Thomas-Mann-Schule Europaschule
Profilklasse Französisch    2008 - 2011      Wessin

Apprentissage interculturel -
Interkulturelles Lernen


Dépasser les frontières - Grenzen überschreiten

Mémorial-Besuch in Schirmeck
Begegnung mit Elsässern in Vendenheim
Straßburg - Ein Streifzug durch die deutsch-französische Geschichte
Besuch in Colmar -
Zwischen Petite Venise und Erinnerungen an Pascale Hugues
Marthe & Mathilde - Eine Familie zwischen Frankreich und Deutschland
Lesung mit Pascale Hugues in Kiel - 2010
Die Preisverleihung der Familie Mehdorn Stiftung 2011 in Kiel


Preisverleihung der Familie Mehdorn Stiftung

Am 08. Mai 2010 nahmen zusammen mit Frau Wessin fünf Schülerinnen und Schüler der Profilklasse 12s / Sprachliches Profil in Kiel an der Preisverleihung der Familie Mehdorn Stiftung zur Förderung der Neurochirurgischen Forschung und der interkulturellen Kommunikation teil. Im Hörsaal der Hautklinik begrüßte der Vorsitzende der Stiftung, Herr Prof. Dr. Maximilian Mehdorn, die Vertreter der Stadt Kiel und der Universität, des Ministeriums für Bildung und Kultur, die Preisträger des Jahres 2009 und 2010 und alle anwesenden Gäste.



Seit dem Jahr 2005 unterstützt dieser Förderpreis Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bei der Verwirklichung ihrer Ideen und dient der Forschung auf dem Gebiet der Neurochirurgie und verwandter Gebiete, so z.B. der Neuroanatomie, Neuropsychologie und Neurobionik.
Außerdem fördert die Stiftung durch Stipendien die Bildung, Forschung und Kooperation der interkulturellen Kommunikation zwischen Frankreich und Deutschland. Die Projekte befassen sich mit den kulturellen Hintergründen zwischen deutschen Institutionen und Organisationen und ihren französischen Partnern.

Logo der Familie Mehdorn Stiftung

Nach Begrüßung und Grußworten präsentierten die Preisträger des vergangenen Jahres die Ergebnisse der 2009 geförderten Projekte. 
Drei Referenten der neurochirurgischen Forschung hielten Vorträge, z.B. über die „Regionale quantitative Analyse des Promotor-Methylierungsstatus der O6-Methylguanin DNS Methyltransferase maligner Gliome“ oder den "Einfluss präoperativer Ängstlichkeit neurochirurgischer Patienten auf die Ergebnisse der präoperativen neuropsychologischen Funktionsdiagnostik: Wie valide sind die Ergebnisse". Wir hatten einige Mühe, dem Fachjargon der Mediziner zu folgen, doch der eine oder andere Aspekt wurde anschaulich dargestellt. Wir wurden in den Vortrag mit einbezogen und durften unsere Funktionsfähigkeit des Hirns testen. Eine Aufgabe lautete: Merken Sie sich die folgenden fünf Zahlen. Kein Problem für uns, auch nach ein paar Minuten war die Zahlenkombination noch nicht vergessen. Es wurde erklärt, welcher Bereich des Gehirns dafür verantwortlich ist und schließlich wie Patienten, die kurz vor einer Operation stehen, bei diesem Test abschneiden. Schwieriger wurde es bei einer neuen Zahlenkombination, die rückwärts aufgesagt werden sollte, doch auch diese Aufgabe war nicht schwer für uns.
Nach einem weiteren Vortrag über die "Validierung der Methylierungsspezifischen Quantitativen PCR (MSQP), einer neuen Methode zur Bestimmung des MGMT-Promotor-Methylierungsstatus, und ihrer Verlässlichkeit zur Chemotherapie-Prognostik von humanen Hirntumoren", von dem wir leider nicht viel verstanden, präsentierten schließlich die Preisträger der interkulturellen Kommunikation ihre Projekte.

Wie unterscheidet sich Stil? Wer kleidet sich modebewusster?
«La mode et le style en France et en Allemagne – une question de personnalité?»
Einen Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich nutzten die Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse der Max-Planck-Schule aus Kiel, um in Paris, unterstützt durch die Schüler und Schülerinnen des Lycée Arago, die Unterschiede herauszufinden.



Wir folgten dem Vortrag aufmerksam, denn im nächsten Jahr stehen wir an gleicher Stelle, an der Tafel des großen Hörsaals. Dann werden wir über unsere Erlebnisse und Ergebnisse des Projekts «Grenzen überschreiten - Dépasser les frontières - Interkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht der Profiloberstufe - Fahrt in die deutsch-französische Grenzregion» referieren.


