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Lübecker Häfen Güterverkehr im Ostseeraum
Infrastruktur und Suprastruktur
Reiseverkehr
Häfen im Überblick

 
Infra- und Suprastruktur in Häfen
Definition : Nach dem "Positionspapier zur Europäischen Seehafenpolitik" vom 3.5.1995  des Zentralverbandes der Deutschen Seehäfen (ZDS) wird folgende Abgrenzung staatlicher und unternehmerischer Zuständigkeit in den europäischen Seehäfen vorgeschlagen: 

1. Generelle Infrastruktur

    Die öffentliche Hand (Kommune, Land,Bund,Versorgungsunternehmen) ist für alle Angelegenheiten zuständig, die an das Grundstück des Betreibers heranreichen. 
    Es handelt sich dabei um Bestandteile des öffentlichen Verkehrswegesystems ( natürliche und künstliche Wasserwege, Straßen und Bahnanlagen sowie alle sonstigen Verkehrswege) und die damit zusammenhängenden Sicherungs- und Unterhaltungsmaßnahmen (einschließlich Baggerung sowie Behandlung und Unterbringung von Baggergut). 
    Zur generellen Infrastruktur zählt auch die Heranführung der Verkehrswege und der Ver- und Entsorgungsleitungen bis zur Grenze des gewerblich genutzten Geländes. 
    Diese Investitionen sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge analog zur Verfügbarkeit von Verkehrswegen in der übrigen Verkehrwirtschaft. Ihre Kosten obliegen der zuständigen Gebietskörperschaft oder der von ihr hiermit beauftragten Institution.
2. Spezielle (terminalbezogene) Infrastruktur
    Bereitstellung eines baureifen Geländes in der erforderlichen Höhenlage einschließlich Grobplanung und ggf. Abbruch vorhandener Bebauung 
    Bereitstellung von Kaimauern oder ähnlichen Konstruktionen für den gleichen Verwendungszweck als integrierende Bestandteile des Geländes, das ohne sie am schiffbaren Wasserweg nicht bereitgestellt werden könnte 
    Für die Nutzung von Flächen und Kaimauern sind von den Nutzern Entgelte, die von den Eigentümern festgestellt sind, zu zahlen.
3. Suprastruktur
    Flächenbefestigung: Die Straßen auf den Hafengeländen bestehen aus einem Betonverbundsteinpflaster. Dies ist jedoch abhängig vom Untergrund. Im Vorwerker Hafen z.B. ist ein sehr weicher Untergrund, der vor der Anlagung einer Straße erst entwässert werden muß. 
    Hochbauten: Lagerhallen sind eigentlich in jedem Hafen zu finden. Ausgenommen ist der Skandinavienkai, der ein reiner Fährhafen ist. Außerdem gibt es noch Fährhallen und Betriebsgebäude, für die der jeweilige Hafenbetreiber zuständig ist., wie z.B. die LHG, Speditionen, Reedereien, Zoll und BGS. 
    Umschlaggeräte: Bei den Umschlaggeräten muß man eine Unterteilung  zwischen Ro/Ro und Lo/Lo-Verkehr treffen. Im Lo/Lo-Verkehr (Lift on/Lift Off) werden die Stückgüter ausschließlich mit Kränen umgeschlagen. Im Ro/Ro-Verkehr (Roll on/Roll off) gibt es mehrere spezielle Umschlaggeräte, wie z.B. Zugmaschinen, Reach Stacker, Torhubstabler, Rolltrailer, Kassetten und Ro/Ro-Rampen, die die Fähre mit dem Festland verbinden. Sie können bei Wasserschwankungen einen Höhenunterschied von 2 Metern ausgleichen. 
    Ver- und Entsorgungsleitungen: Zu den Versorgungsleitungen zählen Elektrizität, Wasser, Gas bzw. Heizöl und Telefonleitungen u.s.w. Zu den Entsorgungsleitungen zählen Abwasser- und Regenwasserleitungen. Das auf dem Hafengelände anfallende Wasser wird durch Regenwasserbehandlungsanlagen von eventuell enthaltenen Schadstoffen wie Öl oder Benzin entsorgt.
Eckdaten des Hafenentwicklungsplans der Hansestadt Lübeck
Die erforderlichen Flächen sind umgehend für eine zukünftige Hafennutzung zu sichern. Lediglich bei Teilflächen auf der Teerhofinsel und der Hohmann-Fläche in Schlutup muß hierauf zunächst aus umweltpolitischen Gründen verzichtet werden. Ber Verzögerungen bei der Flächensicherung wird es nicht möglich sein, die gesamten Aufkommenspotentiale in Lübeck zu binden. Gleichzeitig sind ausreichend Verlagerungsflächen für umzusiedelnde Betriebe und Ausgleichsflächen bereitzustellen. 
Die konkreten OPalnungen für die erweiterbaren Hafenanlagen sind konsequent fortzusetzen und für die neuen Standorte umgehend zu beginnen. Dabei sind ökologische Belange und die positiven Entwicklungen der Lebensqualität und des Stadtbildes zu berücksichtigen. 
Die vorhandenen Straßen- und Bahnanbindungen zwischen den einzelnen Hafenanlagen  und dem überörtlichen Verkehrsnetz sind so zu verbessern, daß sie reibungslos das zukünftige LKW- und Waggon-Aufkommen bewältigen. Insbesondere sind die Nordtangente und der Ersatz der Herrenbrücke zu verwirklichen. 
Die Schienenverbindungen von Lübeck nach Dänischburg, Herrnburg, Lüneburg und Hamburg müssen verbessert werden, daß - zusammen mit begleitenden organisatorischen Maßnahmen - ein reibungsloser Güter-Bahnverkehr für die Hafenstandorte gewährleistet ist. Die Verlegung der Personenbahnstrecke Lübeck-Travemünde auf einer Teilstrecke ist wichtige Voraussetzung für die Erweiterung des Skandinavienkais. 
Die heute für die Schiffahrt auf der Trave bestehenden Behinderungen durch die Herrenbrücke sind zu beseitigen. 
Für das bei Neu- und Unterhaltungsbaggerungen anfallende Baggergut müssen zeitnah kostengünstige, wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Lösungen gefunden werden. Verwertungs- und Aufbereitungsmöglichkeiten sind zu entwickeln,  um eine Deponierung des Baggergutes zu vermeiden. 
 

