Demokratielabor – Wahlen zum Europäischen Parlament“

Eine Veranstaltung des Vereins der Europaschulen im Schleswig-Holsteinischen Landtag 16. September 2013


Die Europawahlen sind zwar erst im nächsten Jahr, aber das Planspiel des Vereines der „Europaschulen in Schleswig-Holstein“ fand schon am 16. September 2013 im Kieler Landtagsgebäude statt. Für die Thomas-Mann-Schule reiste eine vierköpfige Delegation aus dem 12. und 13. Jahrgang in die Landeshauptstadt.
Nach der Anreise mit der Bahn wurden wir von dem Organisator und Mitglied des Vereinsvorstandes Klaus Müller begrüßt.

Anschließend hielten die zwei Landtagsabgeordneten Peter Lehnert (CDU) und Rasmus Andresen (Bündnis 90/ Die Grünen) ihre Eröffnungsreden, in denen sie die Errungenschaften der europäischen Zusammenarbeit sowie die Vorteile der Gemeinschaft gerade auch für Schleswig-Holstein hervorhoben. Sie betonten, dass die Situation in Deutschland momentan deutlich besser sei als in anderen europäischen Ländern. Zum Beispiel gebe es große Unterschiede bei dem Problem Jugendarbeitslosigkeit, das nur miteinander auf europäischer Ebene gelöst werden könne.

Nach einer kurzen Einleitung in den Ablauf des Planspiels, das von Mitarbeitern des Unternehmens „planpolitik“ geleitet wurde, folgte zunächst ein kleines Zuordnungsspiel, bevor es so richtig losging.
Auf die Frage, was einem bei Europa als erstes in den Sinn kommt, sollte man sich für „Aufhebung der Grenzkontrollen“, „den Euro“ oder „Frieden in Europa“ entscheiden und somit seine eigene Meinung sowie die der anderen Teilnehmer herausfinden. Dass wir natürlich mit dem Euro als gemeinsame Währung täglich zu tun haben, zeigte sich auch im Ergebnis. Doch wir wurden darauf hingewiesen, dass nicht immer Frieden und Freiheit in Europa herrschte und dies zu den größten Errungenschaften Europas gehöre. Bei der Frage, ob man sich als Bürger „Schleswig-Holsteins“, „Deutschlands“, „Europas“ oder „der Welt“ bezeichnen würde, zeigte sich, dass viele der teilnehmenden Schüler, obwohl sie alle aus Schleswig-Holstein kamen, sich eher als Europäer oder Weltbürger bezeichnen würden.


Einführung in das Planspiel im Plenarsaal des schleswig-holsteinischen Landtages mit Blick auf die Kieler Förde

Am Anfang des Planspiels bekam jeder eine Funktion zugeteilt : Man war entweder Mitglied einer Partei, Vertreter eines Lobbyverbandes oder Pressemitglied. Die Angehörigen der vier Parteien mussten sich in ihrer Gruppe zunächst auf eine gemeinsame Position zu wichtigen Themen wie Wirtschafts- , Sozial- , und Energiepolitik, aber auch zum Thema Internet und Bürgerbeteiligung in einer demokratischen EU einigen und diese in ihren Wahlprogrammen festhalten. Parteinamen wurden ausgedacht und Logos erstellt. Anschließend wurden die Ämter des Spitzenkandidaten, des Public Relations Managers und der Kampagnenchefs besetzt. So wurde die Arbeit etwas aufgeteilt, denn nach der Mittagspause ging der Wahlkampf erst so richtig los.


Leon und Mattis probierten die Fahrt mit dem Paternosteraufzug aus.

Die Vertreter der fünf verschiedenen Lobbyverbände versuchten schon in der Mittagspause mit allen Möglichkeiten, ihre Interessen bei den Parteien durchzusetzen. Die Parteien mussten geschickt reagieren: Sie konnten nichts versprechen, was nicht zu ihren Wahlprogrammen passt. Aber gleichzeitig versuchten sie, die Lobbyisten zu überzeugen, denn diese hatten dadurch, dass sie weniger waren als die Parteizugehörigen, bei der abschließenden Wahl die doppelte Stimmenanzahl. Die Spitzenkandidaten wurden währenddessen von dem Fernsehteam interviewt. Die Reporter versuchten, in ihrer Spezialsendung zur Europawahl einen Überblick über das Parteienspektrum zu liefern. Außerdem wurden kurze Wahlwerbespots gedreht, sodass sich die anderen Parteien über die Positionen informieren konnten, denn sowohl bei der Umfrage als auch bei der Wahl durfte man nicht seine eigene Partei wählen.

Die Meinungsumfrage lieferte ein interessantes Ergebnis, das daraufhin in der „Elefantenrunde der Spitzenkandidaten“ diskutiert wurde. Außerdem wurde diese letzte Möglichkeit genutzt, die Wähler zu überzeugen. Die Moderatoren versuchten, die wichtigsten Themen des Wahlkampfes noch einmal aufzugreifen,und Parteidifferenzen deutlich zu machen. Nach der Wahl gab es kurze Koalitionsverhandlungen, denn es war keiner Partei gelungen, die absolute Mehrheit zu erreichen.Der ernannte Parlamentspräsident leitete die Legislaturperiode ein und beendete damit das Planspiel.


Tom, Leon, Klaus Müller, Moritz und Mattis (v. l.) auf dem Platz des Landtagspräsidenten

Insgesamt fanden wir, dass diese Veranstaltung eine gute Gelegenheit war, den Ablauf einer Wahl kennenzulernen. Insbesondere den Einfluss der Interessenverbände auf die Parteien, der in Wirklichkeit nur im Hintergrund stattfindet, konnten wir im Planspiel selber miterleben. Außerdem konnten wir sowohl unsere rhetorischen Fähigkeiten ausbauen als auch unser Wissen über die europäischen Institutionen erweitern. Nichtsdestotrotz muss man sagen, dass es ein sehr stressiger Tag war, da man aus dem Nichts heraus einen ganzen Wahlkampf durchführen sollte. Leider waren die Parteipositionen nicht vorgegeben, sodass es zu vielen Überschneidungen kam, da die Meinungen der Teilnehmer auf Grund des ähnlichen Alters ziemlich gleich waren. Des Weiterenkonnte man sich nicht wirklich auf bestimmte Themen vorbereiten, weshalb die Diskussionen nicht immer so tiefgründig waren, wenn man überhaupt von Diskussionen sprechen konnte. Dennoch fanden wir, dass das praktische Lernen eine gute Abwechslung zum Schulunterricht war.


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