Exkursion in den Hochschulstadtteil –
Planung und Realisierung


Der Hochschulstadtteil in Lübeck ist eines der ambitioniertesten städtebaulichen Projekte in Norddeutschland. Nachdem sich die SchülerInnen der 11 a mit dem Rahmenplan 2000 ausführlich beschäftigt hatten, wollten sie vor Ort erfahren, wie Planung durch Einflüsse des Marktes und der Bewohner in der Ausführung geändert und angepasst werden mussten.
Um den Plan zu realisieren und die verschiedenen städtischen Behörden, Banken und Wirtschaftsunternehmen zu koordinieren, wurde die Hochschulstadtteil-Entwicklungsgesellschaft gegründet, die nach Abschluss der Arbeiten in ca. 2 Jahren aufgelöst wird.  Sie besteht aus dem Koordinierungsbüro Wirtschaft Lübeck (KWL) und der Lübecker Entwicklungsgesellschaft (LEG). Der Geschäftsführer der HEG, Herr Witt, hatte sich bereit erklärt, mit der 11 a einen Rundgang durch den Hochschulstadtteil zu machen und alle Fragen zu beantworten.


 
Wir trafen uns vor dem Stadtteilzentrum mit dem Forum, das eine vielfältige Nutzung erlaubt und von den Einwohnern gut angenommen wird.  Auf der anderen Seite sieht man die kammartig angeordneten Trakte der Grundschule und der Kita. Überrascht wurde die HEG von der großen Zahl von Kleinkindern, so dass der ursprünglich einstöckige Trakt der Kita aufgestockt und weitere Kitas gebaut werden mussten. Dabei hat die HEG beachtet, dass der Kleinkinderboom in 10 Jahren abgeebbt ist und die Räume der 5. Kita leicht einer neuen Nutzung (z. B. Altenbegegnungsstätte) zugeführt werden können.

Auf der Gerty-Cori-Straße sollte nach der ursprünglichen Planung eine Stadtbahn verkehren, aber dieser Plan ist endgültig verworfen, so dass die breite Straße nur Fußgängern und Skatern vorbehalten bleibt und überdimensioniert erscheint. Der Carlebach-Park ist die Achse des neuen Stadtteils, die den Blick auf den alten Uhrenturm in der Universitätsklinik frei gibt. Da im ersten Entwurf eine Verdichtung der Wohnbevölkerung durch Geschossbauten vorgesehen war, sollte hier die „grüne Lunge“ mit Sport- und Spielflächen sein. Inzwischen sind aber Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäusern gebaut worden, so dass ein Park in dieser Größenordnung nicht mehr notwendig wäre, besonders da die Pflege Kosten für die Stadt verursacht. Er wird aber viel genutzt, wie die Spuren auf der Rasenfläche zeigen, und ist wichtig als Wasserauffangbecken, wenn die vorhandenen Sammelbecken bereits voll gelaufen sind. An der Südseite des Parks sind vierstöckige Wohnblocks entstanden, die ihn abgrenzen, dabei sind die Eigentumswohnungen in einem architektonisch anspruchsvollen Gebäude alle verkauft und der Investor würde gern ein zweites Haus bauen, aber laut Bauvorschriften müssen auch 30 % Sozialwohnungen vorhanden sein, um eine soziale Mischung der Bevölkerung zu erreichen. Auch das AWO-Haus für Betreutes Wohnen ist bereits voll belegt, da viele ältere Menschen sozusagen in „Rufweite“ ihrer Kinder im südlichen Wohngebiet leben wollen.

Auf der Nordseite des Parks steht das Multifunktionszentrum. Hier können Wissenschaftlicher Laborräume mieten. Diese Planungsidee ist so gut angenommen worden, dass bereits ein zweites Gebäude gebaut wird, allerdings architektonisch nicht so aufwändig mit überdachtem Innenhof wie das erste. Leider sind die Unternehmen so klein, dass der nächste Planungsschritt, nämlich die Ansiedlung im Innovationspark, nicht klappt. Dort sind immer noch 3,5 ha Gewerbefläche frei.

Der Campus ist die Entsprechung der Gerty-Cori-Straße und kann gut bei Veranstaltungen im Audimax genutzt werden. Probleme für den Busverkehr gibt es in der Nähe der Schranke zum Mönkhofer Weg,  da dort ursprünglich ein Gebäude abgerissen werden sollte und nun saniert wird.

Entgegen dem ursprünglichen Entwurf sind die Straßen auf der Südseite nicht rechtwinklig gebaut, sondern geschwungen, um eine optimale Ausrichtung der Häuser nach Süden zu erreichen. Leider haben nur 8 % der Bauherren diese Stellung ausgenutzt, um Photovoltanikanlagen auf dem Dach installieren zu lassen. Von diesen Straßen gehen Privatstraßen ab, um deren Schneedienst und Reinigung sich die Anwohner kümmern müssen. Das führt zu Diskussionen. Die 11 a dankt Herrn Witt für den informativen Rundgang.


Christine Humbert
03.04.2011

Foto:  11a, Thomas-Mann-Schule Lübeck





 
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