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Fachbereich Geschichte 
"Weggehen - Ankommen. Migration in der Geschichte"

Moritz,  Schüler 8. Klasse der Thomas-Mann-Schule, ist Preisträger des diesjährigen Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten

Foto (38KB)

Ungewöhnlich viele, nämlich fast 2000 Arbeiten wurden eingereicht, 550 mit Preisen belohnt. Die Preisträger erhalten ein Preisgeld und können an den Jugendforen des Geschichtswettbewerbs, der alle zwei Jahre von der Körber-Stiftung in Hamburg ausgerichtet wird, als Gäste der Stiftung teilnehmen.

Frau Kohfeldt, Leiterin der Thomas-Mann-Schule gab ihrer besonderen Freude darüber Ausdruck, dass auch die estnische Partnerschule der Thomas-Mann-Schule unter den Preisträgern ist. Zum drittenmal habe sich hier die Zusammenarbeit von Herrn Henke, der die Schüler der Thomas-Mann-Schule betreut hat,  und seiner estnischen Kollegin, der Deutschlehrerin Helgi Org, bewährt. Die Preisträger sind auch Teilnehmer am Austauschprogramm beider Schulen. 
 

Foto Wakenitzmauer (15KB) Roddesen - Tapetenfabrik (Wakenitzmauer 130).
Dieses Gebäude diente von Neujahr bis Juni 1814 als Versorgungshaus für die von den Truppen Napoleons vertriebenen Hamburger.  Hier fanden 360 Alte, Frauen und Kinder eine Unterkunft und umfassende Betreuung. Obwohl Lübeck zu dieser Zeit nur 23.000  Einwohner hatte und selber Not litt, fanden rund 7.000 Hamburger in der Stadt eine Zuflucht.  Diese Hilfsbereitschaft der Lübecker Bürger sollte ein Vorbild sein für künftige Generationen.

Moritz Joseph, 13 Jahre alt, beschäftigte sich mit einer „fast vergessenen humanitären Katastrophe“, an die Frau Professor Antjekathrin Graßmann, Leiterin des Lübecker Archivs, 1997 erinnert hatte. Sie geschah, als die Truppen Napoleons Lübeck bereits geräumt hatten und sich überall in Norddeutschland auf dem Rückzug vor russischen und schwedischen Truppen befanden. Der französische Marschall Davout war entschlossen, Hamburg für seinen Kaiser zu halten – ohne Erfolg, wie sich zeigen sollte. Aber zunächst richtete er die von Moritz beschriebene humanitäre Katastrophe an. Ausgerechnet zum Weihnachtsfest 1813 ließ er die Hamburger Vorstädte niederbrennen, um ein freies Schussfeld vor den Festungswällen zu haben. Arme, Alte und Kranke wurden als unnötige Esser aus der Stadt vertrieben und die Vorräte der Waisenhäuser und Armenanstalten wurden vom Militär beschlagnahmt. In Lübeck fanden viele der Vertriebenen nach einem strapaziösen Zug über winterliche Straßen Aufnahme. Viele trugen nicht einmal das Nötigste am Leib, für alle stellten die Lübecker Nahrung, Kleidung, Unterkunft und ärztliche Behandlung bereit. Moritz zeigt durch einen Vergleich der damals durchgeführten Maßnahmen mit den in der Stadt bewährten Methoden der Armenfürsorge, dass man dabei auf bewährte Verfahrensweisen zurückgriff. Er ging mit der Kamera durch die Stadt und fotografierte, was von den Gebäuden im Stadtbild erhalten ist, die damals zur Unterbringung der Vertriebenen dienten. Er findet: Mindestens an einem dieser Gebäude sollte eine Erinnerungstafel angebracht werden.
 

Wakenitzmauer (30KB)
Wakenitzmauer 130

Der Beitrag der Schülerinnen und Schüler aus Loo bei Tallinn, Estland, befasst sich mit Vertreibungsschicksalen. Nach der Besetzung Estlands durch die Rote Armee im Zuge des Hitler-Stalin-Paktes wurde die estnische Führungsschicht in den Ural und nach Sibirien verschleppt. Noch während der Transporte überfiel dann die Wehrmacht die Sowjetunion, estnische Partisanen kamen aus den Wäldern und schlossen sich dem Feind ihres Feindes an. Sie wurden Opfer einer zweiten Deportationswelle, nachdem die Sowjetunion Estland 1944 zurück erobert hatte. Auch hier führte der Geschichtswettbewerb dazu, dass Kinder ihre Großeltern nach Erlebnissen befragten, über die diese lange nicht gesprochen hatten.
 

Links: 
Partnerschule Loo Keskkool/ Tallinn
Austausch mit Estland 2003
Manfred Henke 
30.11.2003
Fotos: © S. Wessin

 
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