Neurophysiologiecamp im XLAB Göttingen

Das XLAB ist das größte Schülerexperimental Labor Deutschlands. Es bietet Schülern und Studierenden aus ganz Deutschland und den europäischen Nachbarländern die Möglichkeit Kurse zu besuchen. Diese Kurse sind intensiv und themenspezifisch. Erfahrene Wissenschaftler bringen den Teilnehmern mit Hilfe eines theoretischen sowie eines angeleiteten praktischen Teils das Thema näher. Hierbei können die Teilnehmer in forschungsnah eingerichteten Laboren selbstständig experimentieren. 


Teilnehmer des Neurophysiologie Camps 21.10.-26.10.2012 im XLAB

Nachdem wir uns im Frühjahr erfolgreich für eine Teilnahme am Neurophysiologie-Camp beworben hatten, fuhren wir schließlich nach den Herbstferien mit dem Zug nach Göttingen. Wir waren voller Vorfreude und gespannt darauf, was wir in den kommenden fünf Tagen erleben würden. Gleich bei unserer Ankunft bekamen wir unseren "Wochenplan", dieser stellte uns ein sehr umfangreiches Programm in Aussicht. Doch zunächst lernten wir an diesem Abend die anderen 12 Camp-Teilnehmer/innen aus ganz Deutschland näher kennen. In den folgenden Tagen arbeiteten je zwei Schüler zusammen.

Am nächsten Morgen ging es richtig los. Unsere Tutorin Frau Dr. Ritter erklärte uns einen grundlegenden Teil des Nervensystems. Die Komplexität des Themas erforderte die Anwendung von Kenntnissen aus den Bereichen der Biologie, Chemie und Physik. In einem anschließendem Versuch konnten wir das besprochene Ruhemembranpotential der Zellen selbst messen. Hierzu mussten wir eine Elektrode in die Oozyte (vollausgereifte Eizelle) eines Krallenfrosches piksen. Jedoch ist so eine Oozyte sehr rund und rollt daher gerne weg. Zum Glück gehört sie mit einem Durchmesser von 1-2mm zu den größeren Eizellen. Nach einer längeren Übungsphase und einigen abgebrochenen Elektroden, erhielten wir unsere ersten Messergebnisse.


Angepickte Eizelle


Eizelle kurz vorm Einstechen der Elektrode

Auch die folgenden Tage hielten neue Herausforderungen bereit. Am zweiten Tag wurden die Zellen, die wir "treffen" mussten, kleiner und das zu untersuchende Nervensystem komplexer. Diesmal beschäftigten wir uns mit der Entstehung von Aktionspotenzialen. Diese lösten wir durch das Injizieren von Stromimpulsen künstlich aus. Wenn der Impuls stark genug war, entstand in der Zelle ein Aktionspotenzial. Diese Antwort der Zelle konnten wir uns als Kurvenverlauf auf dem Oszilloskop ansehen.

Ein Versuch ist noch besonders hervorzuheben. Mit unserem zweiten Tutor Herr Dr. Ferber widmeten wir uns dem visuellen System. Dies untersuchten wir konkret an Heuschrecken. Erst einmal mussten wir dafür den noch lebenden Heuschrecken den Kopf abschneiden. Es war ein sehr komischer Anblick, kopflose Heuschrecken hüpfen und flattern zu sehen. Danach legten wir eine Elektrode auf das Auge der Heuschrecke und eine andere stachen wir in ihren Kopf. Als wir die Heuschrecke nun mit unterschiedlich farbigem Licht beleuchteten, stellten wir unter anderem fest, dass sie kein rotes Licht wahrnehmen können.


Der Heuschreckenkopf mit zwei Elektroden und der Lichtquelle darüber

An alle Experimente schloss sich auch eine gemeinsame Auswertung der Ergebnisse an.

Während der Theoriephasen viel auch öfter mal der Satz "Das hat unsere Lehrer/innen ganz anders erklärt!" Daraufhin beteuerten unsere Tutoren, dass es inzwischen neuere Wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, als im Studium unserer Lehrer vor 10 oder 20 Jahren.

Nach unseren langen und sehr informativen Tagen im Labor folgte ein Abendprogramm. So konnten wir Göttingen auch außerhalb des Labors kennen lernen. Besonders schön war eine kleine Wanderung durch das Göttinger Umland sowie eine Stadtrundführung.

Nach dem Abendprogramm saßen wir noch oft zusammen und haben gemeinsam nochmal die Experimente des Tages nachvollzogen. Jeder hatte auf verschiedene Aspekte in den Vorträgen und während der Experimente geachtet und so konnten wir unser Wissen ergänzen.

Es war eine tolle Erfahrung, Wissen, welches meist nur theoretisch vermittelt werden kann, auch praktisch anzuwenden. Mit Hilfe dieser praktischen Versuche bekam ich einen besseren Einblick in das Thema Neurophysiologie, da in der Schule solche Versuche leider nicht möglich sind.

Dafür ist es umso schöner, wenn man die Gelegenheit bekommt, diese einmal durchführen zu können.  - Marie

Abschließend kann ich nur sagen, dass es eine wunderbare Erfahrung war, von der ich neben vielen Notizen und Wissen besonders das praktische Arbeiten als Erfahrung mitgenommen habe. - Marian

Website des XLAB: http://www.xlab-goettingen.de/


Marie Barth und
Marian Möllers 13e
15.01.2013


Fotos: © Thomas-Mann-Schule - Marie Barth und Marian Möllers, 13e TMS

Fachbereich Biologie
Fachbereich Chemie

Thomas-Mann-Schule  - Thomas-Mann-Str. 14 - 23564 Lübeck - Tel. 0451/1228614  - Fax. 0451/1228621
Impressum