Projet archéologique 2010/2011
Französisch 10a/b

Fächerübergreifendes Projekt


Am 22. Juni 2011 besuchten wir, die Französischklasse 10a/b, die zur Zeit größte Ausgrabungsstätte Norddeutschlands in der Braunstraße 14-32 in Lübeck. Hier wird seit 2009 nach historischen Funden aus dem Mittelalter gegraben. Bisher wurden auf der insgesamt 9.000 Quadratmeter großen Ausgrabungsfläche etwa 14.000 Einzelfunde geborgen, darunter fast ganz erhaltene Gefäße, Kannen, Münzen und Schuhe.  

La grande découverte dans le quartier des marchands à Lübeck

Warum behandelten wir dieses Thema im Französischunterricht?
Ausgehend vom Lehrbuchtext Band 4, Lektion 2 «Découvertes» hatten wir uns zunächst mit den « Fouilles à Lübeck», den Grabungen im Gründungsviertel zwischen Braunstraße und Fischstraße beschäftigt. Nach Recherchen zur Geschichte der Hansestadt Lübeck, Fotodokumentationen über den Grabungsort und den ersten Übersetzungen unserer eigenen Texte erstellten wir in kleinen Gruppen französischsprachige Flyer.


Beispiele der Texte:

Fondée en 1143 par Adolf von Schauenburg, reconstruite en 1157/59 par le duc de Saxe Henri le Lion, Lübeck obtient le Soester Stadtrecht en 1160.
Cette date marque le début de la Hanse, une « association des marchands de l'Empire romain fréquentant Gotland » et plus particulièrement des villes marchandes.
En 1226, Lübeck est déclaré ville impériale libre.
En 1361, après la conquête de la première capitale de la Hanse, Visby, par les Danois, Lübeck devient la première ville hanséatique et  la ville commerciale la plus importante dans l'Europe du Nord. Lübeck est la deuxième grande ville allemande juste après Cologne.
Au 14ème siècle, Lübeck est l’une des plus grandes villes du Saint Empire romain germanique.
Au 16ème siècle, la concurrence anglaise et hollandaise favorise le déclin de la ligue hanséatique et par la même occasion, Lübeck perd de l'importance, mais reste une ville commerciale.



Jusqu'à présent, sur le site archéologique à Luebeck, beaucoup de vieux objets ont été trouvés - par exemple: des récipients de céramique, des vases, de vieux tableaux, des conduites d'eau, des verres et aussi des perles. Des traces de vieilles maisons ont été découvertes. Souvent, les marchands qui vivaient ici à partir du XIIIe siècle étaient riches. Au musée Sainte-Anne, des sculptures et des objets d'art décoratifs datant des XVe et XVIe siècles sont exposés.


Exkursion ins Gründungsviertel Lübecks am 22.06.2011
  • Wo lag Lübecks Gründungssiedlung genau?
  • Gibt es Spuren von der slawischen Vorbesiedlung?
  • Wie sah diese Vorbesiedlung aus?
  • Wie war die Struktur der ganz jungen Stadt?
Auf diese Fragen, so hoffen die Lübecker Archäologen, werden die Grabungen Antwort geben. Und wir haben uns dank einer sehr informativen Führung durch den Archäologen Herrn Dr. Steppuhn einen ersten realen Eindruck von der Großgrabung in Lübecks ältestem Viertel verschaffen können.

Im InfoPoint machte uns Herr Dr. Steppuhn zunächst mit den wichtigsten Fakten des Ausgrabungsablaufes vertraut. Zum Team gehören 36 Mitarbeiter, die von 2009 bis voraussichtlich 2013 auf dem Ausgrabungsgelände arbeiten werden. 9 Millionen Euro fließen in das Projekt. Allein das "Oktoberfestzelt" zum Schutz der Fläche kostet ca. 600.000 Euro Miete.


Beginn der Führung im InfoPoint

Grundrisszeichnungen der Ausgrabungsgebiete machen deutlich, wie groß das Gelände ist. Während der erste Abschnitt, der Parkplatz Einhäuschen-Querstraße (Grabung seit Oktober 2009 bis Mitte 2010) weitgehend abgeschlossen ist, werden seit Juli 2010 die Arbeiten auf dem ehemaligen Schulgelände der Dorothea-Schlözer-Schule fortgesetzt. Dort steht das große weiße Zelt, das schon von weitem auf die Grabungen hinweist.

Blick auf den ehemaligen Parkplatz mit freigelegten Kloaken, Brunnen und Mauerresten.


Wir erfuhren, dass das Wohnhaus einer Familie im Mittelalter in verschiedene Abschnitte unterteilt war, in einen Keller, der durch eine Rampe zu erreichen war, einen Stall und einen Wohnbereich mit anschließender Kloake. Hier, zwischen Braun- und Fischstraße, sind diese Kloaken deutlich zu erkennen. „Für uns Archäologen sind die Kloaken wahre Schätze“, freute sich Dr. Peter Steppuhn.
"Sie sind oftmals am interessantesten für die Archäologen, da dort unter anderem auch zerbrochene Krüge oder abgetragene Schuhe entsorgt wurden." Herr Dr. Steppuhn erklärte uns verschiedene Bauweisen und den Reinigungsprozess der Kloaken an diesem Standort.

Die Doppelsitz-Toilette aus dem 13. Jahrhundert

Eine Sensation der Ausgrabung ist ein hölzerner Zweier-Toilettensitz, ohnehin ist die Holzerhaltung in Lübecks Ausgrabungsstätte einzigartig. Viele der kostbaren Einzelfunde wie zum Beispiel die Krüge wurden aber auch oft aus Hunderten von Einzelstücken und Bruchteilen in mühseliger Kleinarbeit zusammengeklebt und wieder hergestellt. Das Schwierigste dabei war, dass die Einzelstücke innerhalb einer Kloake auf einer Tiefe von bis zu 3 Metern verstreut waren. Das Ergebnis lässt sich sehen. Viele Touristen besuchen die Ausgrabungsstätte und den dazugehörigen InfoPoint.



Im Grabungszelt lässt sich die Entwicklung Lübecks im 12. und 13. Jahrhundert anhand der Plakate (siehen oben) gut nachvollziehen.
Das Grabungsgelände (rechts daneben auf dem Plakat) zeigt rot: den ehemaligen Parkplatz, blau: das derzeitige Grabungsgelände und grün: den dritten Abschnitt im Bereich der Hanse-Schule.



Unter fachkundiger Führung durch Herrn Dr. Steppuhn gingen wir einmal um die Ausgrabungsarbeiten ringsum. Ausführliche Erklärungen zu einzelnen Ausgrabungsaspekten, die man ohne Führung sonst nicht erfährt, versetzten uns in die Lage, den Grabungsprozess besser zu verstehen.


Die Haus- und Grundstücksstrukturen lassen sich gut erkennen, ebenso die tiefer gelegenen Siedlungsschichten.


Insgesamt fanden wir die Führung sehr informativ. Wir danken Herrn Dr. Steppuhn für den Einblick in die hochinteressante Geschichte Lübecks.


Die Französischschüler und -schülerinnen der 10a/b
Leitung: Susan Wessin

30.06.2011


Fotos: S. Wessin - Thomas-Mann-Schule Lübeck





 
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