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Gewerbe an der Kanalstraße Parkplätze und Parkhaus Vorstellung der Betriebe rund um die Kanalstraße mit Kundenbefragung und Illustration
2. Zukunftspläne 3. Baustile 4. Kundenbefragung 5. Gewerbeübersicht 5.1 Noack 5.2 Wöltjen 5.3 Fisherman´s Partner 5.4 Aldi 5.5 Fachmarkt für Hund & Katze 5.6 Wohnsinn 5.7 Reisebüro am Kanal 5.8 Sanitätshaus Berndt+Koop 5.9 Werkhof 5.9.1 EVG Landwege 5.9.2 Hautnah Geschichte des Gewerbegebietes Um 1900 baute Lübeck eine Wasserverbindung zu Hamburg, um im internationalen
Schiffahrtsgeschäft konkurrenzfähig zu bleiben. Der Bau dieses
"Elbe-Lübeck-Kanals" veränderte die Ostseite Lübecks maßgeblich.Reichten
zuvor die Flußniederungen bis an den Stadtrand heran, wurde die Wakenitz
nun zurückgedrängt. Dadurch wurde neues Land gewonnen, ein künstliches
Ufer entstand, der Klughafen wurde gebaut. Während der nun folgenden
Bebauung war an der Kanalstraße von vorne herein eine gewerbliche
Nutzung vorgesehen.
Zukunftspläne In der Stadtplanung ist das Gebiet Kanalstraße praktisch abgeschlossen.
Das Ziel, ein neues Gewerbegebiet zu schaffen, wurde erreicht, große
Betriebe haben sich hier niedergelassen und damit die Aufmerksamkeit der
Kunden auf die Kanalstraße gelenkt.
Baustile Die Baustile des Gewerbegebietes sind sehr individuell gehalten. Die Vorgaben der Innenstadt, wie beispielsweise einheitlich rote Dächer, sind hier nicht gegeben. Dementsprechend sind die Gebäude auch gestaltet. Zumeist lehnen die Betriebe in ihrem Äußeren an frühere Lagerschuppen oder Hafengebäude an. So auch der Gewerbehof.
Dessen drei Gebäude sind den alten Hafenschuppen nachgebildet.
Darauf weisen die schlichten Fassaden und die hochbeinige Bauweise hin,
die früher einen Schutz vor Hochwasser darstellte.
Das Gebäude ist eine Original-Nachgestaltung eines hölzernen Lagerschuppen, der früher an diesem Platz stand. Durch diese Bauweise ist das Gebäude niedrig genug, um den Bewohnern der Innenstadt einen Blick über das Geschäft hinweg zu ermöglichen, ebenso den Besuchern, die über eine der zahlreichen Brücken auf die Stadt zugehen. Die Schönheit der Altstadt wird auf diese Weise nicht hinter neuen Fassaden verborgen.
Der NOACK-Block ist in seiner Bauweise einzigartig. Er wurde in eine
Baulücke zwischen alten Gebäuden hineingesetzt. Von seinem Äußeren
paßt er sich durch seine Giebeldächer derart seiner Umgebung
an, daß er wie ein altes Gebäude wirkt.
Wir führten an der Kanalstraße eine Kundenbefragung durch. Die 100 von uns befragten Leute antworteten wie folgt: 1. Erledigen Sie die meisten Ihrer Einkäufe in der Kanalstraße
?
2. Haben Sie Ihre Einkäufe an die Kanalstraße verlagert ?
3. Sind die Parkplätze ein Grund in der Kanalstraße einzukaufen
?
4. Wie häufig gehen Sie in der Kanalstraße einkaufen ?
Gewerbeübersicht NOACK :Bodenbeläge, Parkett und Gardinen Wöltjen :Fahrradverkauf und -reparatur Fishermans Partner :Angelgeräte und -zubehör Aldi :Lebensmittel, Haushaltswaren Fachmarkt für Hund+Katze :Tierfutter und -zubehör Gewerbehof
: -Wohnsinn (Einrichtungsgegenstände)
Werkhof EG
: -EVG Landwege (Naturkost)
NOACK „NOACK" existiert bereits seit 1963 an der Kanalstraße, es ist
damit eines der ältesten Geschäfte in dieser Straße. Die
Gründe für die damalige Niederlassung sind heute nicht mehr bekannt.
Der Betrieb handelt mit Bodenbelägen, Parkett
und Gardinen und hat sich als Zielgruppe einen gehobenen Kundenkreis gesetzt.
Als Standortvorteil empfindet der Geschäftsführer die Parkplätze
auf eigenem Grundstück. Das Geschäft hat auf eigene Kosten eine
Tiefgarage gebaut, da sich die öffentlichen Parkplätze auf den
vorderen Teil der Kanalstraße begrenzen und nicht bis an „NOACK"
heranreichen.
