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 Rede zur Inbetriebnahme unserer umgebauten Sporthalle als „Ersatzaula“ am 20.02.2002

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Schulleiterin Anne-Kathrin Kohfeldt

Liebe Schulgemeinschaft, verehrte Gäste,

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen!
Diese Volksweisheit haben wir heute für uns in Anspruch genommen.
Wieso Fest? Was gibt es denn zu feiern? fragt sich sicherlich mancher, auch mancher von denen , die hier zuhören.
Soll etwa diese Halle  gefeiert werden? Als Schulaula womöglich, wo sie doch schon als Sporthalle unzulänglich ist?

Ich möchte heute versuchen, Ihnen zu zeigen, dass diese kleine Feier doch Sinn macht, obwohl sie einem Provisorium dient.

Dazu lenke ich Ihre Aufmerksamkeit zunächst auf die Anfänge unserer Schule.
Der Umzug der Schule am Falkenfeld 1959 in die Gebäude an der Thomas-Mann-Straße zeigte den Betroffenen:
Es fehlte eine Sporthalle, es fehlten sehr bald Klassenräume und es fehlte eine Aula.
Letzteres wurde auch sofort von Frau Dr. Kündiger, der damaligen Schulleiterin , beklagt.Sie schreibt im Jahresbericht 1962:“Für den Gesamtschulbetrieb vermissen wir jedoch sehr schmerzlich eine Aula, da die „Europahalle“ als Pausenhalle für größere Schulveranstaltungen nur als Notbehelf dienen kann.“
Nun, die Schule wurde erweitert: Es kam ein Trakt mit neuen Klassen hinzu.
Die Sporthalle wurde gebaut,
aber an eine Aula dachten nur die, die sie vermissten. Eine Aula gehört eben nicht zum Schulbauprogramm.

In der Zeit von Herrn Rossi tat sich wenig in dieser Frage. Nur die Eltern waren aktiv, denn es liegt in den Akten ein Entwurf vor, ein Grundriß für eine Halle.

Der Aulatraum
Seit dem 1.1.1998 nun begleitet mich  dieses Thema der fehlenden Aula. In den Reden zu meiner Amtseinführung wurde mir der Einsatz für einen solchen Bau ans Herz gelegt, z.B. von dem Schülersprecher Matthias Junge. Herr Lippke als Vertreter der Elternschaft appellierte bei Abiturentlassung seines Sohnes nochmals öffentlich an mich.

„Wir brauchen eine Aula“ - das  war eine Art Generalbass, der besonders zu festlichen Anlässen mit eigener Melodie hörbar wurde.
Denn dabei wurde ja besonders deutlich, warum das erforderlich war:
Zu jedwedem großen Ereignis musste die Halle für den Sport der Schule und der Vereine tagelang gesperrt werden, Schülerinnen und Schüler trugen Hunderte von Stühlen aus dem oberen Stockwerk herunter und am nächsten Tag wieder hinauf, Klassen wurden leergeräumt und konnten damit nicht genutzt werden.
Jedes freudige Ereignis machte also eine Menge lästiger Umstände : diese Lage selbst rief nach Veränderung!

Damit ist der Anlass beschrieben, der zur Gründung eines Fördervereins für den Aulabau führte.

An der Thomas-Mann-Schule gab und gibt es eine Gruppe sehr engagierter Eltern. Mit ihnen und einer Gruppe von Kollegen und Kolleginnen wurde in regelmäßigen Treffen eine Satzung erstellt, der Verein aus der Taufe gehoben, ein Vorstand gewählt, dem Lehrkräfte, Eltern und Schüler angehörten, und die Registrierung vom Amtsgericht sowie die Zuschreibung der Gemeinnützigkeit erreicht.

Letzteres ging nicht glatt.
Der in unserer Satzung zunächst direkt angesprochene Zweck, als Verein eine Veranstaltungshalle bauen zu wollen, die schließlich in den Besitz der Stadt übergeht, gilt nicht als gemeinnütziges Unternehmen.
Ich fand gerade das besonders gemeinnützig - aber  das nützte nichts, wir mussten die Satzung ändern.
Den Status der Gemeinnützigkeit brauchten wir, sonst war auf Spenden nicht zu hoffen.

Unsere  Traumhalle hatten wir übrigens schon getauft: Sie sollte Thomas-Mann-Forum“ heißen, weil sie ein offenes kulturelles Angebot über die Schulgemeinschaft hinaus für Stadtteil und Stadt ermöglichen sollte. So erklärt sich also unser Vereinsname.

