„Europa-Politiker für einen Tag“
Zur diesjährigen Tagung der Europaschulen in Kiel (15.11.2010)

Der Verein der Europaschulen in Schleswig Holstein e.V. lud zum jährlichen Treffen der beteiligten Schulen aus dem ganzen Bundesland, die mit Austauschprojekten, international zugänglichen Planspielen oder Hilfsprojekten für Partnerschulen den Rahmen einer Europaschule erfüllen. Die Institution bemüht sich um internationale und nationale Projekte, die das Verständnis für Europa fördern, und hat dafür einen Unterstützungsfonds eingerichtet.

Am Montag, d. 15.11.2010, trafen sich die Mitglieder des Vereins im Kieler Landtag, um sich mit dem Thema „Migration in Europa“  in Form eines Planspiels auseinander zu setzen. Die  Thomas-Mann-Schule wurde von Sabine Jebens-Ibs, Lukas Horn und dem Schulsprecher Lennart Gau vertreten.


Landtagsabgeordneter Bernd Voß (Grüne) mit dem Team der TMS 

Als Einleitung der Konferenz betonte Bernd Voß, der Vorsitzende des Europaausschusses des Schleswig-Holsteinischen Landtages, wie wichtig es sei, sich mit europäischer Politik zu beschäftigen, bestimme sie  doch in erheblichen Maße auch die Landespolitik. Mit dem Thema Migration sei auch jeder befasst, der sich auf Europa-Politik im Ostseeraum konzentriere. Der Landtag mit seiner  transparenten Architektur und mit dem Blick auf die Förde bilde einen würdigen Rahmen für das Planspiel.
Für den Hauptförderer des Vereins, die Hermann-Ehlers-Stiftung, sprach der stellvertretende Vorsitzende Prof. Dr. Utz Schliesky, danach begrüßte der Gastgeber und Vorsitzende des Vereins der Europaschulen, Michael Thomas Fröhlich, die Delegierten, bevor das Planspiel begann.

Simuliert wurde ein Treffen der europäischen Institutionen, die  sich  mit einem  Richtlinienentwurf  der Europäischen Kommission auseinandersetzen, der die Grundlage  für eine gemeinsame europäische Migrationspolitik bilden soll. Die Teilnehmer  wurden den Institutionen „Europäischer Rat“, „Europäische Kommission“, „Europa-Parlament“ und „Pressebeobachter“ zugeordnet. In den Gremien mussten sie sich anhand von Informationsmaterialien in die Probleme einzelner Länder oder in die Standpunkte verschiedener Parteien einarbeiten und einen Standpunkt zum Richtlinienentwurf erarbeiten.


Eröffnung des Plenums

Diese Standpunkte wurden dann im Plenum vorgestellt. Schon bei dieser Simulation wurde sehr deutlich, wie unterschiedlich die Probleme der Länder bei der  Migration und demzufolge auch die Lösungsansätze sind.  Während Bulgarien über die Abwanderung qualifizierter Fachkräfte klagt und Griechenland nicht weiß, wie es Herr über illegale Zuwanderer werden soll, fordern die skandinavischen Länder eine kontrollierte Zuwanderung von Hochqualifizierten, da akuter Fachkräftemangel droht.

Nach der Mittagspause wurde dann wieder in den Gremien an dem Entwurf gearbeitet und versucht, durch entsprechende Ergänzungen den verschiedenen Standpunkten gerecht zu werden.  „Der kleinste gemeinsame Nenner“ - das war letztendlich das Ergebnis bei der Arbeit im „Europäischen Rat“, bei dem die Vertreter der Thomas-Mann-Schule Dänemark, die Niederlande und Polen vertraten.

Sabine Jebens-Ibs als Vertreterin Dänemarks Foto: ©http://verein.europaschulen-sh.de/
Lukas als Vertreter der Niederlande


Lennart als Vertreter Polens

Beobachtet wurden alle Aktivitäten von den Vertretern der Presse, die am Ende des Tages eine Zeitung vorlegten.

Nach kontroversen Diskussionen im Plenarsaal des Landtages wurde schließlich eine gemeinsame  Richtlinie aller drei Institutionen vorgelegt, die im Sitzungssaal vom Präsidenten abgesegnet wurde. Damit war das Planspiel beendet.

Als Rückblick auf den Tag führten Dr. Stefan Rappenglück und ein Team von der PH Schwäbisch Gmünd noch eine kurze Evaluation durch, bei der die Rückmeldungen der Teilnehmer und Veränderungsvorschläge zusammengetragen wurden. Als Organisator bedankte sich Dr. Rappenglück für das Engagement aller Beteiligten und entließ die „Europa-Politiker“ aus ihren Ämtern.


Lennart -  und Lukas (re) auf dem Stuhl des Ministerpräsidenten

Uns hat die Teilnahme sehr viel Spaß gemacht und wir haben einen tiefgreifenden Eindruck davon gewonnen, wie komplex europäische Politik ist.  Außerdem ist es ein schönes Gefühl, einmal am Rednerpult des Schleswig-Holsteinischen Landtages gestanden zu haben.

Lukas Horn
25.11.2010

Fotos: © Sabine Jebens-Ibs/Thomas-Mann-Schule

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