Wöltjen „Wöltjen" hat sich 1995 an der Kanalstraße niedergelassen.
Es hat seinen Standort aus verschiedenen Gründen von der Hüxstraße
an die Kanalstraße verlegt, ausschlaggebend war aber die Innenstadtsperrung,
durch die das Geschäft zu schlecht erreichbar wurde. Mit der Kanalstraße
wurde ein interessanter Platz in alter Umgebung gefunden, wodurch der alte
Kundenstamm erhalten blieb. Das Geschäft hat eine große Fläche
zur Verfügung und zahlreiche öffentliche Parkplätze direkt
vor
der Tür. Der Betrieb verkauft und repariert Fahrräder,
damit spricht er Normalverbraucher, häufig Familien, an.
Fisherman’s Partner Mitte Januar 1998 ließ sich das Fachgeschäft für Angelsport
in der Kanalstraße nieder. Mit einem Großen Produktangebot,
das reichlich Auswahl auf einer großen Fläche bietet,
ist „Fisherman’s Partner" der erste Angelgroßmarkt im Raum Lübeck.
Mit viel Freundlichkeit und Fachberatung kommen die Angestellten den Kunden
aus Lübeck und Umgebung entgegen.
ALDI Nach einigen Jahren war die Innenstadtfiliale in der Königstraße nicht mehr kundengerecht gewesen. Auf kleinem Raum konnte die gesamte Produktpalette nicht geboten werden. Da sich das Geschäft in einer kaum befahrenen Straße befand, kamen meist nur Fußgänger um kleinere Einkäufe zu erledigen. Im September 1997 war es dann soweit: Die Räumlichkeiten in der Kanalstraße waren fertiggestellt. Seitdem hat sich für die Filiale viel verändert. Auf einer großen Fläche werden heute Produkte angeboten an die in der Königstraße nicht zu denken war, da die Einkäufe von dort nur per Hand oder per Fahrrad weggeschafft werden konnten. Heute bietet ALDI eigene Parkplätze auf dem eigenen überliegenden Parkdeck. So kommen nicht nur Kunden aus der Innenstadt, sondern auch von außerhalb, da ein reger Berufsverkehr in der Kanalstraße herrscht. Da jetzt vor allem Großeinkäufer kommen, hat sich der Standortwechsel rentiert und die Kunden sind deutlich zufriedener und nehmen die Filiale besser an. Als Nachteil ist laut Filialleiter allerdings das umliegende Wohngebiet zu werten. Durch soziale Schwachpunkte im angrenzenden Stadtgebiet kam es schon vielfach zu Einbrüchen. Die zeitweilige Verkehrsberuhigung der Innenstadt wirkte sich insoweit auf die alte ALDI-Filiale aus, dass nur Fußgänger die Königstraße erreichten konnten. Somit besteht heute keine Konkurrenz durch die Innenstadt, da viele Geschäfte immer noch nicht mit dem Auto erreicht werden können. ALDI hat aber auch keine Konkurrenz durch Großmärkte Von außerhalb, weil dort erstens weitere ALDI-Filialen vertreten sind und zweitens ALDI durch niedrige Preise als beliebter und anerkannter Discount einen großen Kundenkreis beansprucht. So verkraftet es natürlich auch die höheren Pachtkosten als zuvor, da sich nicht nur die Fläche vergrößert hat, sondern auch die Produktpalette erweitert wurde. Fachmarkt für Hund & Katze Im selben Gebäude wie ALDI ließ sich der „ Fachmarkt für
Hund & Katze" neben einer Filiale im Wirthzenter in der Ratzeburger
Allee Anfang April `98 nieder. Der Geschäftsführer sieht
es als großen Vorteil der direkte Nachbar von ALDI zu sein, da der
Discount einen großen Kundenkreis anspricht. Da der Fachmarkt aber
ziemlich klein ist und versteckt liegt, hat sich die Niederlassung
nach einem Monat noch nicht wie gewünscht rentiert. Der Laden ist
zur Zeit noch auf Probe und will die weiteren Entwicklungen abwarten. Obwohl
eher Anwohner der Innenstadt angesprochen werden sollen, ist der Besitzer
froh, dass ein großes Angebot an Parkplätzen besteht. Somit
hat er der Großfiliale von außerhalb auch keine Nachteile einzugestehen.
Die anderen Zoogeschäfte und Tierfuttermärkte aus der Innenstadt
werden von dem Besitzer aber auch nicht als Konkurrenz angesehen, da es
für deren Kunden kaum Anfahrmöglichkeiten mit dem Auto gibt.
