Drei
Tage Paris - davon zwei für die An- und Abreise und einer für
unser eigentliches Anliegen: der Fertigstellung des Konzepts
eines deutsch-französischen Theaterprojektes. Das hörte sich
nach viel Stress an, doch es schwang gleichzeitig die Vorfreude auf das
mit, was uns erwarten würde.
Im Rahmen des Theaterfestivals „Starke Stücke“
in Offenbach bei Frankfurt am Main, an dem wir, Hannes, Zsa-Zsa und
Luise aus dem 13. Jahrgang zusammen mit Frau Dudzik, im April
teilgenommen hatten, standen nun eine Nachbesprechung und die
Fortsetzung der Ausarbeitung eines Theaterprojektes für deutsche
und französische Jugendliche an. Dazu waren wir vom Deutsch-
Französischen Jugendwerk (DFJW/ OFAJ)
zusammen mit drei französischen Schülerinnen aus Nizza und
ihrer Theaterlehrerin nach Paris eingeladen worden, um dort gemeinsam
mit zwei Vertretern des Deutsch-Französischen Jugendwerks und
Vertreterinnen des Festivals „Starke Stücke“ das
Konzept abschließend auszuarbeiten.
Am 14. Dezember kamen wir nach dem Flug von Hamburg spätabends in
unserem Quartier im 13. Arrondissement in der Nähe der Place
d'Italie an. Wir nutzten die Gelegenheit, uns das winterliche,
vorweihnachtlich beleuchtete Paris - die „Ville
Lumière“ - anzusehen.
Weihnachtliche Auslagen in einer Pâtisserie
Für den nächsten Tag war das Treffen im
Deutsch-Französischen Jugendwerk vorgesehen. Davor hatten wir noch
Zeit, das Quartier Latin und die Ile St-Louis und die Ile de la
Cité, die Binneninseln der Seine, die den ältesten Teil der
Hauptstadt Frankreichs darstellen, zu erkunden.
Zsa-Zsa, Luise und Hannes am Ufer der Seine
Da Paris für uns Zentralabiturthema ist, nahmen wir bewusst
bestimmte Aspekte der Stadt wahr. So beispielsweise auch die besondere
Architektur des Stadtplaners Haussmann, der in der Mitte des 19.
Jahrhunderts das Stadtbild nach klassizistischem Vorbild modernisierte.
In den Straßen fiel uns die große Anzahl Obdachloser auf
(insgesamt sollen es über 8000 sein).
Im Deutsch-Französischen Jugendwerk trafen wir M. Schmidt und Mme Cavillan, die die Begegnung leiteten.
Eingeladen waren zudem Frau Blickle (von der „KulturRegion
FrankfurtRheinMain“ und Frau Freiling (vom Theaterhaus
Frankfurt), die das internationale Kinder- und Jugendtheaterfestival
„Starke Stücke“ organisieren.
Während unseres Aufenthaltes in Offenbach hatten wir gemeinsam mit
der Gruppe aus Nizza ein Konzept für einen Theaterworkshop
für deutsche und französische Schüler im Rahmen des
Theaterfestivals erstellt. Dieses erklärten wir den anderen und
überarbeiteten es gemeinsam, so dass es zum Schluss den Ideen
aller gerecht wurde. Dies stellte sich zunächst als schwieriger
als gedacht dar, da die Vorstellungen der verschiedenen Gruppen
teilweise weit voneinander entfernt waren.
Das Projekt sieht nun vor, im Frühling 2010 ca. 25 deutsche und 25
französische Jugendliche für eine Woche nach Offenbach
einzuladen. Sie werden sich parallel zum Theaterfestival
schauspielerisch in Workshops mit den dort vorgeführten
Stücken befassen. Dabei sollen neben dem Theater auch die
Begegnung und der Austausch zwischen den Jugendlichen eine Rolle
spielen.
Nachdem am Abend das Konzept stand, begaben wir uns wieder ins
nächtliche Paris und sahen uns den Eiffelturm und die
Prachtstraße „Champs Elysées“ mit
Weihnachtsbeleuchtung an.
Alles in allem hat sich der Stress gelohnt und uns der Aufenthalt in
Paris sehr gut gefallen. Wir sind froh, dass wir unsere Ideen und
Vorschläge für ein geplantes Theaterprojekt aktiv mit
einbringen konnten. Wir hoffen, dass auf diese Weise der Austausch
zwischen französischen und deutschen Schülern gefördert
wird und über das Schauspiel hinaus das Interesse für das
jeweils andere Land geweckt werden kann.
Das deutsch-französische Tandem auf der Place des Vosges
Luise Kluge
06.01.2010
Fotos: © Chr. Dudzik
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