Das Projekt Die Partnerschulen Die Wakenitz Baustile in Lübeck
Altstadtsanierung
Die Lübecker Häfen Der Altstadtrand Die Hüxstraße

 
Lübecker Häfen Güterverkehr im Ostseeraum
Infrastruktur
Reiseverkehr
Häfen im Überblick

 
 
 
Güterverkehr im Ostseeraum
Schweden ist Lübecks wichtigster Handelspartner an der Ostsee. Mit über 50 Abfahrten im Linien-Schiffsverkehr pro Woche läßt es alle anderen Ostseeanrainer weit hinter sich. 56% der Gesamttonnage kommt aus Schweden. Finnland steht mit über 20 Abfahrten im Linien-Schiffsverkehr und 32 % der Gesamttonnage an zweiter Stelle, Rußland folgt mit größerem Abstand. 
Der größte russische Ostseehafen ist St. Petersburg. Dorthin und nach Kaliningrad - das ehemalige Königsberg - verlassen wöchentlich ein bis zweimal  Schiffe die Hansestadt. Lettland (Riga) und Litauen (Klaipeda) werden zwei bis dreimal wöchentlich angelaufen. 
Rund ein Drittel des Gesamtumschlags geht im Transitverkehr in das europäische Ausland (vor allem in die Niederlande, nach Frankreich und Italien). 

I. Die Zusammenfassung eines Interviews mit einem Vertreter der Lübecker Hafengesellschaft zeigt wesentlicheTendenzen der zukünftigen Entwicklung auf. 

Die Lübecker Hafengesellschaft (LHG) ist die Betreiberin der Lübecker Hafenflächen. Die am 14.09.1934 gegründete Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Transport von Gütern und Personen, die Verwaltung und profitabelste Nutzung der weitläufigen Hafenflächen bestmöglich sicherzustellen. Zwar gehöre die LHG zu je 50%  dem Bund und der Stadt (seit 1951; ), doch habe sie die Kosten von Investitionen  als einziger deutscher Hafen größtenteils selbst zu tragen. (Anm.: Seit Ende 1997 ist die Hansestadt Lübeck die alleinige Eigentümerin.) 

1990 hat Lübeck seine Monopolstellung unter den deutschen Ostseehäfen durch die neue Konkurrenz der Häfen Mecklenburg-Vorpommerns verloren. Einige Betriebe und Fährverbindungen wurden bereits nach Rostock verlegt, da es dort durch hohe staatliche Subventionen ( bis zu 90 % des Investitionsvolumens) den Häfen (besonders Rostock und Mukran/ Rügen) möglich ist, bessere Bedingungen bezüglich der Hafengebühren und der Infra- bzw. Suprastruktur zu schaffen. 
Angesichts der Subventionen in Milliardenhöhe stellt dies eine klare Wettbewerbsverzerrung zu Ungunsten Lübecks dar. Trotzdem ist Lübeck nicht zuletzt wegen seiner idealen geographischen Lage an der Lübecker Bucht nahe Hamburg der führende deutsche Ostseehafen mit jetzt über 20 Millionen Tonnen Umschlag geblieben. Im Ostseeraum stehen die Lübecker Häfen an der fünften Stelle des Umsatzes aller Häfen. 

Der Umschlag im Lübecker Hafen wird größtenteils im RoRo-Verkehr abgewickelt. 

In Europa ist Lübeck der größte Fährhafen noch vor Welthäfen wie Rotterdam oder Hamburg. Dazu ist die Hansestadt der zweitgrößte Umschlagplatz für Forstprodukte in Europa. Die größten Reedereien in Lübeck sind: 

  • TT - Line
  • Nordö - Link
  • Stena - Line
  • Finncarriers Poseidon
  • Railship Poseidon
  • Transfennica.
Die Bedeutung des Hafens für die Wirtschaftsstruktur Lübecks verdeutlicht die Zahl der sekundär im Hafen Beschäftigten. Diese macht  ca. 10% aller Lübecker Arbeitnehmer aus. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor für Lübeck ist die immer noch hohe Zahl der Reisenden aus Skandinavien, die dem Tourismussektor und besonders dem Hotel- und Gaststättengewerbe zugute kommen. 

Für die Zukunft plant die LHG bis zum Jahre 2010 Investitionen im Wert von 1,1 Milliarden DM, da die Lübecker Häfen an den Rand ihrer Kapazität gelangt sind. Hafenerweiterungen sind auf dem Gebiet der Flender-Werft und der Teerhofinsel in Planung, die jedoch aufgrund des Naturschutzgebietes auf Protest stößt. Als einziger deutscher Hafen wird der Hafen Lübecks nicht nur die Zahl der Investitionen, sondern auch die der Beschäftigten aufstocken, was angesichts der allgemeinen Wirtschaftskrise bemerkenswert ist. Zum langfristigen Konzept der LHG gehören u.a. eine engere Zusammenarbeit mit der Hansestadt Hamburg, sozusagen um als deren Ostseehafen zu agieren, sowie die Erschließung des skandinavischen Marktes. 

Insgesamt erwartet die LHG trotz Konkurrenz im Osten und leerer Stadtkassen eine Fortsetzung der positiven Entwicklung der letzten Jahre. Schon zu Hansezeiten war Lübeck bevorzugter Handelsplatz ( die „Königin der Hanse").  Zwar läßt sich wohl kaum an Hansezeiten anknüpfen, doch hoffe man, durch gezielte Investitionen die Vormachstellung weiter behaupten zu können. 
 

II. Die Gruppe setzte statistisches Material in Tabellen und Diagramme um. 

Weitere Darstellungen zur Entwicklung und Prognose der Wachstumsraten des Gesamtumschlags (1978-2010), zur Struktur der Im- und Exporte 1995 und der Entwicklung der Passagierzahlen (1994-1996) verdeutlichen die Aussagen. 

III. Als Ergänzung liegen Auszüge aus dem Hafenentwicklungsplan, zusammengestellt vom SPD-Ortsverein Vorwerk und Zeitungsartikel aus den Lübecker Nachrichten bei. 
( Die in II. und III. genannten Materialien liegen nur in ausgedruckter Form vor.)

Zurück zur Startseite


Erstellt von: Susan Wessin und Winfried Harz - Stand : 12.2.1998 - Thomas-Mann-Schule Lübeck
Impressum