Besuch des Konzentrationslagers Neuengamme

Am 15. Februar 2007 besuchten die drei 10. Klassen das Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg.


Am Mahnmal

Sichtlich bewegt zeigten sich die SchülerInnen und Schüler von den 20000 Häftlingsnamen, die, auf weiße Stoffbahnen gedruckt und nach den Sterbedaten der Opfer geordnet, einen Eindruck von der ungeheuren Zahl der hier im Lager getöteten Menschen vermittelten. An den ausgestellten Totenbüchern wird der Zynismus der SS-Lagerverwaltung deutlich, denn alle möglichen Krankheiten wurden als Todesursache angegeben, um die Vernichtung durch Zwangsarbeit zu verschleiern.
Am Mahnmal wurde die Symbolik der Säule und die Bedeutung  hervorstehenden Dreiecke erläutert. Die verschiedenfarbigen Dreiecke, mit denen die Häftlinge gekennzeichnet wurden, kehren als Motiv auch an der Skulptur des geschundenen Opfers wieder.


Die Form des Dreiecks an der Skulptur

Das trübe, nasskalte Wetter, das beim Rundgang trotz wetterfester Kleidung ein unangenehmes Frösteln hervorrief, ließ eine Ahnung davon aufkommen, wie es den unterernährten Lagerinsassen in ihren dünnen Drillichanzügen und Holzschuhen bei der Zwangsarbeit in den Tongruben, beim Bau des sechs Kilometer langen Stichkanals von der Dove-Elbe oder in der Ziegelei ergangen sein mag.


Der von den Häftlingen gegrabene Stichkanal

Bei der Führung über das Gelände kamen die Gruppen auch am Haus des Kommandanten und an den Resten der modernen Justizvollzugsanstalt vorbei, die in den 70er Jahren trotz der Proteste der Überlebenden auf dem Gelände des Konzentrationslagers errichtet worden war. Die Gedenkstätte wurde erst in den 80er Jahren geschaffen, und aufgrund der Öffentlichkeitsarbeit verschiedener Initiativen in den  letzten Jahrzehnten erschien der Betrieb dieses Gefängnisses zunehmend politisch unhaltbar, so dass die Hamburger Bürgerschaft den Abriss beschloss, der jetzt fast beendet ist.


Haus des Lagerkommandanten

Die Ausstellung in einer der beiden ehemaligen Lagerkasernen ist so umfangreich, dass unsere knapp bemessene Zeit nur dazu  reichte, sich einen ersten Eindruck von den Abteilungen zu verschaffen. Beeindruckend sind neben den Schaukästen mit Gegenständen aus dem Besitz der Häftlinge auch  die vielen Mappen, in denen die Schicksale der Opfer so nahe gebracht werden, dass aus den aufgelisteten Namen der Gedenkstätte Menschen aus Fleisch und Blut werden.
Wir waren uns einig, dass nur durch einen weiteren Besuch der Gedenkstätte die Ausstellung vollständig erschlossen werden kann.

Sabine Jebens-Ibs
17.02.2007
Fotos © S. Jebens-Ibs



An der Rampe

 
Fachbereich Geschichte
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