Torre Agbar an der Plaça de las Glories Catalanes

Benvinguts a Barcelona

Studienfahrt der Leistungskurse Erdkunde und Französisch
vom 28.06.2009 – 03.07.2009


Die Vorfreude auf Barcelona ist geweckt durch Schülervorträge zu den wichtigsten Themen: Alle sind gespannt auf die Mischung aus Tradition und Moderne, die Barcelona zu bieten hat.

Nach einem pünktlichen Abflug und ruhigen Flug erreichen wir die Hauptstadt Kataloniens. Mit dem Vorortszug RENFE gelangen wir recht schnell zur Metrostation, die nur wenige Meter von unserem Hostel entfernt liegt. Kurz werden die Zimmer begutachtet, dann testen wir gleich die städtische Infrastruktur und die Lage unserer Unterkunft und stellen fest, dass wir nur wenige Metrostationen vom absoluten Zentrum der Stadt entfernt sind. Die Metro erweist sich voll klimatisiert und mit 70 Cent pro Fahrt ziemlich günstig als sehr praktisches Verkehrsmittel. Da es inzwischen schon recht spät geworden ist, reicht die Zeit nur noch, um erste Eindrücke der Mittelmeermetropole an einer der Uferpromenaden mit zahlreichen Restaurants aufzuschnappen.

Geweckt werden wir am nächsten Tag von Sonnenschein, strahlend blauem Himmel und natürlich sommerlichen Temperaturen. Wem es nicht zu heiß ist, der frühstückt auf der Terrasse des Hostels.



Zur ersten Orientierung in der Stadt ist eine Rallye geplant, die an der riesigen Plaça de Catalunya beginnt. In Gruppen werden die Schüler durch verschiedene Fragen und Aufgaben durch den Stadtkern geleitet.


Plaça de Catalunya

Zunächst flanieren wir natürlich die Ramblas entlang, auf deren Fußgängerbereich sich Touristen, Einheimische, Vogelverkäufer, Karikaturisten und lebende Statuen tummeln und Postkarten-, Blumen-, Souvenir- und Zeitungsstände ihre Ware zum Verkauf anbieten.


Die Ramblas, Barcelonas Flaniermeile

Etwas abseits der Rambles befinden sich die Markthallen, der Mercat de la Boqueria. Überwältigt sind wir von der Vielfalt der sorgfältig zu Pyramiden aufgestapelten Obst- und Gemüsesorten, der Fische und Meeresfrüchte und dem Angebot an frisch gepressten Obstsäften, Schinken, Würsten und Kräutern.



Auf der anderen Seite der Ramblas taucht man gleich ein in das Barri Gòtic, das gotische Viertel und mittelalterliche Zentrum Barcelonas. In den engen, verwinkelten Gassen mit kleinen, zum Teil altertümlichen Läden, Bars und Boutiquen fühlt man sich fast zurückversetzt in eine andere Zeit.


Gasse im Barri Gòtic

Hier befindet sich auch die Kathedrale, in deren Kreuzgang in idyllischer Ruhe zwischen Palmen und kleinen Springbrunnen die Gänse und Schildkröten spazieren gehen.



Im Kreuzgang der Kathedrale

Den Montjuïc, Barcelonas Hausberg, erreichen wir bequem mit der Funicular de Montjuïc, einer Standseilbahn, die an das Metrosystem angeschlossen ist. Vorbei an der Fundació Miró, durch einen lauschigen Park mit wunderschönem Blick über Barcelona gehen wir zum Palau Nacional.


Fundació Miró

Außerdem lernen wir an diesem Tag noch den in den Neunziger Jahren umgebauten Hafenbereich kennen, der sich heute mit einem Einkaufszentrum (Maremàgnum), zahlreichen Bars, Restaurants, Kinos, einem Aquarium, vielen Segelschiffen modern präsentiert und zum Flanieren an der Promenade einlädt. An der Barceloneta und dem Olympiahafen beginnen schon die Sandstrände Barcelonas.


Port Vell: Maremagnum

Am zweiten Tag starten wir pünktlich um neun Uhr mit dem Bus zu einem Tagesausflug. Über Serpentinen fährt uns der Bus zum in beeindruckender Felslandschaft auf 725 Meter Höhe gelegenen Kloster Abadia de Montserrat, das in Spanien neben Santiago de Compostela ein wichtiges Wallfahrtsziel ist. Der berühmte Knabenchor des Klosters macht leider schon Ferien. So nehmen einige an der Messe in der Basilika teil, andere nutzen die Zeit, um auf Wanderwegen noch etwas höher zu steigen und die wunderbare Aussicht auf die Landschaft zu genießen.