Inzwischen hatten wir mit Aktionen zum Geldsammeln begonnen. Darunter fielen ein Flohmarkt, eine von Frau Dr. Jantscheck initiiertes Gesprächskonzert mit Lesungen von Texten Thomas Manns zum Thema „Europa“ sowie kürzlich die Aktion „Stuhlspende“. Gruppen unserer Schule spendeten, so die Theatergruppe Frau Miethigs, der Schleswiger Domchor,  und aus dem Erlös des Weihnachtsbasars wurde uns zweimal ein Anteil  gegeben.

Die frühe Unterstützung seitens der Gemeinnützigen, die für einen Bau 30.000 DM aus der Stiftung Lore Schelhorns  zusagte, war durchaus ermutigend.

Die Traumaula
Und in der Sache? Wie rückte der Verein seinem erklärten Ziel näher?
 In der Pionierphase waren wir viel unterwegs. Durch eine Zeitungsbericht fanden wir die Oberschule Alsterdorf in Hamburg und sahen vor Ort eine Aula, die mit hohem Anteil an Eigenmitteln erstellt worden war. Der Hamburger Senat hatte trotz einer Zusage den Baubeginn immer wieder verschleppt und wurde durch die Initiative der Schule in die Pflicht genommen. Wir erfuhren die abenteuerliche Geschichte des Bauprozesses und seiner Finanzierung - und kehrten optimistisch zurück.
Dann besuchten wir die hiesige Waldorfschule und ließen uns von Herrn Neumann erläutern, wie die Festhalle - ein wahres Schmuckstück - realisiert worden ist.
Neben ebenfalls viel Eigenarbeit wurde das Geld von den Eltern über den Verein aufgebracht, dem die Eltern von Waldorfschülern sowieso angehören. Sie zahlten in einen Baufonds ein, Kredite werden über die nationale Vereinigung vermittelt. Herr  Neumann steckte uns mit seiner Begeisterung an. 

Ich stellte mir vor, in jedem Elternhaus würde z.B. der Gegenwert einer Kinokarte im Monat für  unser Vorhaben geopfert - das  würde im Laufe der Schulzeit etwa 1000 DM ausmachen, und mit insgesamt etwa 800 000 DM würden wir schon etwas anfangen können. Vielleicht erinnern Sie sich an diese Rechnung, die ich bei manchem Elternabend aufmachte.

Inzwischen  hatte unsere Traumaula sogar schon sichtbare Gestalt angenommen: 
Herr Prof. Tonne hatte eine Gruppe seiner Studenten mit der Aufgabe betraut, für unsere Schule mögliche Baulösungen zu entwickeln - für drei Standorte auf dem Schulgelände: für den 1. Schulhof, den Innenhof und für den Platz vor der Turnhalle. Die Studenten präsentierten Entwürfe und Modelle in unserer Schule und die Begeisterung erhielt neue Nahrung bei uns!

Wir erstellten ein Werbeblatt für das Vorhaben und  bildeten darauf einen der Entwürfe ab.
In dieser Phase der Konzepterstellung bekamen wir Hilfe von einem Methodikkurs: Herr Dr. Fick erstellte mit seinen SchülerInnen eine Bedarfsanalyse : es wurden die Lehrkräfte und die Schülerschaft befragt und eine Erhebung im Stadtteil Marli gemacht, die ebenfalls unser Anliegen  als sinnvoll erscheinen ließ: Auch über unsere Schule hinaus machte eine Halle Sinn, die dem Stadtteil und der Stadt zu vielerlei Zwecken zur Verfügung stehen könnte. Auch Herr Dr. Wisskirchen von Heinrich- und Thomas-Mann-Zentrum im Buddenbrookshaus zeigte sich interessiert.
Das Konzept einer Mehrzweckhalle und die möglichen Realisierungswege wurden in einer Mappe zu Demonstrationszwecken dargelegt und bei verschiedenen Gelegenheiten in öffentlichen Veranstaltungen und  in Treffen mit Vertretern von Politik und Verwaltung erläutert.
Auf dieser Ebene wurden nun verschiedene Kooperationsformen erwogen - so mit dem Heimstättenwerk, mit der Sporthalle des TUS und dem Rollsportverein.
Aber es zeigte sich kein gangbarer Weg.
Schließlich warfen wir den Blick auf europäische Fördereinrichtungen.
Wir waren ja inzwischen Europa-Schule geworden - sollte das nicht Wege eröffnen?

