne
Kunst, welches Werke von bedeutenden Künstlern wie Vincent van Gogh,
Paul Gauguin, Pablo Picasso, Marcel Duchamp, Andy Warhol und Joseph
Beuys präsentiert. Die Ausstellung ist in vier Bereiche gegliedert:
States of Flux (Aufbruchstimmung), Idea and Objekt (Idee und Objekt),
Poetry and Dream (Dichtung und Traum) und Matter and Gestures
(Materie und Gesten).
Abschließend folgte ein Ausflug zum
Piccadilly Circus im West End bei Nacht mit Großstadtflair und
wunderschönen Ausblicken von dem oberen Deck eines roten
Doppeldeckerbusses aus.
Ganz anders der Ausflug in eines der
ärmeren Viertel Londons am nächsten Morgen, das sogenannte East End
und die Brick Lane.

Die Atmosphäre hier ließ kaum
vermuten, dass man sich noch immer in der gleichen Stadt befand wie
an den Vortagen. Eindrucksvoll wurde uns klar, was gemeint ist, wenn
man von London als der Stadt der Gegensätze spricht. Wir waren
schließlich täglich die schönen Blicke auf die Häuser Kensingtons
gewohnt, wo sich unsere Unterkunft befand.
Wunderschöne Ausblicke auf die
Großstadt erhielten wir von der Spitze des Monument to the Great
Fire of London, und dafür, dass wir den beschwerlichen Weg nach oben
erfolgreich erklommen, erhielten wir am Ende sogar eine Urkunde.
Nach einem Besuch des legendären Tower
of London und einer kurzen Stärkung im Dickens Inn hörten wir uns
einige beeindruckende Reden beim Speakers Corner des Hyde Parks an,
auch wenn diese bei unserem Besuch leider stärker religiös
motiviert waren und weniger politisch.
Am Abend folgte dann der bereits im
Voraus sorgfältig ausgewählte Ghost Walk: Doch obwohl sich nur
wenige wirklich gruselten, waren die Geschichten und Legenden, welche
unsere Betreuerin erzählte, während sie uns durch die nächtlichen
Gassen der City, des ältesten Teils Londons, führte, doch alle sehr
spannend und informativ.
Am nächsten Tag besuchten wir Covent
Garden und schließlich Soho und die Carnaby Street, eine Straße,
welche jedoch, sehr zur Enttäuschung von uns allen, in keiner Weise
mehr an die Swinging Sixties erinnerte und nicht an ihre
erfolgreichen Glanztage dieser Zeit anknüpfen konnte.
Schnellen Schrittes – wie nahezu
immer- eilten wir dann zu den Houses of Parliament, wo nach ihrer
Pause die Lords erstmalig wieder tagen sollten. Mit viel Glück waren
wir die ersten Gäste, die eingelassen wurden und den doch recht
betagten Herren und Damen, die dem House of Lords angehören,
lauschen durften.
Der Abend wurde wahlweise im „Her
Majesty’s Theatre“ verbracht, wo einige Schüler das Musical “Das
Phantom der Oper“ genossen, oder in der Westminster Abbey, in
welcher auf überraschend interaktive Weise einem Evensong gelauscht
wurde.
Der Tag der Abreise hielt für uns
Schüler noch die Möglichkeit bereit, letzte Besichtigungen
durchzuführen oder einfach nur „shoppen“ zu gehen, und so
nutzten einige die Freizeit, um die Oxford Street, die bekannteste
Einkaufsmeile Londons, zu erkunden. Andere fanden noch Zeit, die
Docklands, das ehemals größte Hafengelände der Welt, zu
besichtigen oder Harrods, das bekannteste Warenhaus Londons.
Insgesamt gesehen war diese
Klassenfahrt sicherlich ein Ereignis, auf das man auch in sehr langer
Zeit noch mit Freuden zurückblicken kann, vor allem da es als unsere
letzte Klassenfahrt auch ein ganz besonderes Highlight in unserem
Schülerleben war.
Daher möchten wir an dieser Stelle
Frau Hohenfeld, die die Fahrt vor- und nachbereitet hat, und Frau
Petzold dafür danken, dass sie uns diese (eigentlich im 13. Jahrgang
nicht mehr vorhergesehene) Fahrt möglich gemacht haben und mit so
viel Elan zu einer ganz besonderen Fahrt für uns werden ließen.
Svenja Staas, 13s
21.11.2011
Fotos: © Sabine Hohenfeld
Links:
Englisch -
Übersicht
|