Mein Blick hinter die großen Kulissen der EU


Praktikum bei Willi Piecyk

Wenn sich meine Mitschüler darüber unterhielten, wo sie ihr Praktikum machen würden, so hörte man meist Hotel-, Reederei-, Banken- oder Geschäftsnamen, erklärte ich dann jedoch, dass ich zum Europäischen Parlament nach Brüssel fahren würde, so staunten manche von ihnen überrascht. Nun ist diese Reaktion gut nachvollziehbar, schließlich ist so ein Auslandspraktikum nichts Alltägliches und vor einem Jahr hätte ich wohl selber große Augen gemacht, hätte mir jemand das Parlament in Brüssel als seinen Praktikumsplatz vorgestellt. Man kann es Schicksal nennen oder einfach nur Glück, aber meine Französischlehrerin Frau Wessin stand in Kontakt mit dem Europaparlamentarier Willi Piecyk und konnte so einem Schüler das Angebot unterbreiten, die EU einmal hautnah mitzuerleben.



So flog ich also am 7. Januar, zwei Tage vor dem Beginn meines Praktikums nach Brüssel und erkundete von meiner Jugendherberge aus die Stadt und ihre zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

Natürlich war ich sehr aufgeregt, als ich am Montagmorgen vor dem Parlamentsgebäude von einem Assistenten von Willi Piecyk abgeholt wurde. Ich lernte das Büro und seine drei Mitarbeiter kennen und traf kurz darauf den Europaabgeordneten. Nach einer Führung durch das Parlament, bei der mir die wichtigsten Räume und Weg durch das riesige Gebäude gezeigt wurden, nahm ich an einer kurzen Besprechung mit den beiden Assistenten und der Langzeitpraktikantin Dörte teil. Abends wurden wir alle von Willi zum Essen eingeladen und verbrachten einen lustigen Abend mit zwei weiteren Journalisten.

In den folgenden Tagen hörte ich bei diversen Sitzungen und Meetings zu, lauschte bei einer Podiumsdiskussion den unterschiedlichen Meinungen zum Port-Package II, kaufte mit Dörte  Büromaterial und beobachtete Willi als er ein Interview mit dem ZDF aufzeichnete.


Das Europäische Parlament

Viel zu schnell ging die Woche vorüber und als ich mich am Freitag von den beiden Assistenten und Dörte verabschieden musste, war ich schon etwas traurig. Als ich die letzten fünf Tage Revue passieren ließ und mich an die herzliche Begrüßung an meinem ersten Tag, die tolle Atmosphäre im Büro und die alltäglichen Kantinenbesuche mit Dörte sowie unsere interessanten Gespräche erinnerte, wurde mir erst wirklich klar, was für eine tolle Chance dieses Praktikum eigentlich war und wie viel ich erlebt hatte. Doch für Melancholie blieb mir keine Zeit, denn das letzte Wochenende in Brüssel besuchte ich noch einmal all die Plätze und Straßen, die mir wenige Tage zuvor noch unübersichtlich und fremd waren und ich stellte fest, dass ich mich schon richtig gut eingelebt hatte und am liebsten noch in Belgiens Hauptstadt geblieben wäre.

Doch was bleibt, ist eine tolle Erfahrung, für die ich mich bei allen, die diese ermöglicht haben, bedanken möchte! Brüssel ist auf jeden Fall eine Reise und ein Praktikum wert!


Andrea Hadler
09.02.2006

Fotos: © Andrea Hadler

Links:
Bericht: "Europa hautnah erleben" vom 11.11.2005
Bericht in den Lübecker Nachrichten vom 18.09.2005
Praktikum: Meine Erfahrungen mit Europa in Brüssel 19.11.2006

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