Thomas-Mann-Schule Europaschule
Profilklasse Französisch    2008 - 2011      Wessin
Apprentissage interculturel -
Interkulturelles Lernen


Dépasser les frontières - Grenzen überschreiten
Mémorial-Besuch in Schirmeck
Begegnung mit Elsässern in Vendenheim
Straßburg - Ein Streifzug durch die deutsch-französische Geschichte
Besuch in Colmar -
Zwischen Petite Venise und Erinnerungen an Pascale Hugues
Marthe & Mathilde - Eine Familie zwischen Frankreich und Deutschland

Die Preisverleihung der Familie Mehdorn Stiftung 2010 in Kiel



      Pascale Hugues las vor TMS-Schülern im Literaturhaus

Mit großen Erwartungen fuhr die Profilklasse Französisch 13. Jahrgang am 30. September nach Kiel, um an der Lesung von Pascale Hugues teilzunehmen.
Im Literaturhaus angekommen, wurden wir freundlich begrüßt. Wir hatten Glück und konnten gut sehen und hören, denn die Lesung war bis auf den letzten Platz besetzt. Dies freute insbesondere natürlich Pascale Hugues und natürlich ebenso die Veranstalter.

Die sympathische Französin wurde durch einleitende Worte von Frau Dr. de la Motte vorgestellt und übernahm daraufhin selbst die Leitung und Gestaltung der Lesung. Inhalt der Lesung und des anschließenden Gespräches war ihr Buch: „Marthe & Mathilde. Eine Familie zwischen Frankreich und Deutschland“.



Madame Hugues fragte noch, ob alle Französisch verstehen würden und begann zu erzählen, auf Französisch, da niemand ihre Frage verneinte. 
Sie verglich die beiden Großmütter und berichtete, dass Mathilde der Grund gewesen sei, diese Geschichte aufzuschreiben. „Das Leben von Marthe war einfacher, deswegen schrieb ich mehr über Mathilde“, so die Autorin. Sie unterstrich noch einmal, dass Mathilde die sensible, intelligentere Frau mit interkulturellen Verbindungen war, und Marthe eher die Leitfigur war, die durch ihre „strahlende positive Natur“ das Verhältnis beider zu einem ganz Besonderen machte. Sie erzählte, wie sich doch die Kinder oder andere Familienmitglieder wunderten, dass es normal sei, immer mit beiden zusammen etwas zu unternehmen. Für den einen oder anderen war es sicherlich gewöhnungsbedürftig.

Pascale Hugues las einige Auszüge und freute sich sehr, dass sich hier im Norden, „so weit weg“, vor allem auch junge Menschen für diese ansprechende Geschichte interessieren.
Sie betonte, dass es für die Enkel einfacher sei, zu fragen, sich für die Vergangenheit, die Geschichten der Großeltern zu begeistern und motivierte uns, doch unsere eigenen Großeltern zu fragen. Sie bereut es, dass sie erst so spät gefragt hat, sodass später viele Fragen offen blieben oder sie den einen oder anderen Aspekt gern tiefer beleuchtet hätte. „Alte Leute sind froh, wenn sie alte Geschichten erzählen können, weil es sonst nach ihnen keiner mehr erfährt“, machte sie uns deutlich!

Sie ist übrigens die Erste in ihrer Familie gewesen, die sich mit der Freundschaft von Marthe und Mathilde befasste. Sichtlich angetan berichtete sie von ihrem Besuch im Elsass, von dem Dorf, in dem ihr Großvater wohnte.
Verstehen könne sie Elsässisch, doch das Sprechen falle ihr schwer, da man „häufig ins Hochdeutsche wechselt“, erklärte sie. Elsässisch stirbt aus!
Während der Erzählung wechselte Pascale Hugues mitten im Satz die Sprache, begann mit Deutsch und erklärte plötzlich auf Französisch weiter; es war wirklich toll, diese Frau, ihre Ausstrahlung und Begeisterung mitzuerleben.

Die Autorin lebt in Berlin und schreibt dort unter anderem Kolumnen für den Tagesspiegel. Warum sie überhaupt nach Deutschland kam? Pascale Hugues wollte das Land, das die Franzosen als langweilig empfinden, erkunden, wollte ihre Wurzeln entdecken und die Natürlichkeit Berlins kennenlernen. Die Stadt findet sie lebendig und unkonventionell. Sie findet es „sehr wichtig“, wie schon einmal erwähnt, „Familiengeschichten zu erfahren und Geheimnisse zu lüften.“

Die Reaktionen auf das Buch seien unterschiedlich gewesen. Sie sieht das Buch als eine Art Geschichtsbuch, fragte uns auch gleich, wie unser Geschichtsunterricht aussehen würde und wie viel wir über den 1. Weltkrieg wissen würden.
Ihr Sohn habe es gelesen und fand es „ganz in Ordnung.“ Dieselbe Reaktion kam von ihrem Vater.

Mit „Marthe und Mathilde“ hat sie viele Menschen begeistern können, besonders schön beschrieb sie die Begegnungen mit Bekannten ihrer Großmütter, die sagten: „DANKE, DASS DU UNS UNSERE GESCHICHTE WIEDERGEGEBEN HAST“.


Im Deutschunterricht

Schlussendlich kann man sagen, dass es eine schöne Veranstaltung war. Auf Grund unserer Vorkenntnisse und der Klassenfahrt nach Straßburg und Colmar konnten wir Pascale Hugues gut folgen und erlebten einen sehr gelungenen Abend in Kiel.



Julia Silkeit und Berrit Husstedt
08.10.2010

Fotos: © Susan Wessin

Die Kieler Nachrichten berichteten am 01.10.2010 über die Lesung.




08/10/2010
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