Mit einem Mal standen
zwei Pakete vor uns, gefüllt mit jeweils fünf
zeitgenössischen, französischen Jugend-Romanen. Ohne
großartig ein Wort darüber zu verlieren, steckten wir, die
Schüler des Französisch-Grundkurses des 13. Jahrgangs, sie
ein und fuhren mit dem Unterricht fort. Ein unspektakulärer
Beginn eines doch sehr außergewöhnlichen Projekts.
Da wir nun bereits zum
zweiten Mal am „Prix des Lycéens allemands“ teilnehmen und
das Ende unserer ersten Teilnahme erst sechs Monate zurückliegt,
war vieles für uns in diesem Moment Routine, wenn nicht Teil
eines Rituals. So wussten wir beim Entgegennehmen der Bücher
genau, dass jeder von uns in der Folgezeit bis in den Februar hinein
alle fünf Romane gelesen haben muss. Der Grund? Im Anschluss an
diese erste „Lesephase“ werden wir nach intensiver Diskussion
eines der fünf Werke in geheimer Wahl für die
Preisverleihung auswählen, die am 23. März 2007 im Rahmen
der Leipziger Buchmesse stattfinden wird. Doch da neben uns ungefähr
3000 weitere Schüler bundesweit genauso verfahren, ist außer
der Schuljury noch eine Jury auf Landes- und letztendlich auf
Bundesebene notwendig, um den endgültigen Sieger ausfindig zu
machen. Für die Diskussion und Abstimmung auf Landesebene wird
unser Französisch-Kurs einen Delegierten entsenden.
Nominiert für den
„Prix des Lycéens allemands 2007“, der dem französischen
„Prix Goncourt des Lycéens“ nachempfunden wurde, sind
folgende Werke:
- Créature
contre créateur (Sarah K., 2005)
- Felicidad
(Jean Molla, 2005)
- L’année
de mes 15 ans (Marie-Claude Bérot, 2006)
- Le
roman de Noémie, (Véronique M. Le Normand, 2005)
- Maestro
(Xavier-Laurent Petit, 2005)
Warum haben wir uns nun
bereits zum zweiten Mal freiwillig dazu bereit erklärt, am „Prix
des Lycéens allemands“ teilzunehmen?
Einen ausschlaggebenden
Faktor hat der Inhalt der Werke gespielt: Aktuelle Themen wie
Gentechnik, Menschenrechte und demokratische Werte spielen in den
Werken der fünf nominierten, französischen Autoren dieses
Jahr eine bedeutende Rolle. Dementsprechend erhofften wir uns sehr
lebhafte und ergiebige Diskussionen.
Außerdem wussten
wir, dass uns auch dieses Mal wieder ein Forum zur Verfügung
gestellt werden würde, in dem wir mit allen anderen Teilnehmern
des Prix des Lycéens über die einzelnen Romane (natürlich
auf Französisch) diskutieren können. Neben unseren
Lesefähigkeiten und unserem Wortschatz würden also auch
unsere Argumentationsfähigkeiten im Französischen gestärkt
werden, was insbesondere für diejenigen unter uns von Interesse
war, die Französisch als Abitur-Prüfungsfach gewählt
haben.
Ein weiterer Grund für
uns, sich auf ein Neues in die Leserei zu „stürzen“, war die
Möglichkeit, einen der nominierten Autoren persönlich
kennen zu lernen und mit ihm über sein Werk zu diskutieren. Denn
bereits letztes Jahr haben die Organisatoren des „Prix des Lycéens
allemands“, die Kulturabteilung der Französischen Botschaft in
Berlin, der Ernst-Klett-Verlag und die Leipziger Buchmesse, solche
Treffen arrangiert, an denen wir zweimal teilnehmen durften. Kurze
Zeit nach dem Anlaufen dieses Projekts sollten wir schließlich
erfahren, dass Xavier-Laurent Petit, der Autor von ‚Maestro’, am
22. Januar 2007, dem Deutsch-Französischem Tag, zu einer Lesung an unsere Schule kommen wird.
Neben der Lektüre,
der wir uns außerhalb des Unterrichts widmen, stellen wir uns
die jeweiligen Romane in Zweier-Teams gegenseitig vor.
Text © Mathias Alt
01.01.2007

Prix des Lycéens 2007
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