| Das Projekt | Die Partnerschulen | Die Wakenitz | Baustile in Lübeck
Altstadtsanierung |
Die Lübecker Häfen | Der Altstadtrand | Die Hüxstraße |
| Fassade | Baugeschichte | Sanierung | Motivation | Wohnen in der Altstadt |
Über die Sanierung des Hauses in der Dankwartsgrube ,die Vorgeschichte des Gebäudes,den Zustand vor und nach der Sanierung, die Probleme beim Bau und über das Wohnen in der Lübecker Altstadt.
Das Gebäude ist ein flachgiebelständiges,dreigeschossiges Wohnhaus mit klassizistischer verputzter Fassade.
Fassade:
Ursprünglich
hatte das Haus eine typisch treppengieblige gotische Fassade,diese wurde
jedoch Anfang des 19.Jahrhunderts in den klassizistischen Stil umgestaltet,
um den Lichteinfall zu verbessern.
Sie ist dreiachsig,durch die 3-er Fenster klar gegliedert und mit mehreren
Simsen abgeschlossen.
Außerdem weist die Fassade mit Stuck angefertigte Verzierungen
auf (z.B. an der Dachkante).
Zurück zum Seitenanfang
Baugeschichte:
Zum ersten Mal wurde das Haus 1288 im Grundbuch erwähnt. Damals
hieß es noch Dankwartsgrube 628.
Ab diesem Zeitpunkt kam das Gebäude in den Besitz von Handwerkern
(z.B.Tischlern,Bildhauern),deren damals noch überdachter Hof als
Arbeitsstelle diente. 1891 bezog ein Konditor das Haus. Nach 30-jährigem
Leerstehen erstand 1939 ein Tafelgerätefabrikant das Gebäude.
Nach dem 2.Weltkrieg, in dem es nicht beschädigt worden war, entstand
dort vom gleichen Besitzer ein Besteckbetrieb, der sich bis 1973 zu einem
Silber-und Bernsteingroßhandel ausweitete. Außerdem wurde der
Hinterhof wegen des Baus der Gewerbeschule gekürzt und gleichzeitig
die Überdachung des Hofes entfernt. Hinzu kommt, daß der von
einem Brand völlig zerstörte Seitenflügel nicht wiedererrichtet
wurde. Dafür wurden aber im Laufe der Jahre die Ebenen oftmals verändert.
Das Haus wurde von den jetzigen Eigentümern 1993 erworben, 1995 saniert
und konnte im September 1996 bezogen werden.
Zurück zum Seitenanfang
Sanierung:
Das Haus befand sich in einem desolaten Zustand. Die tragenden Balken
waren aufgrund ihrer Lage und stehender Nässe teilweise morsch geworden
und mußten während der Sanierung zusätzlich gestützt
werden. Die Wände waren schlecht verputzt,das Treppenhaus war einsturzgefährdet
und befand sich an einer ungünstigen Stelle. Die Behörden hingegen
wollten die Treppe erhalten. Der Architekt dagegen meinte,daß dieses
mit einer unzumutbaren Gefahr verbunden sei.
Schließlich wurde aus diesen Gründen das Gebäude vollständig
entkernt. Die Treppe riß man ab und errichtete sie an einer günstigeren
Stelle im alten Stil neu. Durch das Hinzufügen von neuen Balken konnte
die Stützung der oberen Ebenen verbessert werden. Das Dach wurde neu
gedeckt und das Dachgeschoß,in dem sich früher drei Kammern
für Angestellte befanden,faßte man zu zwei Zimmern zusammen
und baute es für die Kinder der Familie aus. Die Durchfahrt im Erdgeschoß
wurde zu einer Diele umfunktioniert.
Viele Mauern mußten versetzt oder weggelassen werden,da durch die Versetzung der Treppe einige Räume schlechte Proportionen hatten. Vier alte Türen wurden restauriert und aufgearbeitet, fehlende Türen außer einer Ausnahme suchte man nach eigenem Geschmack aus. Alle Fensterrahmen wurden aufgrund ihrer Instabilität nach altem Vorbild nachgebaut,im Obergeschoß konnte als Ausnahme sogar erhaltenes Glas eingesetzt werden.
Den zerstörten Seitenflügel errichtete man im modernen Stil
neu, wodurch er dem Gebäude ein attraktives Bild gibt. Der Flügel
wurde mit alten Ziegeln vom Haupthaus neu eingedeckt und dient heute im
Erdgeschoß als Wohn-und Aufenthaltsraum, im 1.Obergeschoß als
Schlafraum und Wintergarten. Durch den Anbau vergrößerte sich
die Nutzfläche des Hauses um 50m².
Es entstand so ein neues komfortables Wohnhaus. Dadurch, daß
das Haus nicht unter Denkmalschutz stand, waren die Sanierer in der Lage,
mit ihrem Architekten frei entscheiden zu können.
Zurück zum Seitenanfang
Motivation:
Die Familie wollte schon lange in die Lübecker Altstadt ziehen.
Seit vielen Jahren suchte sie ein Altstadthaus. Man wollte anders wohnen
als in einem Neubau und die historische Atmosphäre sowie Ruhe und
frische Luft genießen. Als die Finanzierung stand, beschloß
die Familie, das leerstehende Haus in der Dankwartsgrube zu erwerben. Wegen
des schlechten Zustandes mußte das Haus erst saniert werden, jedoch
konnte man vom Land keine finanziellen Zuschüsse erwarten.
Zurück zum Seitenanfang
Wohnen in der Altstadt:
Aufgrund der Verkehrsberuhigung der Innenstadt existieren kaum Parkplatzprobleme
in der Dankwartsgrube. Hinzu kommt, daß die Familie aufgrund der
zentralen Lage weniger auf das Auto angewiesen ist, da der Arbeitsplatz
und diverse Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe vorhanden sind.
Von Seiten der Touristen ist die Belästigung sehr gering, nur am Wochenende
wird die Ruhe durch den Kneipen-und Einkaufsverkehr an der Vorderseite
des Hauses unterbrochen. Störend ist nur der zu kleine Garten und
die frontale Lage der Eingangstür. Außerdem läßt
die Lagerung des Abfalls ein Platzproblem entstehen, da die Mülltonnen
nicht vor das Haus gestellt werden dürfen. Ein weiterer Nachteil ist,
daß das Haus weder über einen Keller noch über eine Garage
oder Gartenhäuschen verfügt, wodurch die Aufbewahrung der Fahrräder
erschwert wird.
Da sich das Haus im Domviertel befindet, besteht die Verpflichtung,
das Gebäude ausschließlich als Wohnhaus zu nutzen.
Zurück zum Seitenanfang