Fachbereich Biologie 2008

LOLA-Summerschool:
Dem Dopingsünder auf der Spur

„Erythropoietin“! Nicht nur schwer auszusprechen, sondern auch schwer nachzuweisen. Zumindest für den Laien. Denn wie will man einem Radsportler mit bloßem Augen schon ansehen, dass er 1000 km in nur 23 Stunden schaffen konnte, weil er sich vor Fahrtantritt eine gute Dosis EPO hat spritzen lassen oder, wie es im Volksmund heißt, sich hat dopen lassen?  Zum Nachweis bedarf es ein wenig mehr. Da muss man schon über eine Hightech-Laborausstattung mit Zentrifuge, Schüttler, Thermoblock und vielen, vielen teuren Reagenzien verfügen.

Oder man ist in den Sommerferien ins LOLA (Lübecker Offenes Labor) gegangen. Dort empfingen Dr. Christian Schmidt und Dr. Bärbel Kunze mit offenen Armen alle am Doping interessierten Schüler der Oberstufe - und das eine ganze Woche lang.  Natürlich nicht zum Dopen, sondern zum Nachweisen, schließlich war Titel der Veranstaltung ja „Dem Dopingsünder auf der Spur“.  Und dabei ging es mächtig an die Substanz. Gut, dass die 10 Schüler im Kurs (es gab 2 Kurse, einen in der ersten, den anderen in der zweiten Ferienwoche) in Chemie und Biologie immer gut aufgepasst hatten. Denn sonst hätten sie wohl nicht gewusst, dass wir viele verschiedene Proteine im Körper haben, die aus langen Aminosäureketten bestehen und dass jedes Protein eine spezifische Größe hat, wodurch man sie im Labor so gut voneinander trennen kann, liegen sie im Blut bzw. Urin doch alle beieinander. Mit einer Gel-Elektrophorese ist das alles kein Problem. Wobei, wer EPO nachweisen will (das natürlich auch ein Protein ist) der sollte schon noch blotten, sonst erkennt man nicht allzu viel. Na gut, nun haben wir genug mit unserem Fachchinesisch angegeben. Den krönenden Abschluss des Seminars bildete am Ende der Ferien ein Vortrag zum Thema „Doping“ von Herrn Prof. Dr. Jelkmann, zu dem auch interessierte Lehrer erschienen.

Die Lehre aus dem ganzen: Eine Woche Summerschool macht Schüler mit wenig praktischer Erfahrung, aber großem Interesse für die Materie zu versierten Nachwuchslaboranten. Fünf Stunden standen wir täglich im Labor und haben wirklich viel gelernt und trotzdem war so ein Tag nie furchtbar anstrengend, sondern einfach nur anregend.  

Summerschool in den Ferien? Immer wieder gern!

Sarah  (12. Jg) und Christine  (11.Jg)
03.10.2008


Die Veranstaltung fand mit freundlicher Unterstützung der Possehl-Stiftung statt.



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