Auf einem Seminar wurden interessierten Verwaltungsangehörigen, Vertretern von Firmen und Einrichtungen die verschiedenen europäischen Fonds und ihre Förderkulissen vorgestellt. Dabei zeigte sich, dass  Lübeck tatsächlich aus dem Regionalfonds Geld bekommt- 
aber eine Halle wie die  von uns erträumte hat wenig Aussicht, als Projekt akzeptiert zu werden.
Außerdem müsste sie dann erst einmal ein Bauvorhaben  der Stadt Lübeck werden. Denn nur wenn es sich um ein Vorhaben der öffentlichen Hand handelt, fördert Europa aus diesem Fonds- und dann kann im besten Fall der Betrag gegeben werden, den die Stadt selbst auch gibt.

Lübeck gibt durchaus Geld für Schulaulen - aber nur, wenn sie bereits bestehen. Das Katharineum und das Johanneum sind - als überdies denkmalgeschützte Bauwerke-  auf diese  Weise zu schön renovierten Sälen gekommen, allerdings auch mit großer Eigenanstrengung und großzügiger Hilfe aus anderen Quellen.

Unsere Traumhalle -  sie blieb ein Traum.

Realität ersetzt den Traum: Verwirklichung von Funktionen

Wie sollte nun das Erwachen aussehen?
Der ständig tagende Arbeitskreis der Vereinsmitglieder gab nicht auf. Etwas Sinnvolles musste sich doch  verwirklichen lassen. Und damit beginnt die Geschichte der „Ersatzaula“, des „Aulaprovisoriums“.

Wir konzentrierten uns auf die Frage, wie die Funktionen, denen eine Aula dienen sollte, in den vorliegenden Gegebenheiten besser realisiert werden könnten.
Inzwischen war außerdem das Provisorium Sporthalle quasi versperrt worden. Es wurde uns regelrecht untersagt, hier größere Veranstaltungen abzuhalten - aus Sicherheitsgründen. Sie erinnern sich gewiss, dass die letzte Musik-Show ins Kolosseum verlegt werden musste.

Es galt nun, die Halle „wiederzugewinnen“ und ihre Um- und Ausrüstung für Veranstaltungen leicht handhabbar zu machen.
So entstand unter fachkundiger Begleitung durch das Architektenehepaar Herr und Frau Hansen, die auch den oben erwähnten Plan gezeichnet hatten,  das Projekt „Ersatzaula“. Grundidee war zunächst  die Installation von Sicherheitsstandards und dann die Bereitstellung von Möblierungsvorrat in unmittelbarer Nähe.

Hier traf es sich nun glücklich, dass die Sanierung der Sporthallendecke seit einigen Jahren anhängig war und schließlich  im Jahr 2001  von der Stadt realisiert werden sollte. Für uns bot sich die Chance , sich hier einzuklinken und die Baustellensituation für weitere Zwecke zu nutzen. Mit dem Bereich Schule und Sport und dem Hochbauamt wurden die Zuständigkeiten geklärt. Von Seiten des Vereins haben sich Herr und Frau Hansen intensiv der Sache angenommen. Bauzeichnung, Kostenvoranschläge, Bauüberwachung, Ankauf und Transport eines Seecontainers für die Möbel, Herrichtung des Areals usw. - überall haben sie Verantwortung übernommen. 
Das Ergebnis war eine für den Verein kostengünstige Lösung, weil sich auch einige Firmen - vermittelt durch Herrn Hansen - bereit erklärt haben, uns Leistungen zu spenden.

Weitere Mitglieder haben sich intensiv mit der Frage der Bestuhlung befasst, kräftig dafür geworben und  unter verschiedenen Modellen das ausgewählt, auf dem Sie nun sitzen. Während dieser Phase haben wir versucht, Unterstützung von Stiftungen zu bekommen.
Wir freuen uns sehr, dass Herr Dr. Pfeifer von der Possehl-Stiftung  heute hier ist; denn die Stiftung hat uns 15.000 Euro für 300 Stühle und die Bühnenpodeste gespendet.

Ich zähle unsere weiteren Unterstützer auf:
die Firma Combisped
Baustoff-Richter
die Firma Sönke Jordt,
die Firma Bergemann und Gräper
der Gärtnereifachbetrieb DEWA,
Herr Zandbergen vom Schiffahrtskontor Trave.

