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Projet archéologique
2010/2011
Französisch 10a/b Fächerübergreifendes Projekt
Am
22. Juni 2011 besuchten wir, die Französischklasse
10a/b, die zur Zeit größte
Ausgrabungsstätte Norddeutschlands in der
Braunstraße 14-32 in Lübeck. Hier wird seit 2009 nach
historischen Funden aus dem Mittelalter gegraben. Bisher wurden auf der
insgesamt 9.000 Quadratmeter großen Ausgrabungsfläche
etwa 14.000 Einzelfunde geborgen, darunter fast ganz erhaltene
Gefäße, Kannen, Münzen und Schuhe.
La grande découverte dans le quartier des marchands à Lübeck Warum behandelten wir dieses Thema im Französischunterricht? Ausgehend vom Lehrbuchtext Band 4, Lektion 2 «Découvertes» hatten wir uns zunächst mit den « Fouilles à Lübeck», den Grabungen im Gründungsviertel zwischen Braunstraße und Fischstraße beschäftigt. Nach Recherchen zur Geschichte der Hansestadt Lübeck, Fotodokumentationen über den Grabungsort und den ersten Übersetzungen unserer eigenen Texte erstellten wir in kleinen Gruppen französischsprachige Flyer.
Exkursion ins
Gründungsviertel Lübecks am 22.06.2011
Im
InfoPoint machte uns Herr Dr. Steppuhn zunächst mit den wichtigsten
Fakten des Ausgrabungsablaufes vertraut. Zum Team gehören 36
Mitarbeiter, die von 2009 bis voraussichtlich 2013 auf dem
Ausgrabungsgelände arbeiten werden. 9 Millionen Euro
fließen in das Projekt. Allein das "Oktoberfestzelt"
zum
Schutz der Fläche kostet ca. 600.000 Euro Miete.
Grundrisszeichnungen der Ausgrabungsgebiete machen deutlich, wie groß das Gelände ist. Während der erste Abschnitt, der Parkplatz Einhäuschen-Querstraße (Grabung seit Oktober 2009 bis Mitte 2010) weitgehend abgeschlossen ist, werden seit Juli 2010 die Arbeiten auf dem ehemaligen Schulgelände der Dorothea-Schlözer-Schule fortgesetzt. Dort steht das große weiße Zelt, das schon von weitem auf die Grabungen hinweist.
Wir erfuhren, dass das Wohnhaus einer Familie im Mittelalter in verschiedene Abschnitte unterteilt war, in einen Keller, der durch eine Rampe zu erreichen war, einen Stall und einen Wohnbereich mit anschließender Kloake. Hier, zwischen Braun- und Fischstraße, sind diese Kloaken deutlich zu erkennen. „Für uns Archäologen sind die Kloaken wahre Schätze“, freute sich Dr. Peter Steppuhn. "Sie sind oftmals am interessantesten für die Archäologen, da dort unter anderem auch zerbrochene Krüge oder abgetragene Schuhe entsorgt wurden." Herr Dr. Steppuhn erklärte uns verschiedene Bauweisen und den Reinigungsprozess der Kloaken an diesem Standort.
Eine Sensation der Ausgrabung ist ein hölzerner Zweier-Toilettensitz, ohnehin ist die Holzerhaltung in Lübecks Ausgrabungsstätte einzigartig. Viele der kostbaren Einzelfunde wie zum Beispiel die Krüge wurden aber auch oft aus Hunderten von Einzelstücken und Bruchteilen in mühseliger Kleinarbeit zusammengeklebt und wieder hergestellt. Das Schwierigste dabei war, dass die Einzelstücke innerhalb einer Kloake auf einer Tiefe von bis zu 3 Metern verstreut waren. Das Ergebnis lässt sich sehen. Viele Touristen besuchen die Ausgrabungsstätte und den dazugehörigen InfoPoint.
Im Grabungszelt lässt sich die Entwicklung Lübecks im 12. und 13. Jahrhundert anhand der Plakate (siehen oben) gut nachvollziehen. Das Grabungsgelände (rechts daneben auf dem Plakat) zeigt rot: den ehemaligen Parkplatz, blau: das derzeitige Grabungsgelände und grün: den dritten Abschnitt im Bereich der Hanse-Schule.
Unter fachkundiger Führung durch Herrn Dr. Steppuhn gingen wir einmal um die Ausgrabungsarbeiten ringsum. Ausführliche Erklärungen zu einzelnen Ausgrabungsaspekten, die man ohne Führung sonst nicht erfährt, versetzten uns in die Lage, den Grabungsprozess besser zu verstehen.
Insgesamt fanden wir die Führung sehr informativ. Wir danken Herrn Dr. Steppuhn für den Einblick in die hochinteressante Geschichte Lübecks.
Die
Französischschüler und -schülerinnen der
10a/b
Leitung: Susan Wessin 30.06.2011 Fotos: S. Wessin - Thomas-Mann-Schule
Lübeck
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