Wohnsinn Der Betrieb hat sich November 1996 an der Kanalstraße niedergelassen,
vor allem auf Grund der Stadtnähe. Das Geschäft steht im Wettbewerb
mit der Stadt, was durchaus positiv gewertet wird. Auch waren die günstigeren
Preise für die Räumlichkeiten ausschlaggebend für die Existenzgründung
im Gewerbehof. Die Mieten der Innenstadt für 150 m waren um ein Vielfaches
höher.
Reisebüro am Kanal Das Reisebüro hat sich im November 1996 in der Kanalstraße
niedergelassen. Die Erwartungen haben sich bisher erfüllt, als Vorteil
wertet der Betrieb die Parkplätze und eine Abgrenzung zur Innenstadt,
da die Sperrung katastrophale Auswirkungen mit sich zieht.
Sanitätshaus Berndt+Koop Das „Sanitätshaus Berndt+Koop" handelt mit medizinischen Hilfsmitteln
und -geräten.
Werkhof Die Niederlassung des ersten Handel- und Kulturzentrums in der Kanalstraße
wurde von der sogenannten "Werkhof - Gruppe" betrieben. In einer alten
Lagerhalle entstanden verschiedene, aber allesamt naturbezogene Geschäfte,
wie beispielsweise "Hautnah". Neben diesen Betrieben, die praktisch als
Gründerbetriebe des neuen Gewerbegebietes angesehen werden können,
wird der Werkhof auch für Kulturzwecke zur Verfügung gestellt.
So finden hier gelegentlich Konzerte und andere Musikveranstaltungen statt.
Dieses Stück Kultur Lübecks ist jetzt jedoch in Gefahr. Die Musikveranstaltungen
sollen auf 99 Besucher beschränkt werden, da die Brandschutzvorschriften
den Ansprüchen einer größeren Besucheranzahl nicht entsprechen.
Auch müssen eine Reihe von privaten Parkplätzen aufgewiesen werden,
da die von öffentlichen Geldern finanzierten Parkgelegenheiten zu
diesem Zweck nicht genutzt werden sollen. Die Kompromißbereitschaft
ist aber auf beiden Seiten gegeben und dem Werkhof - Förderverein
liegen schon Lösungsmöglichkeiten vor. So sind beispielsweise
Benefizveranstaltungen geplant sowie eine Doppelnutzung der Parkplätze.
Trotzdem ist die Unterstützung für ," soziokulturelle Zentren"
durch die Landesregierung Schleswig - Holsteins unumgänglich, dieses
Jahr wird ein Teil des Geldes für den Brandschutz genutzt.
EVG Landwege Naturkost aus der Region Bei der Gründung des Werkhofes war EVG Landwege von Anfang an dabei.
Naturkost aus der umliegenden Region sollte schmackhaft gemacht werden
,ein neuer Kundenkreis entstehen. Diese Erwartungen hatten sich bald erfüllt.
Denn die alte Niederlassung des Geschäfts in der Falkenstraße
auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals war nicht so günstig
gelegen. Zwar sind die Pachtkosten nun höher als zuvor, jedoch wird
der Werkhof besser von der Kundschaft angenommen.
Hautnah Auch Hautnah war an der Gründung des Wekhofs durch die Werkhofgruppe beteiligt. Zuerst war „Hautnah" nur ein Naturkosmetikgeschäft, nach der Auflösung eines Bekleidungsgeschäftes übernahmen die Besitzer jedoch einen Teil der Kleidung. Bestimmte angesprochene Anwohnergruppen hat das Geschäft nicht, da die Kundschaft über die Grenzen Lübecks hinaus bis nach Hamburg reicht. Somit hat sich der Grundsatz, den Biomarkt zu erobern, realisiert. Dafür gehören die Anwohner der Innenstadt eher nicht zur Kundschaft, so die Geschäftsleitung, da diese normalerweise nicht an der Kanalstraße entlangkommen und ihre Einkäufe zum größten Teil in der Innenstadt erledigen. Für Kunden von außerhalb ist die Vielzahl an Parkplätzen dann natürlich ein weiterer Beweggrund im Werkhof und der Kanalstraße einzukaufen. Ein Standortvorteil für die Besitzer von „Hautnah" ebenso wie der starke Verkehr in der Kanalstraße, der immer neuer Kunden heranführt. Wir danken den Geschäftsführern bzw Filialleitern aller aufgeführten Betriebe für die Unterstützung, Herrn Körber, Stadtplanungsamt, für die Auskünfte und die Pläne und Karten aus dem Stadtplanungsamt. Zu den Parkplätzen und zum Parkhaus an der Kanalstraße |
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Susan
Wessin - Stand : 30.9.1998 - Thomas-Mann-Schule Lübeck
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