| Comeniusprojekt
2009-2011 Comparing CLIL Methodologies with other teaching strategies Comeniustreffen Inverness - Fuentesauco - Craiova - Wieliczka - Lübeck - Frankfurt - Venedig
Venedig - der Abschluss unseres Comeniusprojekts
10. - 14.4.2011 Ich glaube, bei
keiner bisherigen Reise wurde die Vorfreude von Erinnerungen und
schwärmenden Blicken anderer so unterstützt wie bei dieser.
Irgendwie musste an dieser Insel mit ihren sechzigtausend Einwohnern
etwas ganz Besonderes sein. Etwas, das mehr war, als das Besondere, mit
dem jeder Reisende jedes seiner Reiseziele beschreiben würde.
Ja, wir fuhren nach Venedig. Frau Wessin, Herr Harz, Herr Schulz sowie Jasper (10b), Berrit, Helge und Niko aus der 13s nahmen am Abschlusstreffen des Comeniusprojektes teil. Content and Language
Integrated Learning (CLIL) war das Thema des letzten Treffens, bei
dem 18 Lehrer und 15 Schüler aus 6 Ländern über
Chancen und Herausforderungen von Fremdsprachen im Sachfach
berichten und somit voneinander lernen sollten. Mithilfe von Videos und
Fragebögen waren in vorherigen Treffen CLIL-Stunden mit normalen
Unterrichtsstunden verglichen worden. Später durften beim Comeniustreffen in Lübeck
ausländische Lehrer mit TMS-Schülern erste CLIL-Erfahrungen
sammeln, welche dann von teilnehmenden Schülern bewertet wurden. Am Montag besichtigten wir die Partnerschule in Mestre und bereiteten unsere Präsentationen vor, ehe uns ein reichhaltiges Buffet der italienischen Gastfamilien erwartete.
Nachmittags war es dann an der Zeit, die Stadt mit ihren 118 Inseln und 444 Brücken zu entdecken. Gerade als die Touristen gegen 18 Uhr die Stadt verließen und die Sonne Venedig in ein abendlich-mediterranes Licht tauchen ließ, erinnerte ich mich der vielen strahlenden Gesichter, die diese einzigartige Stadt mit ihren Vaporetti und ihren Gondole schon einmal besucht hatten.
Die Lehrer trafen
sich zum Essen - die Spezialität der Lagune: Frutti di mare, und
wir Schüler durften sie begleiten und unser Spanisch beim
Gespräch mit dem Schulleiter aus Fuentesauco unter Beweis stellen.
Auf der Insel Burano bewunderten wir die bunten Häuser und die Kunst der Spitzenstickereien.
Bei der Rückkehr nach Venedig waren wir die einzigen Touristen, die man direkt am Markusplatz von Bord ließ und die nach acht Stunden Bootstour in Venedig auch noch Geld im Portemonnaie hatten.
Am Mittwoch sollte es dann spannend werden: Im Hörsaal des „Istito Tecnico Algarotti“ nahe der „Ponte delle Guglie“ fand die Vorstellung der Ergebnisse und die Evaluation des Gesamtprojekts aus der Sicht der Lehrkräfte und Schüler und Schülerinnen statt. Die Schirmherschaft hatten die Universität Ca' Foscari, Fakultät für Fremdsprachen und Literatur sowie die Stadt Venedig übernommen. Unter der fachkundigen Leitung der Professorin Carmel Mary Coonan erfuhr das interessierte Publikum auch vieles über den neuesten Forschungsstand und die Verbreitung von CLIL-Methoden in Europa. In Italien, so Carmel Mary Coonan, wurde die CLIL-Sprachlernmethode erst seit der jüngsten Schulreform 2009 zum Bestandteil des Bildungswesens und der Lehrpläne. Herr Harz stellte anhand einer Schülerin, die bereits vor sieben Jahren als TMS-Botschafterin des damaligen Comeniusprojekts in Venedig war, den Bili-Unterricht an der Thomas-Mann-Schule vor. (Die Rede zum Download)
Ein Sachfach, das
durchgängig nur in (englischer) Fremdsprache unterrichtet wird,
war für einige der anwesenden europäischen Lehrer schwer
vorstellbar. Somit leistete dieses CLIL-Comeniusprojekt auch eine besondere Form von Fortbildung und Unterrichtsentwicklung. Es stellte sich immer wieder die Frage nach den Kompetenzen, über die CLIL-Lehrkräfte verfügen müssen, und dem "Mehrwert" für die Schüler und den Unterricht. An der Thomas-Mann-Schule in Lübeck profitieren wir sowohl davon, dass CLIL-Methoden bildungspolitisch unterstützt werden, zum anderen von der Tatsache, dass unsere (Sachfach)lehrer noch mindestens ein weiteres Fach unterrichten. Ist dies eine Fremdsprache, sind sie die prädestinierten CLIL-Lehrer, die man im europäischen Ausland häufig vergeblich sucht. Hier würden die Lehrer meist nur ein Fach unterrichten, geben die ausländischen Kollegen zu bedenken.
Nachdem wir
TMS-Schüler dann über CLIL-Erfahrungen in Französisch,
Englisch, Erdkunde und Biologie unseren Vortrag gehalten hatten, waren
wir froh über die vielen Vortragssituationen, in denen wir dank
CLIL schon oft Fremdsprachen kommunikativ-spontan anwenden durften. Zum Abschluss wurden alle Teilnehmer anschließend im Rathaus empfangen.
Höhepunkt der Reise dürfte jedoch das Abschlusstreffen im „Casale Sul Sile“ gewesen sein. Auf dem Festland durften wir einen Abend lang „Agriturismo“ vom Feinsten erleben. Bei wundervollem Essen und in lockerer Gesprächsrunde klang unsere Venedigreise aus. Und ja! Den nächsten, der uns erzählt, er fahre nach Venedig, werden wir mit derselben Begeisterung ansehen, die man einst uns entgegenbrachte.
Unser Dank gilt unserem Koordinator des CLIL-Projekts Alessandro Memo und dem Team Venezia! Grazie!
Niko Plennis
© Fotos: Niko Plennis,S. WessinJasper Specht, Jan Helge Kaben, Berrit Husstedt, Winfried Harz, Dietrich Schulz und Susan Wessin 12.05.2011
Comeniustreffen
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