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„Nurturing excellence“
„Distinguished delegation“ debattierte bei
HABSMUN 2011


Fünf Schüler der Thomas-Mann-Schule reisten nach Borehamwood nahe London, um an Haberdasher's Aske's Boys' School Model United Nations, kurz HABSMUN, teilzunehmen.

„Nurturing excellence“ („Vorzüglichkeit großziehen“) ist neben „Serve and obey“ („Diene und gehorche“) das Motto der Haberdasher's Aske's Boys' School – zu Recht ?! Dem durften wir bei unserer Stippvisite nach Borehamwood vom 11.3.- 14.3.2011  auf den Grund gehen.

Betritt man das Gelände von Habs, so fühlt man sich wie in einer „Harry Potter“-Kulisse. Man geht durch ein großes Tor an der „Butterfly Lane“ die Straße runter, rechts und links ist sie von Bäumen und einem Bächlein gesäumt, das Gras leuchtet grün und in der Luft liegt der Geruch von Wald.
Schon allein der Weg vom Taxi bis ins Schulhaus zeigt uns, dass wir nicht auf eine normale öffentliche Schule, sondern auf die beste Schule der Nation zusteuern (laut „Daily Telegraph“ & „Daily Mail“). Etwa 1/5 der „Habs Boys“ studieren später in Oxford oder Cambridge, ein Zeugnis exzellenter Bildung.

Als Delegierte des Vereinten Königreichs debattierten wir 2 ½ Tage in verschiedenen Komitees über politische Themen wie Kindersoldaten oder politische Stabilität in Afghanistan, Palästina oder Sudan. Eigentlich genau das gleiche wie bei allen anderen MUNs, an denen wir bereits teilgenommen haben.

Die Besonderheit ?

An HABSMUN haben bisher lediglich britische Schulen teilgenommen, im Jahr 2011 waren wir also die erste und einzige ausländische Schule. Aus Solidarität erhielten wir „United Kingdom“, eines der einflussreichsten Länder, da es im UN Sicherheitsrat zu den P5-Nationen gehört. Es war eine große Herausforderung für uns, neben den vielen Muttersprachlern zu debattieren. Wir schlugen uns aber ganz hervorragend.


Vivien Valentiner und Robert von Kügelgen

Neben dem „distinguished delegation“- Award für die gesamte Delegation erhielten Simon und Eike jeweils eine Urkunde als „distinguished delegate“ von ihren „chairs“ (Leiter der Debatten). Ein  weiteres Highlight war Simons Rede in der Generalversammlung und seine Aktivität im Sicherheitsrat, in dem er während der Debatten Gebrauch von seinem Vetorecht machte und die britischen Lehrer mit seinen sprachlichen Fertigkeiten beeindruckte.



Kayleigh Walsh, irische Sprachassistentin an der Thomas-Mann-Schule, begleitete uns und erhielt von den britischen Lehrern exzellente Rückmeldungen über die Leistungen der Delegation. So konnten wir nach 2 ½ Tagen eine sehr positive Bilanz ziehen: Jeder hatte in seinem Komitee mindestens eine Rede gehalten, Simons Resolution wurde einstimmig angenommen und es war für alle eine einzigartige Erfahrung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die MUN ein beeindruckendes Niveau hatte, für uns war es also kein Wunder die vielen Auszeichnungen für den Debattierclub der Schule zu sehen. Ziehen wir einen Vergleich zu MUNOL, stellt man fest, dass wir in 2 ½ Tagen das erreicht haben, was man bei MUNOL in 5 Tagen erlebt. Jedoch muss man bedenken, dass Delegierte bei MUNOL eine Sprachbarriere haben und diese überwinden müssen und die britischen Delegierten aus dem Stand ausgezeichnete Reden halten können. 

Neben sprachlichen Fortschritten lernten wir innerhalb von 3 Tagen so einiges über die Kultur der Briten. Nicht nur der Linksverkehr, die britische Währung und der englische Humor fielen uns auf, sondern auch die besonders guten Manieren der Teilnehmer . Alle waren sehr freundlich zu uns und höflich zueinander – insbesondere zu den „Germans“. Mit dieser Offenheit und Begeisterung hatte ich persönlich nicht gerechnet, daher freute mich die positive Rückmeldung der anderen Delegierten über meine Sprache und meine Reden. Sie fragten außerdem unheimlich viel und wollten, dass ich mit ihnen ein bisschen Deutsch spreche.
 Auch die englischen Jungs beeindruckten erheblich durch ihre guten Manieren. So wurde mir die Tür aufgehalten, die Tasche abgenommen oder „You look lovely today“ gesagt, was man von den Deutschen ja nicht sonderlich gewohnt ist.


Kayleigh Walsh, Vivien Valentiner, Simon Spendler, Robert von Kügelgen, Oliver Rychert und Eike Coprian (von links)

Insgesamt war die Fahrt ein voller Erfolg und eine Erfahrung fürs Leben.
An dieser Stelle geht großer Dank an Simon Spendler, der diese Fahrt angeregt hat und zusammen mit Robert von Kügelgen organisierte. Außerdem dankt die Gruppe ganz besonders unser Assistentin aus Irland, Kayleigh Walsh, die sofort bereit war, uns zu begleiten, wodurch dieser einzigartige Eindruck von einer englischen Eliteschule für uns erst möglich wurde.

Vivien Valentiner
15.03.2011

Fotos: © Vivien Valentiner


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