„Afrika durch die Nase riechen?“

Am  08.09.11 hatten wir, die 13g, die Möglichkeit Afrika „Durch die Nase zu betrachten“. Denn die aktuelle Ausstellung der Kunsthalle St. Annen stand unter dem Motto „Welten entdecken“.
Dabei wurden uns die Kultur und die Lebensgewohnheiten der westafrikanischen Bevölkerung näher gebracht. Normalerweise läuft ein Museumsbesuch nach einem bestimmten Schema ab, sodass man am Ende des Besuches viele Eindrücke gewonnen, aber nicht unbedingt viele Informationen aufgenommen hat. Trotz aller Befürchtungen hatten wir einen informativen und erlebnisreichen Vormittag. Zu diesem gehörte eine Führung, welche von Frau Meyer geleitet wurde. Zu allererst wurden wir freundlich im Foyer des Völkerkundemuseums von ihr begrüßt. Danach hat sie uns kurz und sachlich über die Ausstellung und deren Schwerpunkt „Afrika“ berichtet.
Sie erwähnte, dass sich in dem Museum zurzeit etwa 7000 afrikanische Objekte befinden, wobei die meisten aus dem westafrikanischen Raum stammen.
Zu diesen Exponaten zählt auch die einzigartige „Fang-Sammlung“, die während der Pangwe-Expedition im Zeitraum von 1907-1909 von Günther Tessmann zusammengestellt wurde. Ihre Wichtigkeit begründet sich in der perfekten Synthese von Dynamik und Kontemplation. Sie gilt als die beste Sammlung, die je im afrikanischen Raum geschaffen wurde. Dabei legte Frau Meyer Wert darauf, dass die im Laufe des 19. Jahrhunderts erschaffenen Werke erst im 20. Jahrhundert durch die Wertschätzung von Vlaminck, Derain, Picasso, sowie Matisse an Bedeutung gewonnen haben. Diese afrikanische Kunstform wurde während des Kubismus, Expressionismus und Surrealismus in einer ähnlichen Formsprache neu aufgegriffen.

Cindy und Vladislav erläutern afrikanische Masken

Daraufhin wurden wir selbst tätig, indem wir die Länder Afrikas in einer Karte eintrugen. Während unseres Besuches war dies nicht das einzige Mal, dass wir aufgefordert  wurden etwas zu tun. Unter anderem teilten wir uns in Kleingruppen auf, um die Figuren aus der oben genannten Sammlung zu beschreiben und zu interpretieren.
Die erste Gruppe widmete sich einer Zwillingsfigur, die Nächste der Kifwebe-Maske und die Letzte einer Reliquiarfigur „ byeri der Fang“. Wie alle Werke sollte die Zwillingsfigur von uns aus einer künstlerischen und der ethnologischen Perspektive untersucht werden. Die künstlerische Sicht erläuterte sich zum Beispiel wie folgt:  Die markantesten Merkmale der Zwillingsfigur sind ein spitzer Haarschnitt, hervorstehende schielende Augen, ein kräftiger Körperbau und ihre Gesichtsbemalung sowie die Tatsache, dass sie unbekleidet war.
Abschließend führten jeweils drei, aus den Gruppen ausgewählte Personen eine Diskussion über das Thema „Hätten diese Werke im 19.Jahrhundert aufbewahrt werden sollen oder nicht?“ Die Beteiligten fanden den Konsens, dass die Aufbewahrung aus vielen Gründen stattfinden sollte.

Museumspädagogin Jutta Meyer freut sich über die Beobachtungen von Hanno und Patrick

Am Ende bleibt noch die Frage offen, wie wir „ Afrika durch die Nase betrachtet haben“.  Nun, es handelt sich um ein afrikanisches Sprichwort das besagt, dass ‚Nicht-Afrikaner‘ diesen Kontinent niemals in seiner vollen Schönheit und Komplexität begreifen können.
Trotzdem haben wir uns die Möglichkeit nicht nehmen lassen, es zu versuchen und haben nebenbei vieles über die afrikanische Kultur lernen können. Alles in allem war dies eine gelungene und fröhliche Exkursion. 



Barsha Shrestha
25.09.2011

Fotos:   Lukas Horn





 
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