Jérôme Carlier, der Kulturbeauftragte des Centre Culturel Français in Kiel beeindruckte mit einem Film, der "Kiel, vom einen zum anderen Ufer" zeigt und das Ergebnis der Arbeiten zweier Künstler aus der Partnerregion Pays de la Loire ist.

Die letzten Referenten waren Schüler und Schülerinnen aus der Gemeinde Bosau, die zusammen mit einem Informatiklehrer eine Homepage eingerichtet haben. Diese ist ein Projekt zwischen Schülern aus Bosau und der Partnerschule in Saujon.
www.bosaujon.eu


Nach einer kurzen Kaffeepause hielt Prof. Dr. Dr. Perikles Simon vom Institut für Sportwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz einen sehr interessanten, aufschlussreichen Vortrag zum Thema: Lohnt sich Leistung mit oder ohne Doping?
Der Mediziner gehört der siebenköpfigen Expertengruppe „Gendoping“ der World Anti-Doping Agency (WADA) an und hat ein Nachweisverfahren entwickelt, mit dem sich bereits geringste Mengen transgener (fremder Erbsubstanz, die mittels gentechnischer Methoden in die Körperzellen eingeschleust wurde, um die körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern) DNA im Menschen nachweisen lassen.



Er berichtete, dass nicht nur der Hochleistungssportler zu verbotenen Substanzen greift, sondern dass etwa jeder fünfte Freizeitsportler, der regelmäßig ein Fitnessstudio besucht, offen zugibt, gelegentlich oder regelmäßig Mittel zur Leistungssteigerung zu nehmen.

Ein weiteres Problem sind Abschnitte des Gesundheitssystems, die wesentliche Bezugsquellen darstellen „Die Medikamente werden teilweise ohne Indikation einer Krankheit vom Arzt verschrieben, in einzelnen Fällen sogar ohne Rezept von der Apotheke abgeholt“, so der Sportwissenschaftler. (Zitat: Dopen für denn perfekten Körper, 05.08.2005 sueddeutsche.de)
„Die meisten dopen nicht, um eine Leistungssteigerung zu erzielen, sondern um
den Körper zu verschönern", sagte Prof. Simon. Man möchte einen perfekten Körper, ohne viel zu trainieren.


Er referierte über die Leistungsfähigkeit, zeigte anschauliche Grafiken und zeigte Gefahren des Dopings. So starben schon einige Spitzensportler aufgrund mangelnder Aufklärung über Nebenwirkungen und Risiken.

Übrigens, was jetzt viele erfreuen wird:
Die Leistungsfähigkeit bzw. die Ausdauerfähigkeit ist genetisch veranlagt, daher können einige Menschen, die vielleicht trainieren über trainieren, sich nicht großartig verbessern und andere starten viel weiter oben auf der Leistungskurve. Es ist einem also in die Wiege gelegt worden.
Jungs und Mädels, die ihr nicht so ausdauerfähig seid: Nur Mut, jeder kann sich verbessern, der eine mehr, der andere weniger, aber ihr habt eine bewiesene Studie, die ihr euren über euch herziehenden Freunden vorlegen könnt! :)

Nach dem spannenden Vortrag stand der letzte Programmpunkt auf dem Plan:
Die Verleihung der Förderpreise für das Jahr 2010 wurde von Prof. Dr. Mehdorn und seiner Frau, Dr. Margarete Mehdorn und ihren Kindern vorgenommen.



Frau Wessin wurde dann doch ein klein wenig nervös, freute sich aber umso mehr über die Anerkennung und die 2.500 Euro, die die Klasse 12s zum Grenzen überschreiten in Straßburg nutzen wird. Das Projekt wird auf der Homepage der Schule dokumentiert.



Beim anschließenden Umtrunk nutzen viele die Gelegenheit, sich über die Vorträge auszutauschen, über medizinische Forschungen zu fachsimpeln und die Veranstaltung in angenehmer Atmosphäre ausklingen zu lassen.


Wir danken der Familie Mehdorn Stiftung für ihre großzügige Unterstützung und die gelungene Veranstaltung und bedanken uns bei Frau Wessin, die uns tatkräftig zur Seite steht.


Preisträger 2010
© Familie Mehdorn Stiftung


Julia Silkeit
15.05.2010

Fotos: © Susan Wessin

Die Kieler Nachrichten berichteten am 10.05.2010 über die Preisverleihung.
Wir danken Frau Anke Pipke für die Erteilung des Copyrights.
 Mehdorn Stiftung vergab im fünften Jahr Förderpreise -










15/05/2010
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