Das Kloster Abadia de Montserrat

Ein weiterer Höhepunkt dieses Tages ist der Besuch der Sektkellerei Codorníu, eine der berühmtesten Sektkellereien Kataloniens, in Sant Sadurní d’Anoia. Schon seit 1872 wird hier der Cava, ein Schaumwein, der mit Champagner vergleichbar ist, zum Verkauf produziert. Wir erleben eine interessante Führung durch die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude und fahren sogar mit einer kleinen Bahn durch die langen, konstant kühl gehaltenen unterirdischen Gänge, in denen es nach gärenden Trauben riecht und die Flaschen zu Tausenden sorgfältig gestapelt liegen.


Der Eingang zur Sektkellerei
Entwurf des Architekten Josep Puig i Cadafalch

An unserem  dritten Tag in Barcelona begeben wir uns auf die Spuren des bedeutendsten Jugendstil-Architekten Spaniens, Antoni Gaudí. Noch relativ früh am Tag kommen wir zum Parc Güell, der ursprünglich als Gartenstadt mit 60 Villen geplant wurde. Heute präsentiert sich der Park, der 1984 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, als ein Zusammenspiel von Architektur und Natur. Überall lassen sich architektonische Elemente finden, die ganz typisch für Gaudí sind.



So gibt es immer wieder Neues und Erstaunliches zu entdecken: bunte Mosaike aus Keramikabfällen, Brunnen in Form von Schlangenköpfen oder Drachen, Laubengänge, verschlungene Wege und Treppen, den Saal der 100 Säulen, einen großen Platz mit einer sich schlängelnden, mosaikbesetzten Bank, von der aus man einen überwältigenden Ausblick auf die Stadt hat.



In der Passeig de Gràcia, der Prachtstraße Barcelonas mit vielen teuren Designerläden, finden sich noch weitere typische Modernisme-Bauten Gaudís, die Casa Milà und die Casa Batlló.



Das Programm dieses Tages endet mit dem Besuch des Picasso-Museums, das in der Altstadt liegt, einen großen Überblick über Picassos Werk bietet und auch Einblicke auf eher unbekannte Werke des großen Malers eröffnet.

Am nächsten Tag beschäftigen wir uns mit Eixample, auf Deutsch „Erweiterung“, ein besonderes Beispiel für Stadtplanung. Barcelonas Altstadt war zu eng geworden und es wurde neuer Raum benötigt. Aus diesem Grund begann Mitte des 19. Jahrhunderts der Bau des schachbrettartig angelegten Stadtteils Eixample. Wir beginnen unseren Spaziergang durch diesen Stadtteil mit einer Führung durch das Jugendstilhospital Hospital de la Santa Creu i Sant Pau und beenden ihn an der Sagrada Familía, Gaudis wohl bekanntestem, bis heute unvollendetem Werk.



Den letzten Nachmittag verbringen einige mit dem Besuch des Camp Nou, des riesigen Fußballstadions, andere besuchen noch einmal das Altstadtviertel, den Strand oder nutzen auch die Rebaixes, den spanischen Sommerschlussverkauf.


Der krönende Abschluss unseres Besuchs in Barcelona ist der erneute Besuch des Montjuïc. Von dort aus hat man Aussicht auf die Font Mágica, den riesigen Springbrunnen unterhalb des Palau Nacional. Und der Brunnen verzaubert uns an diesem Abend denn auch wirklich bei einsetzender Dämmerung mit seinem grandiosen Schauspiel aus Wasserfontänen, wechselnden Farben und  Musik, natürlich auch „Barcelona“ von Freddy Mercury und Montserrat Caballé.



Wir können abschließend nur feststellen, dass Barcelona wirklich für jeden Geschmack etwas bietet: Architektur, Kunst, Kultur, Strand, Tapas-Bars.
Mit ein paar Brocken Katalanisch und Spanisch im Gepäck, noch erfüllt vom mediterranen Flair der lebendigen Stadt sowie von vielen neuen und interessanten Eindrücken einer modernen und traditionellen Stadt fliegen wir zurück nach Hamburg und hoffen bestimmt alle, nicht das letzte Mal in Barcelona gewesen zu sein.


Christina Dudzik und Susan Wessin
13.07.2009




Fotos: © Chr. Dudzik, S. Wessin

Link:
Urbany Hostel
Codorníu Sektkellerei
 
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