In der nächsten Zeit werden uns nun mit der Komplettierung des „Provisoriums“ befassen. Außer Abschlussarbeiten im Zusammenhang mit dem Container  wird es dabei um den Ankauf  von Traversen gehen, die als Bühnenaufbau benötigt werden, um dort z.B. Vorhänge und  Beleuchtung installieren zu können. Beides muss natürlich ebenso angeschafft werden. Schließlich muss die Halle für Theateraufführungen  z.B. verdunkelt werden können. Die gesamte Glasfront erfordert dabei einigen Aufwand. 

Insgesamt sind das fast alles Ausgaben für Dinge, die auch in einer neugebauten Halle wieder sinnvoll eingesetzt werden könnten. Wir haben den Plan also noch nicht begraben.

Mit diesen Ausführungen sind wir der Frage ein Stück näher gekommen: Was feiern wir hier eigentlich?
Wir feiern die jahrelange freiwillige Arbeit von einigen Leuten, die sich zum Nutzen des Ganzen eingesetzt haben. Dazu gehören auch die Vorstandsmitglieder des Vereins wie Herr Dr. Wieker und unser Kassenwart , der Abiturient Dennis Evers.
Herausragend - und auch stellvertretend für andere - nenne ich Herrn  und Frau Hansen . Ihnen möchte ich  für ihre umfangreiche Arbeit mit einem Blumenstrauß danken.

Wir feiern die reale Verbesserung unserer Handlungsmöglichkeiten. Ohne die jetzige Lösung hätten wir keine Abiturfeier und keine Sextanerinformationsveranstaltung mehr in der Sporthalle veranstalten dürfen, von Choraufführungen und Musik-Shows schon ganz zu schweigen.

Wir würdigen in dieser Feier die Tatsache, dass Schule heute ohne den vielfachen Einsatz  privater Mittel schlecht dastünde, viel  schlechter als  es heute schon beklagt wird.

Und diesem Aspekt möchte ich abschließend noch einige Worte widmen.

Die reiche Bundesrepublik leistet sich verschuldete Haushalte auf allen Ebenen. Dramatisch ist die Lage vieler Kommunen, Lübeck ist dafür ein plastisches Beispiel. Vorkehrungen für den voraussehbaren riesigen Sanierungsbedarf z.B.  bei der Kanalisation,  bei der Instandhaltung der Strassen oder der Schulgebäude wurden offenbar nie getroffen. Darüber hinaus musste politischen Vorgaben wie Einrichtung von Gesamtschulen, technischen Innovationen wie Anschaffung moderner Informationssysteme entsprochen werden. Auf  die  Gestaltungsvorhaben der Stadt  gehe ich dabei gar nicht ein.

Klar ist jedenfalls, dass gespart werden muss. An der TMS wirkte sich das zum Beispiel so aus:
Früher gab es 14 Reinigungskräfte, jetzt sind es noch sieben; früher hatten wir anderthalb Stellen im Sekretariat, jetzt sind es noch zwei Halbtagsstellen. Einspringen andernorts ist überdies für Hausmeister und Sekretärinnen Alltag.
Zu den Leistungen des Grünflächenamts schreibt Frau Dr. Kündiger 1962: „Beglückend ist der Ausblick von allen Fluren auf das schöne vom Gartenbauamt gepflegte Gelände mit großen Rasenflächen, Blumenbeeten, Sträuchern und Bäumen...“. Heute hätten wir im Innenhof noch eine Wildnis, wie sie gerade mit Maschinenkraft vor den Fenstern der Klassen beseitigt worden ist , wenn wir nicht selbst Hand angelegt hätten.
Die Gesamtrenovierung des Gebäudes, das jetzt 40 Jahre steht, war wohl immer zu teuer. 
„Schönheitsreparaturen“ gibt es nicht. Erst wenn Unfallgefahr besteht oder die Gesundheit direkt betroffen ist, ist ein Eingreifen unumgänglich.

In dieser tristen Kulisse sei doch dankbar anerkannt, dass die Stadt die Umwidmung einiger Räume an der TMS durch handwerkliche Leistungen unterstützt hat: durch Türeinbauten in meinem Amtszimmer und im neuen PC-Raum, durch Herrichtung zweier Stillarbeitsräume für Schüler und Lehrkräfte.
Hierzu zählt auch die Umrüstung der Sporthalle für größere Veranstaltungen, allerdings mussten wir nun die Kosten selber tragen.

