LÜBECKER NACHRICHTEN, 22.Februar 2007


Süße Überraschung: Im Schülerlabor
der Uni gab's Schokotorte


©Foto: U.-K.Neelsen/LN
Forscher für einen Tag - im "Lübecker offenen Labor" der Uni ist das möglich. Jetzt wurde die 5000. Kursteilnehmerin begrüßt.
Von Michael Hollinde, Lübecker Nachrichten
Wenn Uni-Rektor und Dekan gemeinsam mit einer Schokoladentorte ein Labor betreten, muss etwas Besonderes passiert sein. Es muss einen Grund zum Feiern geben. Während die beiden Herren, Prof. Peter Dominiak und Prof. Enno Hartmann, noch mit dem Konditorenstück auf dem Arm balancieren, ahnt die zu Ehrende noch nichts von ihrem Glück. Vanessa Ritt, Oberstufenschülerin der Thomas-Mann-Schule, ist in ihr Experiment vertieft. Im weißen Kittel, mit einer Pipette in der Hand, gilt es, dem Versuchsschema folgend spezielle Flüssigkeiten zusammenzufügen. Sie ist auf der Spur eines speziellen Enzyms, Protease genannt.
Die 17-Jährige hat heute zusammen mit ihren Mitschülern aus dem Biologie-Grundkurs das Klassenzimmer mit dem Uni-Labor getauscht, das auch den wohl klingenden Namen "Lola" trägt. "Lola" steht dabei für "Lübecker Offenes Labor". Es wurde 2002 von der Universität eingerichtet, um insbesondere Acht- bis 13-Klässlern und ihren Lehrern Fachgebiete wie beispielsweise die Molekularbiologie und die Gentechnologie experimentell nahe zu bringen. Und Vanessa Ritt ist jetzt die 5000. Teilnehmerin, die im Lola, das sich mittlerweile im Multifunktionscenter auf dem Campus befindet, auf Molekülejagd geht.


© Foto: U.-K. Neelsen/LN
Mit "ganz spannend" umschreibt sie ihr Forscherdasein auf Zeit. Dass mit ihr allerdings eine zukünftige Naturwissenschaftlerin für die Hochschule geködert werden könnte, verneint sie gleich. Für sie stehe fest, dass sie sich später beruflich im Europarecht engagieren werde. Was die beiden Professoren mit einem leichten Bedauern zur Kenntnis nehmen. Hartmann, Dekan der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, weist allerdings im gleichen Moment darauf hin, dass es nicht nur darum gehe, wissenschaftlichen Nachwuchs zu rekrutieren. "Wir möchten allgemein über moderne Wissenschaften wie die Gentechnik aufklären und damit auch Vorbehalten entgegentreten", so der Biologe.

Dazu passt auch, dass die 20 Laborplätze nicht nur von Schülern genutzt werden, sondern auch von interessierten Wissenschaftslaien wie zum Beispiel Firmenmitarbeitern, Polizisten und Politikern. Und dass sich das Angebot rumgesprochen hat, zeigt die Herkunft der Teilnehmer. "Die kommen aus ganz Schleswig-Holstein, den angrenzenden Bundesländern und sogar aus Nordrhein-Westfalen", so Privatdozentin Dr. Bärbel Kunze, Leiterin des Lola.
Von Michael Hollinde, LN

Wir danken Herrn Hollinde (Text) und Herrn Neelsen (Fotos) für die Überlassung des Copyrights.

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