„Arbeitsmigration in der EU“ - Planspiel im Rahmen der 5. Fachtagung des Bundesnetzwerkes Europaschulen

Am 12.05.2011 fand im Hamburger Haus der Wirtschaft die 5. Fachtagung des Bundesnetzwerkes der Europaschulen statt. Pünktlich um 9:30 hatten sich Schüler von Schulen aus Goslar, der Region Hamburg, Ahrensbök und auch aus Lübeck versammelt. Gemeinsam wollte man für einen Tag die unterschiedlichen Gremien der Europäischen Union
simulieren und in diesen über die Aspekte, Folgen und Probleme der Arbeitsmigration in die Europäische Union diskutieren. Für die meisten bestand nicht nur die Hoffnung, mehr über die EU zu erfahren oder rhetorisch etwas zu lernen, sondern auch neue Leute aus anderen Städten kennenzulernen.
 

Zunächst trafen sich alle Schüler in einem großen Raum, wo kurz die einzelnen Gremien der Europäischen Union von den Veranstaltern vorgestellt wurden. Es gab auch mit Hilfe einer Präsentation eine kleine Einführung in den Sachbereich mit allgemeinen Zahlen und Statistiken zur Arbeitsmigration.

Dann wurde es spannend. Es wurden erst die Vorsitzenden der Gremien bestimmt und dann die Rollen, in die ein jeder für einen Tag schlüpfen sollten, verteilt. Ich dachte zunächst großes Pech zu haben, als ich der kleinsten Partei im Europäischen Parlament zugeteilt wurde: Den Grünen. Diese Meinung sollte sich aber schnell ändern. Anschließend bekam jeder, egal ob ein Land vertretend oder eine Fraktion repräsentierend, eine Mappe, in der das Planspiel noch einmal schriftlich erklärt wurde und sich außerdem eine Rollenkarte befand. Bereits beim Durchlesen der ausgeteilten Rollenbeschreibung, in der die Denkrichtung und Grundeinstellung des Landes oder der Fraktion näher erläutert wurde, freundete ich mich mit meiner gegebenen Rolle an.

Im Anschluss an das Lesen der Rollenbeschreibung sollten sich die einzelnen Fraktionen zusammensetzen und über einen Gesetzesentwurf, der als Diskussionsgrundlage dienen sollte, intern eine Meinung bilden. Der Entwurf bestand aus drei Sätzen, in denen Maßnahmen beschrieben wurden, die die Arbeitsmigration effektiv regulieren sollten. Das Ausformulieren der Meinung war nicht allzu schwer, da auf der einen Seite die Grünen klare Standpunkte vertraten, auf der anderen Seite, weil wir mit 4 Mitgliedern eindeutig die kleinste Fraktion darstellten. Innerhalb der Fraktion spezialisierte sich mindestens eine Person auf einen Satz.

Die nächste Stufe war die Bildung von Arbeitsgruppen. Diese setzten sich aus allen unterschiedlichen Fraktionen zusammen. In den Arbeitsgruppen sollte je einer der drei vorgeschlagenen Sätzen diskutiert werden. Natürlich liefen diese Debatten sehr kontrovers und auch teilweise leidenschaftlich ab, weil die verschiedenen Standpunkte sich entweder komplett widersprachen oder auch nur schwer miteinander vereinbar waren.

Nachdem die Gruppe sich geeinigt hatte, ob der Satz unverändert übernommen werden sollte oder doch abgeändert, wurden diese in dem kompletten EP zur Wahl gestellt. Auch wenn wir als Grüne die quantitativ schwächste Fraktion darstellten, konnten wir in allen drei Sätzen unsere Meinung ausdrücken und die anderen Fraktionsmitglieder von der Sinnhaftigkeit unserer Denkansätze und Thesen überzeugen.

Am Schluss wurde dann noch ein Vermittlungsausschuss gegründet, der sich aus dem EP und dem Ministerrat zusammensetzt. In dem simulierten Fall hatten beide Gremien sich nicht auf einen Gesetzesentwurf einigen können und so kam es hier zur Plenumsdebatte. Am Ende sollte sich der Entwurf des EPs durchsetzten, somit der Entwurf der Grünen. Nach einem sehr lehrreichen Tag in Hamburg kehrte ich mit vielen guten Eindrücken und Einblicken mit dem Zug nach Lübeck zurück.
 



Thorben Strähle
24.05.2011


Fotos: © Thomas-Mann-Schule

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