Am 4. November 2008 empfing die Thomas-Mann-Schule die 46-jährige Autorin Julia Billet
aus Frankreich, eine der nominierten AutorInnen für den Prix des
Lycéens allemands 2009. Auf Einladung der Kulturabteilung der
französischen Botschaft, vertreten duch Monsieur Laurent Capus
(Institut Français de Hambourg) und Madame Catherine Rönnau
(Centre culturel français de Kiel), war Madame Billet nach
Lübeck gekommen.

C. Dudzik, C. Rönnau, J.Billet (von links
nach rechts), SchülerInnen des LK Französisch 12. Jg. und
L.Capus (oben rechts)
Schüler und Schülerinnen der teilnehmenden Leistungskurse des
Gymnasiums am Heimgarten in Ahrensburg, der Ernestinenschule in
Lübeck und der Thomas-Mann-Schule unter der Leitung von Frau
Dudzik sowie die Gäste aus dem Französischleistungskurs 13
Jg. und der Profilklasse Französisch
11. Jg. von der Thomas-Mann-Schule waren ebenfalls dieser
Einladung gefolgt. Für sie war es eine besondere Gelegenheit,
Julia Billet zu erleben, die aus ihrem Roman „Alors, partir?“ vorlas und im Anschluss an die Lesung Fragen beantwortete.

In dem Buch geht es um den
Roma-Jungen Jaime, der mit seiner Familie seit sechs Jahren auf einem
Lagerplatz am Pariser Stadtrand lebt und kurz vor seinem Abitur steht.
Plötzlich jedoch fordern die Behörden den Wegzug der Roma,
die dadurch eine große Umstellung durchleben müssen. Die
Gruppe beschließt, nach Südfrankreich zu ziehen, um zu den
alten Wurzeln zurückzukehren. Jaime, der sich in seine
Klassenkameradin Ana verliebt hat, muss seine Bedürfnisse wie alle
anderen in den Hintergrund stellen und entdeckt seine Leidenschaft zum
Schreiben. Er beginnt, die Geschichte der Roma aufzuschreiben, um ihr
wertvolles Kulturgut zu bewahren und für die Nachwelt festzuhalten.
Die französische
Autorin aus dem Pariser Umland erschien anfangs etwas schüchtern,
taute jedoch mehr und mehr auf, als die ersten Fragen zu der Entstehung
ihres Buches und dem Hintergrund aufkamen. Sie beantwortete diese mit
sehr viel Freude am Erzählen und vermittelte ihren Zuhörern
einen interessanten und aufschlussreichen Einblick in ihre Arbeit.
So erfuhren wir, dass sie
bei einer Autofahrt eine Gruppe von Wohnwagen auf einem
Grünstreifen zwischen den Autobahnen entdeckte und sich fragte,
wie diese Menschen dort leben. Sie begann, Kontakt aufzunehmen, wurde
herzlich aufgenommen und erfuhr interessante Geschichten über die
Geschichte der Sinti und Roma und ihr heutiges Leben.
Außerdem
berichtete Mme Billet von ihrer Arbeit, die die meisten sich mit
großer Wahrscheinlichkeit einfacher vorgestellt hätten.
Beispielsweise benutzt sie für eher spannende oder von Gewalt
geprägte Szenen viele Wörter mit „r“, für sanfte eher
Wörter mit „s“. Überraschend war auch die Tatsache, dass erst
der elfte Verlag sich bereit erklärte, ihr neues Buch zu verlegen.
Ingesamt haben wir die
Lesung als sehr informativ empfunden und es war schön, dass Mme
Billet sie mit viel Lebendigkeit durchführte, so dass alle
Zuschauer einen Einblick in ihr Leben und ihre Arbeit bekommen konnten.
Zsa-Zsa Jeschke
Französischleistungskurs 12. Jahrgang
15.11.2008
Fotos: © TMS Lübeck
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