Die große Lücke, die sich auftut in Bezug auf  Instandhaltung der Räumlichkeiten und in Sachen Ausstattung, besonders mit Technik, muss gefüllt werden. Und hier tritt nun die private Initiative auf den Plan.
Eltern, Lehrkräfte und Schüler werden sozusagen tagtäglich tätig, um Klassen zu renovieren, Möbel zu bauen oder von anderen Einrichtungen, die sich neu ausstatteten, heranzutransportieren. Alte PCs werden hergerichtet und aufgerüstet, Gardinen gekauft und genäht, immer wieder Gartenarbeit geleistet.

In der Kulturmark und im Schulverein wurden zehntausende Mark werden jährlich gespendet, verwaltet und für Schulbelange eingesetzt: für die Reparatur eines Flügels, die Ausstattung von Sport-AGs, für Material für den Kunstunterricht, für Schulbücher, OH-Projektoren, einen Beamer...
Wenn man alles zusammenzählt, könnten diese Leistungen als 3. eigener Haushalt der Schule dargestellt werden, neben dem Verwaltungs- und dem Vermögenshaushalt.

Hinzugezählt werden darf hier das Aufkommen, das der Schule aus Sponsorenbeiträgen erwächst. An erster Stelle ist das die Hilfe aus der Possehl-Stiftung, die für besondere Veranstaltungen, für  MUNOL, für diese Halle Geld gegeben hat.
Dazu gehören auch manche Preise, die mit Geld oder Sachleistungen ausgestattet sind, so die 10.000 DM für das Wahlprojekt, die in PC-Hardware geflossen sind und die Basis des neuen PC-Raums gebildet haben, oder die zweimalige Auszeichnung durch die „Initiative plus“ seitens der Deutschen Bank für unseren Förderverein und für MUNOL:
Solches Geld fällt nicht vom Himmel, man muss sich darum bemühen.

Die Grundidee, dass der Staat sich verpflichtet hat, für die Ausbildung der Kinder finanziell einzutreten, ist in den Fundamenten gewahrt, wird aber in der täglichen Wirklichkeit vielfach nicht mehr  eingelöst.
Teile der Ausstattung erbringen die Eltern, um anderes müssen sich die Lehrkräfte selbst kümmern - vielleicht ein geheimes Programm der Lebensertüchtigung?

Dieser Prozess wird ergänzt durch die schrittweise Zurücknahme der Landesregierung aus ihren Verpflichtungen. Sie wird die Fortbildung der Lehrkräfte den Schulen selbst überlassen - über das Budget dafür darf man Wetten abschließen. Sie verschiebt ministerielle Aufgaben auf die Schulleitungen, z.B. die Personaleinwerbung, weitere Teile der Referendarsausbildung, Fachaufsichtsaufgaben, Schulevaluation.
Gelegentlich blitzt in regierungsnahen Äußerungen auf, dass man bereits weitere Finanzierungsquellen im Blick hat: So deutete der Staatssekretär im Bildungsministerium an, dass Fortbildung von Lehrkräften doch auch von Einrichtungen wie der Kulturmark gestützt werden könnte.

In dieser „pädagogischen“ Landschaft, deren düstere Aspekte zudem leider als „pädagogische Highlights“ vermarktet werden, ist es ein wahrhafter Lichtblick, auf Uneigennützigkeit zu treffen.
Ich möchte hier das bürgerliche freiwillige Engagement würdigen, das aus der Schulgemeinschaft heraus und von außen her aufgebracht wird, um unserem gemeinsamen Ziel, der guten Vorbereitung der Jugendlichen auf die Anforderungen ihres Lebens, gerecht zu werden.
Es ist nicht wahr, dass jeder nur nach dem Staat ruft. Wir begnügen uns nicht damit, eine Versorgungsmentalität zu pflegen und im übrigen zu jammern.
Wir, das sind hier alle, die innerhalb und außerhalb von Schule zu ihrem Gelingen beitragen.

Die freie Bürgergesellschaft, auf die in öffentlicher Rede so oft Bezug genommen wird, agiert in der Realität, im Alltag, hier und jetzt.

Es lohnt, sich diesen Zusammenhang einmal bewusst zu machen. Und dafür ist diese Feier eigentlich da.

Anne-Kathrin Kohfeldt 
Schulleiterin

 

 
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