Interview mit Herrn Theophile vom Wasser- und Hafenbauamt am 28.4.1997:

- Steht noch ausreichend baureifes Gelände zur Verfügung?

Es steht in Lübeck und Umgebung noch genügend Gelände zur Verfügung. Bis zum Jahr 2010 soll die Hafenfläche fast verdoppelt werden. 

- Wer ist für die Hafenanlagen zuständig?

In erster Linie ist der Eigentümer des Hafengeländes dafür zuständig. In diesem Fall ist der Eigentümer die Hansestadt Lübeck zu 50% und der Bund zu 50%. 

- Sind die Lübecker Häfen im Vergleich zu anderen deutschen Häfen verkehrsmäßig gut erschlossen?

Fast alle Verkehrswege auf Hafengelände sind gut erschlossen. Dazu zählen das Straßen- wie auch das Schienennetz. Im Gegensatz dazu  besitzen die Lübecker Häfen keine gute Binnenwasserverbindung, wenn auch die Binnenschiffahrt in der Hansestadt nicht zu den ausschlaggebenden Faktoren der Verkehrswege zählt. 

- Wird die A20 einen Aufschwung für die Lübecker Häfen  bringen?

Die A20 wird nicht unbedingt einen Aufschwung für die Lübecker Häfen bringen, da das Konkurrenzverhalten zu anderen deutschen Ostseehäfen wie z.B. Rostock steigen wird. 

- Inwiefern gibt es eine Zusammenarbeit von Wasser- und Hafenamt und den Betreibern wie der LHG?

Es gibt zwischen Wasser- und Hafenbauamt und LHG eine sehr enge Zusammenarbeit, da das Amt die zentrale Aufsichts- und Koordinierungsfunktion für Lübecks Häfen wahrnimmt  und die LHG einer der größten Hafenbetreiber in der Hansestadt ist. 
 

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Erstellt von: Susan Wessin und Winfried Harz - Stand : 30.12.1997 - Thomas-Mann-Schule Lübeck
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