|
|
|
| Fächerangebot | Fächerübersicht |
| Bilingualer Unterricht |
|
|
|
Moritz, Schüler 8. Klasse der Thomas-Mann-Schule, ist Preisträger des diesjährigen Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten
Ungewöhnlich viele, nämlich fast 2000 Arbeiten wurden eingereicht, 550 mit Preisen belohnt. Die Preisträger erhalten ein Preisgeld und können an den Jugendforen des Geschichtswettbewerbs, der alle zwei Jahre von der Körber-Stiftung in Hamburg ausgerichtet wird, als Gäste der Stiftung teilnehmen. Frau
Kohfeldt, Leiterin der Thomas-Mann-Schule gab ihrer besonderen Freude darüber
Ausdruck, dass auch die estnische Partnerschule der Thomas-Mann-Schule
unter den Preisträgern ist. Zum drittenmal habe sich hier die Zusammenarbeit
von Herrn Henke, der die Schüler der Thomas-Mann-Schule betreut hat,
und seiner estnischen Kollegin, der Deutschlehrerin Helgi Org, bewährt.
Die Preisträger sind auch Teilnehmer am Austauschprogramm
beider Schulen.
Moritz
Joseph, 13 Jahre alt, beschäftigte sich mit einer „fast vergessenen
humanitären Katastrophe“, an die Frau Professor Antjekathrin Graßmann,
Leiterin des Lübecker Archivs, 1997 erinnert hatte. Sie geschah, als
die Truppen Napoleons Lübeck bereits geräumt hatten und sich
überall in Norddeutschland auf dem Rückzug vor russischen und
schwedischen Truppen befanden. Der französische Marschall Davout war
entschlossen, Hamburg für seinen Kaiser zu halten – ohne Erfolg, wie
sich zeigen sollte. Aber zunächst richtete er die von Moritz beschriebene
humanitäre Katastrophe an. Ausgerechnet zum Weihnachtsfest 1813 ließ
er die Hamburger Vorstädte niederbrennen, um ein freies Schussfeld
vor den Festungswällen zu haben. Arme, Alte und Kranke wurden als
unnötige Esser aus der Stadt vertrieben und die Vorräte der Waisenhäuser
und Armenanstalten wurden vom Militär beschlagnahmt. In Lübeck
fanden viele der Vertriebenen nach einem strapaziösen Zug über
winterliche Straßen Aufnahme. Viele trugen nicht einmal das Nötigste
am Leib, für alle stellten die Lübecker Nahrung, Kleidung, Unterkunft
und ärztliche Behandlung bereit. Moritz zeigt durch einen Vergleich
der damals durchgeführten Maßnahmen mit den in der Stadt bewährten
Methoden der Armenfürsorge, dass man dabei auf bewährte Verfahrensweisen
zurückgriff. Er ging mit der Kamera durch die Stadt und fotografierte,
was von den Gebäuden im Stadtbild erhalten ist, die damals zur Unterbringung
der Vertriebenen dienten. Er findet: Mindestens an einem dieser Gebäude
sollte eine Erinnerungstafel angebracht werden.
Der
Beitrag der Schülerinnen und Schüler aus Loo bei Tallinn, Estland,
befasst sich mit Vertreibungsschicksalen. Nach der Besetzung Estlands durch
die Rote Armee im Zuge des Hitler-Stalin-Paktes wurde die estnische Führungsschicht
in den Ural und nach Sibirien verschleppt. Noch während der Transporte
überfiel dann die Wehrmacht die Sowjetunion, estnische Partisanen
kamen aus den Wäldern und schlossen sich dem Feind ihres Feindes an.
Sie wurden Opfer einer zweiten Deportationswelle, nachdem die Sowjetunion
Estland 1944 zurück erobert hatte. Auch hier führte der Geschichtswettbewerb
dazu, dass Kinder ihre Großeltern nach Erlebnissen befragten, über
die diese lange nicht gesprochen hatten.
|
|||||
| Links:
Partnerschule Loo Keskkool/ Tallinn Austausch mit Estland 2003 Pressemitteilungen der Körber-Stiftung zum Geschichtswettbewerb Körber-Stiftung |
|||||
|
30.11.2003 |
|||||
| Fotos: © S. Wessin | |||||
| Thomas-Mann-Schule
- Thomas-Mann-Str. 14 - 23564 Lübeck - Tel. 0451/1228614 - Fax.
0451/1228621
Impressum |